Für den Wahlkampf nimmt er sich ein Jahr lang frei: Wovon OB-Kandidat Baumgärtner jetzt lebt

Wer sind die OB-Kandidaten? Die AZ erklärt knapp, wer Clemens Baumgärtner ist. Als Privatmann, von Beruf, für welche Positionen er steht. Und was kurios ist.
von  Felix Müller, André Wagner
Clemens Baumgärtner will Oberbürgermeister werden und in den nächsten Jahren im Schottenhamel anzapfen. (Archivbild)
Clemens Baumgärtner will Oberbürgermeister werden und in den nächsten Jahren im Schottenhamel anzapfen. (Archivbild) © Matthias Balk/dpa

Am 8. März 2026 wählt München einen neuen Oberbürgermeister. Die AZ stellt die drei aussichtsreichsten Kandidaten vor. Heute: Clemens Baumgärtner (CSU).

OB-Kandidat Clemens Baumgärtner im Überblick

Privatleben

Clemens Baumgärtner wurde am 14. Juli 1976 im Münchner Stadtteil Sendling geboren. Im OB-Wahlkampf hat Baumgärtner häufiger betont, dass er als Sohn einer alleinerziehenden Mutter in München aufgewachsen ist und die Familie sich vieles hart erarbeiten musste. Er ist verheiratet und hat mit seiner Frau Stefanie zwei Kinder. Auf dem AZ-Sofa im Deutschen Theater erzählte Baumgärtner im Herbst, dass er im Wahlkampf 20 Kilo abgenommen habe, später erklärte er auch, dass er dazu auch die Abnehmspritze benutzt habe. 

Auf dem AZ-Sofa im Deutschen Theater stellt sich CSU-OB-Kandidat Clemens Baumgärtner den Fragen der AZ-Redakteuren Adrian Prechtl (l.) und Christina Hertel
Auf dem AZ-Sofa im Deutschen Theater stellt sich CSU-OB-Kandidat Clemens Baumgärtner den Fragen der AZ-Redakteuren Adrian Prechtl (l.) und Christina Hertel © Daniel Loeper

Ausbildung und Beruf

Baumgärtner hat nach seinem Abitur Jura an der Ludwig-Maximilians-Universität in München studiert und arbeitete im Anschluss als Wirtschaftsanwalt.

Politische Karriere

Clemens Baumgärtner zog schon mit 20 Jahren für die CSU in den Bezirksausschuss Untergiesing-Harlaching ein. Von 2012 an war er Vorsitzender des Gremiums. Stadtrat war er nie, aber 2018 wurde er als Nachfolger von Josef Schmid Wirtschaftsreferent und Wiesn-Chef. Nachdem die CSU an der Stadtrats-Koalition nicht mehr beteiligt war, blieb ihm eine zweite Amtszeit aber verwehrt. Grün-Rot wählte Christian Scharpf (SPD) am 23. Oktober 2024 zu seinem Nachfolger. Besondere Aufmerksamkeit erregte Baumgärtner durch die Großkonzerte von Adele in Riem auf dem Messegelände, als deren Macher er gilt. Nachdem lange als offen galt, wer für die CSU OB-Kandidat wird, einigten sich Baumgärtner und der Stadtrats-Fraktionsvorsitzende Manuel Pretzl darauf, dass Baumgärtner es werden sollte.

Clemens Baumgärtner
Clemens Baumgärtner © BrauerPhotos/A.Schulze

Politische Positionen

Baumgärtner galt im Rathaus zu seiner Amtszeit als sehr fleißig, aber auch als Scharfmacher und gesellschaftspolitisch als Konservativer. Auch im Wahlkampf setzt er auf Wirtschaftsförderung und auf Law and Order, fordert etwa viel mehr Kameraüberwachung in der Stadt. Baumgärtner gibt sich als Pragmatiker, der besonders gegen die aus seiner Sicht ideologischen Grünen holzt und verspricht, die Stadt "wieder in Ordnung" zu bringen, etwa mit weniger "Geister-Baustellen" und weniger Müll.

In der Kritik

Aus der CSU ist an Baumgärtner im Vorfeld der Wahl keine Kritik zu hören. Ökologisch bewegte Münchner fühlten sich oft durch ihn provoziert – etwa wegen des vielen öffentlichen Raums, der zu seiner Amtszeit der IAA zur Verfügung gestellt wurde oder von Fans des Herzkasperl-Zelts auf der Oidn Wiesn, das während seiner Zeit als Oktoberfest-Chef nicht mehr zugelassen wurde.

Kurioses

Ausgerechnet Baumgärtner, der keiner Breitseite gegen grüne Ideologen aus dem Weg geht, hat in seinem Bezirksausschuss viele Jahre recht geräuschlos eine Mehrheit aus Grünen und CSU organisiert und moderiert. Ebenfalls überraschend: Baumgärtner arbeitet derzeit nicht, er hat sich ein ganzes Jahr nur für den OB-Wahlkampf Zeit genommen. In dieser Zeit lebt er, wie er sagt, von Erspartem.

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