Flughafen München: Freistaat und Erding beschließen Ringschluss

Die S-Bahn-Station am Flughafen soll langfristig zur Durchgangsstation für Züge werden. Der "Erdinger Ringschluss" wurde am Montag offiziell beschlossen.
| Ralf Müller
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Der Ringschluss für den Flughafen kommt - irgendwann.
dpa Der Ringschluss für den Flughafen kommt - irgendwann.

München - Der Flughafen München, so ein verbreiteter Spott, ist der einzige deutsche Airport, der nur über die Luft erreichbar ist. Kommentiert wird dabei seine unzureichende Anbindung über Straße und Schiene. Das soll sich jetzt ändern: Die Flughafen-S-Bahnstation wird zum Durchgangsbahnhof – aber das wird dauern.

Gestern wurde eine Vereinbarung zwischen dem Freistaat Bayern und der Stadt Erding unterzeichnet, die einerseits den Schlusspunkt unter die jahrelangen zähen Verhandlungen setzt und andererseits den Startschuss für die Verwirklichung des "Erdinger Ringschluss" bedeutet.

Die ausgebaute S-Bahn-Trasse kommt unter die Erde. Mit 35 Millionen Euro beteiligt sich die wohlhabende 34.000-Einwohner-Kreisstadt am 68 Millionen Euro teuren Tunnelbau. "Ringschluss" bedeutet, dass aus der unterirdischen Flughafen-S-Bahnstation ein Durchgangsbahnhof wird, an dem eines eher fernen Tages auch einmal Regional- und sogar Fernzüge halten könnten.

Planungen sind so alt wie der Flughafen selbst

Die Planungen sind so alt wie der Flughafen im Erdinger Moos selbst: Als der Münchener Airport vor 25 Jahren seinen Betrieb aufnahm, war bereits bauliche Vorsorge den Umbau des S-Sackbahnhofs in einen Durchgangsbahnhof getroffen worden. Doch ein Vierteljahrhundert ging ins Land, ohne dass der Flughafen eine Schienenverbindung nach Osten bekam. Im kommenden Jahr soll über die "Neufahrner Spange" jetzt wenigstens Züge aus dem Nordosten, also aus Richtung Landshut zum Flughafen fahren können.

Bis die Flughafenstation ein Durchgangsbahnhof ist, wird es noch mindestens neun Jahre dauern. Mit der Realisierung des Erdinger Ringschlusses, so Bayerns Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann (CSU) bei der Vertragsunterzeichnung, ist erst "nach Fertigstellung" der zweiten Stammstrecke zu rechnen.

Noch länger wird es dauern, bis die "Walpertskirchener Spange" zwischen Erding und der Bahnlinie München-Mühldorf-Freilassing-Salzburg befahrbar ist. Das Projekt soll in den Bundesverkehrswegeplan 2030, sagte Herrmann: "Hierzu sind wir mit dem Bund in Gesprächen."

Es wird also noch etwas dauern, bis man von einer echten Schienenanbindung des Münchener Flughafens nach Osten reden kann.

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