Thomas Leeb: Ihn interessiert die Bohne

Thomas Leeb lehrt, wie guter Kaffee gemacht wird. Jetzt muss einer seiner Läden schließen.
| Jasmin Menrad
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Plakate, Maschinen, im Café Hausbrandt hängen und stehen etliche davon – das ist nun vorbei.
Bernd Wackerbauer 2 Plakate, Maschinen, im Café Hausbrandt hängen und stehen etliche davon – das ist nun vorbei.
Leeb betrieb das Café bis vor kurzem. Es hat inzwischen geschlossen.
Bernd Wackerbauer 2 Leeb betrieb das Café bis vor kurzem. Es hat inzwischen geschlossen.

München - Schiffe, Biere, Digestif, Aperitif, Autos, Frauen, die rauchen: Das sind nur einige der Plakate, die Thomas Leeb (65) sammelt. Fotos seiner tausenden Plakate hat er thematisch in Ordner abgeheftet. Und Kaffeeplakate natürlich. Thomas Leeb sammelt alles, was mit Kaffee zu tun hat.

Über ein französisches Kaffeeplakat von 1862 kann er dann erzählen, dass der Kaffee aus Untertellern getrunken wurde, damit er nicht so heiß ist. Dass der Zucker von einem großen Klotz mit der Zuckerzange abgebrochen wurde. Dass die Frauen echten Kaffee, oft mit Alkohol getrunken haben und den Männern halb Kaffee, halb Kaffee-Ersatz untergejubelt haben. Mit dem Deutschen Museum entwickelt er gerade auch eine Ausstellung – da geht’s um Alkohol.

Plakate, Maschinen, im Café Hausbrandt hängen und stehen etliche davon – das ist nun vorbei.
Plakate, Maschinen, im Café Hausbrandt hängen und stehen etliche davon – das ist nun vorbei. © Bernd Wackerbauer

Thomas Leeb hat 1.000 Kaffeemaschinen

Thomas Leeb besitzt auch eine der weltweit größten Sammlungen von Brühern und Röstern. Tausend Kaffeemaschinen hat er, sie sind in mehreren Lagern verstaut oder stehen in seinen drei Läden in Neuhausen, beziehungsweise standen. Bis vor einigen Tagen hatte Thomas Leeb das Café Hausbrandt, ein gemütlicher Laden im 50er-Jahre Stil an der Ecke Schul- und Schlörstraße.

Vierzehn Jahre lang hat er hier Kaffee (frischer Brühkaffee: 2,60 Euro) serviert, verkauft und seinen Kunden beigebracht, wie sie ihre Kaffeemaschine bedienen. Keine Vollautomaten, keine Kapselmaschinen. Dann hat der Vermieter den Mietvertrag nicht verlängert. Der Vermieter will laut Leeb selbst ein Café eröffnen. Gleich ums Eck betreibt Leeb aber noch zwei andere Cafés: das Café Kolonial und die Kapotheke, beide in der Donnersbergerstraße. "Dann verlierst keine Zeit, weil du fahren musst."

Leeb betrieb das Café bis vor kurzem. Es hat inzwischen geschlossen.
Leeb betrieb das Café bis vor kurzem. Es hat inzwischen geschlossen. © Bernd Wackerbauer

Guter Kaffee: Vor allem die Maschine ist entscheidend

Leeb ist schon auf der Suche nach einem 200 bis 300 Quadratmeter großen Laden im Viertel. Den braucht's, um seine Schätze unterzubringen, um Kaffeekurse anzubieten, eine Werkstatt reinzubauen, Ausstellungen zu machen und seinen selbst gerösteten Kaffee zu verkaufen. "Die Leute kommen ins Café, trinken etwas und trauen dir dann zu, dass du ihnen eine Maschine verkaufst, die genauso guten Kaffee macht", erklärt Leeb sein Konzept.

Vor fast vierzig Jahren wollte er im Bamberger Haus, das er damals betrieb, guten Kaffee anbieten. "Der Kaffee war überall so sensationell schlecht und bei mir auch." Also fuchste er sich in das Thema rein, verstand, dass es nicht nur auf den Kaffee ankommt, sondern auch auf die Maschine und wie man sie benutzt.

2002 veröffentlichte er das Kaffeestandardwerk "Kaffee, Espresso und Barista". Da hatte er schon so eine stattliche Sammlung an allem, was zum Kaffee gehört und noch viel mehr, dass seine Läden als Museum durchgehen. Deshalb konzipiert er auch regelmäßig neue Ausstellungen.

Das nächste Thema im Café Kolonial: Frauen, die rauchen. Solange Thomas Leeb nur zwei Läden hat, stehen die Chancen gut, ihn dort zu treffen. Dann erklärt er die Welt des Kaffees und die Welt allgemein gerne bei einem Kaffee.


Donnersbergerstraße 35 & 39, Tel. 18 95 65 55

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