"Freitesten" für 24 Stunden: Neuer Vorschlag von Münchens OB Dieter Reiter

Münchens Oberbürgermeister würde im Kampf gegen Corona gerne mehr unternehmen, kann aber oft nicht – auch, weil die Kommunen wenig entscheiden können. Seine Appelle an Ministerpräsident Markus Söder würden oft nicht gehört werden.
| Lukas Schauer
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OB Dieter Reiter will weitere Lockerungen für München.
OB Dieter Reiter will weitere Lockerungen für München. © imago/Sven Simon

München - Wie soll es in München weitergehen, wenn die Inzidenzwerte Lockerungen möglich machen? Darüber und über die allgemeine Lage beim Impfen debattierte am Mittwoch der Stadtrat. Es zeigte sich: Bei vielen Problemen sind der Stadt die Hände gebunden.

Corona: Reiter will weiter Lockerungen für München

Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) forderte erneut auch vor der Vollversammlung bei der Pandemiebekämpfung "differenzierte Vorgehensweisen". Eine Kommune, die dauerhaft um einen Inzidenzwert von 35 pendelt, brauche andere Lockerungen als eine, die bei 200 liegt, hatte er zuvor schon der "Süddeutschen Zeitung" gesagt.

Er könne sich etwa vorstellen, dass an vielen Orten in der Stadt Schnelltests angeboten werden, mit denen sich Münchner für etwa 24 Stunden "freitesten" könnten – und damit eine Zugangsberechtigung für verschiedene Orte und Einrichtungen erhalten. Das könne eine Hilfe bis zum Sommer sein, wenn dann hoffentlich viele Münchner geimpft sind.

Reiter: Habe mit Söder über "freitesten" gesprochen

Das habe er am Dienstag noch Ministerpräsident Markus Söder (CSU) vorgeschlagen, so Reiter im Stadtrat. "Doch Vorschläge aus München interessieren Herrn Söder nicht so sehr", sagte Reiter. "Dann heißt es immer: Es gibt ja gar nicht so viele Schnelltests", ärgerte sich Reiter. "Uns fehlt die Hardware: ich kann derzeit als OB nicht einfach zwei Millionen Schnelltests bestellen, das kann aber der Bund oder das Land", stellt der Oberbürgermeister klar. Reiter habe Söder daher im Vorfeld der heutigen Ministerpräsidentenkonferenz gebeten, "die kommunale Verantwortung zu stärken".

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Schwierigkeiten gibt es auch mit der IT, die im Impfzentrum im Einsatz ist, wie Oberbranddirektor Wolfgang Schäuble erklärte. Er ist oberster Corona-Bekämpfer im städtischen Krisenstab. Mit der Software des Freistaats Bayern könne die Stadt nicht nachvollziehen, wie viele Personen in den Kliniken geimpft werden. So sei es unmöglich, genaue Statistiken zu erstellen, wie viele Menschen in München tatsächlich geimpft sind. "Wir brauchen Eingriffsmöglichkeiten in die Algorithmen", so Schäuble.

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