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Explodierte Fliegerbombe: Verdacht der Fahrlässigkeit

Nach der Explosion einer Fliegerbombe auf einer Baustelle an der Donnersbergerbrücke laufen die Ermittlungen. Für die Münchner Staatsanwaltschaft besteht der Verdacht, dass die Bauarbeiter fahrlässig gehandelt haben.
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Hier explodierte die Bombe, durch die Detonation wurden vier Personen verletzt.
Hier explodierte die Bombe, durch die Detonation wurden vier Personen verletzt. © Polizei München

München - Am Mittwochmittag explodierte eine 250-Kilo-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg in München. Der Vorfall ereignete sich auf einer Baustelle für die Zweite Stammstrecke an der Donnersbergerbrücke. Vier Personen wurden verletzt, einer davon, ein 62-jähriger Bauarbeiter, schwer.

Ein Bild vom Explosionsort unweit der Donnersbergerbrücke.
Ein Bild vom Explosionsort unweit der Donnersbergerbrücke. © Sven Hoppe/dpa

Sachschaden von rund fünf Millionen Euro

Die Polizei ermittelt – und hat am Donnerstag weitere Details zur Explosion der Bombe bekanntgegeben: Demnach wurde der Sprengkörper bei Bohrarbeiten ausgelöst, die amerikanische Fliegerbombe befand sich dabei in einer Tiefe von etwa zwei bis drei Metern. Durch die Detonation entstand ein Explosionskrater, Trümmerteile und Schutt flogen durch die Luft, beschädigten Fahrzeuge und Gebäude. Ein Passant wurde durch einen umherfliegenden Stein am Kopf getroffen, er erlitt eine Platzwunde.

Dabei hätte es noch weitaus schlimmer kommen können: Denn hätten zur Mittagszeit nicht die meisten Arbeiter eine Essenspause gemacht, hätte es nach Polizeiangaben noch viel mehr Verletzte geben können. Der Sachschaden soll sich auf rund fünf Millionen Euro belaufen.

Ermittler sind am Donnerstag nochmal am Explosionsort

Die Beamten haben bereits eine Vielzahl von Bombentrümmern gefunden und am Donnerstag präsentiert.

Gefundene Trümmerteile der Fliegerbombe.
Gefundene Trümmerteile der Fliegerbombe. © rah

Unklar ist noch, wieso der Lageort der Bombe nicht bereits zuvor bekannt war. Denn im Normalfall wird auf solch großen Baustellen im Vorfeld immer intensiv sondiert, wo noch Blindgänger versteckt sein könnten. "Wenn so etwas passiert, muss es eine Ursache haben", sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag. Dass die Bombe übersehen wurde, weise darauf hin, dass der Bereich vor Beginn der Bohrarbeiten womöglich nicht, zu wenig oder falsch abgesucht worden sei.

Auch deshalb machen sich die Ermittler am Donnerstag nochmal vor Ort ein Bild der Lage. Weitere Untersuchungen sollen Aufschluss über die genaue Ursache der Explosion sowie von möglichen Verantwortlichkeiten geben. Nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft München I besteht der Verdacht des fahrlässigen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion.

Aus Sicht der Polizei ist die Explosion vor allem der Beweis dafür, dass es wichtig ist, bei der Entschärfung von Fliegerbomben zu evakuieren und Anwohner aufzurufen, ihre Häuser zu verlassen. Die Münchner Bombe sei in einer Tiefe von zwei oder drei Metern explodiert, sagte der Polizeisprecher. Da können man sich die Auswirkungen ja vorstellen, wäre sie schon freigelegt gewesen. "Das ist ein sehr gutes Beispiel dafür, warum es so explizite und weiträumige Absperrungen gibt."

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