"Gefährdet unsere Bürger": Kritik an Krauses Nein zum Abschiebeterminal wächst

OB Dominik Krause will das geplante Abschiebeterminal am Münchner Flughafen verhindern. Kritik bekommt er dafür nicht nur von Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger – obwohl seine Partei im Rathaus mitregiert. 
Autorenprofilbild Christina Hertel
Christina Hertel,
Felix Müller
Felix Müller
|
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
4  Kommentare
lädt ... nicht eingeloggt
Teilen  AZ als Quelle bevorzugen
Am Münchner Flughafen soll ein Abschiebeterminal entstehen. OB Dominik Krause ist dagegen. Für diese Haltung bekommt er nun Kritik.
Am Münchner Flughafen soll ein Abschiebeterminal entstehen. OB Dominik Krause ist dagegen. Für diese Haltung bekommt er nun Kritik. © IMAGO/Manfred Segerer

Am Münchner Flughafen wird ein Abschiebeterminal geplant. 100 Personen könnten ab Herbst 2028 von dort aus in ihre Heimatländer zurückgeschickt werden. OB Dominik Krause (Grüne) kündigte in der AZ an, dass er im Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft gegen das neue Terminal stimmen werde.

"Abschiebungen im großen Stil sollten nicht Teil des Geschäftsmodells des Münchner Flughafens sein", sagte der OB. "Das wäre ein Image-Verlust für München und stünde im Widerspruch zu unserem guten Ruf als Weltstadt mit Herz."

Entscheiden kann der OB das allerdings nicht alleine. Der Aufsichtsrat des Flughafens, der über das Vorhaben abstimmt, besteht aus 16 Mitgliedern. Auch Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) ist Teil des Gremiums. Und der kritisiert nun Krause scharf – obwohl seine Parteikollegen im Rathaus mitregieren.

Zur AZ sagt der Minister: "Der Rechtsstaat erfordert, dass Asylbewerber ohne Bleiberecht Deutschland verlassen müssen, darunter sind auch viele Gewalttäter. Dazu brauchen wir die nötige Infrastruktur. Wer sich dem verweigert, muss unseren Bürgern erklären können, wie er diese Menschen hierzulande unterbringen will."

Neben der Stadt (23 Prozent) und dem Freistaat (51 Prozent) hat auch der Bund (26 Prozent) Anteile am Flughafen. Die Bundespolizei soll das neue Terminal betreiben. Doch die Münchner CSU wird sich beim Innenminister Alexander Dobrindt eher nicht dafür einsetzen, dass er das Projekt stoppt.

Kritik auch aus der CSU-Stadtratsfraktion

Der Münchner CSU-Bundestagsabgeordnete Hans Theiss gibt sich sicher, dass eine "klare Mehrheit der Bevölkerung" eine "Abschiebung von Straftätern zum Schutz der heimischen Bevölkerung" wolle. Daher sei es "konsequent", den Flughafen München hierfür zu nutzen. "Wenn sich OB Krause dagegen stellt, dann gefährdet er mit seiner innenpolitischen Naivität unsere Bürger und stärkt durch seine ideologische Verbohrtheit die extremistischen Ränder", sagt Theiss.

Auch aus der CSU-Stadtratsfraktion hagelt es Kritik: "Es mag nicht in die grüne, heile Welt passen, aber Abschiebungen gehören zu einem Rechtsstaat dazu. Wer keine Bleibeperspektive hat und sogar kriminell wird, muss Deutschland verlassen", sagt CSU-Fraktionschef Manuel Pretzl. Selbstverständlich müsse der Rechtsstaat diese Regeln durchsetzen können und benötige dafür die notwendige Infrastruktur.

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
 
  • 1Muenchner gerade eben / Bewertung:

    Unsere Rechtsordnung ist eine der fairsten und ausgewogensten in der Welt. Die Anwendung dieser Rechtsordnung wird durch das Motto „Weltstadt mit Herz“ nicht ausgeschlossen. Im Gegenteil. Jeder - der nach dieser guten Rechtsordnung lebt - soll von ihr geschützt werden und sich persönlich, religiös und beruflich frei entfalten dürfen! DAS ist Weltstadt mit Herz.

    Antworten lädt ... Kommentar melden
  • MadridistaMUC vor 33 Minuten / Bewertung:

    Krause macht gute Politik für die Bürger und Touristen hier. Lässt die touristisch bekanntesten Brunnen und wichtigsten Brunnen zum Abkühlen in diesem heissen Sommer abschalten. Von wegen Hitzeschutzmassnahmen. Und er sorgt für unsere Sicherheit indem er Menschen hier behalten will, die abgeschoben werden müssen. Mannomann, wieder 4 Jahre fürn Arsch.

    Antworten lädt ... Kommentar melden
  • Der wahre tscharlie vor 34 Minuten / Bewertung:

    "Abschiebungen im großen Stil sollten nicht Teil des Geschäftsmodells des Münchner Flughafens sein", sagte der OB. "Das wäre ein Image-Verlust für München und stünde im Widerspruch zu unserem guten Ruf als Weltstadt mit Herz."

    So seh ich das auch.
    Wird jetzt München die "Hauptstadt der Abschiebungen"?
    Das würde zur Dobrindtschen Abschiebepolitik passen. Alle Abschiebungen (europaweit) bündeln und über Müchen abschieben. Denn hier ist der geringste Widerstand zu erwarten, auch Dank einer konservativen Staatsregierung.
    Ich frag mir nur, wann in diesem Zusammenhang die Taliban auch in München ein Konsulat eröffnen dürfen. Vermutlich nur eine Frage der Zeit.

    Antworten lädt ... Kommentar melden
merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.