Neues aus dem Zapfhahn

Honig in der Nase und Schokolade im Stout: Die Brauerei „Camba Bavaria“ hat in Haidhausen das „Tap-House“ eröffnet – hier erleben Gäste die Craft-Beer-Szene in über 200 Sorten
| Laura Kaufmann
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Am Tresen sitzen und sich durch das Angebot probieren: So lassen sich im neu eröffneten „Tap-House“ viele Stunden verbringen.
Gregor Feindt Am Tresen sitzen und sich durch das Angebot probieren: So lassen sich im neu eröffneten „Tap-House“ viele Stunden verbringen.

 

In München tut sich, gastronomisch gesehen, so einiges. Nahezu alle Küchen dieser Welt sind hier mittlerweile auf hohem Niveau zu verkosten, die innovative Barszene heimst nationale Auszeichnungen ein. In einem aber hinkt München hinterher: Die aus den USA stammende Craft-Beer-Szene, die in Skandinavien und ganz Europa, auch zum Beispiel in Berlin, schon zahlreiche Anhänger hat, ist hier verhältnismäßig verhalten vertreten.

Das mag sich aus der Geschichte der Szene erklären: In den USA fingen ein paar Studenten an, ihr eigenes Bier zu brauen, weil ihnen das hiesige nicht schmeckte. Daraus entwickelten sich viele kleine Mini-Brauereien, die experimentierten, besonders geschmacksintensive Biere in kleiner Auflage herausbrachten. Als Münchner nun gibt es keinen Grund zur Klage, was das hiesige Bierangebot angeht, folglich hat die Craft-Beer-Szene etwas länger gebraucht, um anzukommen.

Aber jetzt hat sogar die passende Bar zur Bewegung eröffnet: Das „Tap-House“ an der Rosenheimer Straße. „Tap“ ist englisch für Zapfhahn: Allein 40 Biere fließen aus den Zapfhähnen am Tresen, der sich durch die gesamte Längsseite des Altbaus zieht. Eröffnet hat das „Tap-House“ die Camba Bavaria, die Privatbrauerei in Truchtlaching im Chiemgau, die sich mit ihren Spezialbieren einen Namen gemacht hat – sei es Stefan Dettls „Love Beer“ oder die im Holzfass gereiften Spezialitäten.

Wie der „Oak Aged Heller Bock – Portwein“ zum Beispiel, der sechs Monate in einem Portweinfass aus amerikanischer Eiche nachgereift ist. Einen vollmundigen Geschmack und eine Nase von Honig und Rosinen hat das zur Folge, was einem gern einer der kompetenten Kräfte hinter dem Tresen erklärt – alle Barkeeper studieren Brauwesen, sind schon Brauer oder haben eine Ausbildung als Biersommelier.

Probieren, entdecken, genießen steht hier im Vordergrund. Amerikanische, englische und belgische Biere sind unter den mehr als 200 Sorten, sogar zwei aus Ghana, die aber gerade wieder ausverkauft sind. Der Import gestaltet sich nicht immer einfach. Die meisten Biere werden 0,3 ausgeschenkt, Spezialitäten auch in 0,1-Gläsern, zwischen 3 und 5 Euro kosten die meisten.

Viele Gäste lassen sich beraten und probieren sich quer durch die Karte, durch belgische Kirschgeschmäcker, Chocolate Stouts und im Holzfass Gereiftes. Dazu gibt es ein paar feine Kleinigkeiten als Grundlage in dem schönen Altbau-Raum mit den Barplätzen und Hochtischen: Die bierige Gulaschsuppe oder das würzige Bierchili (4,90 Euro), der Biercheesedip mit zwei Brezn (5,20), bayerische Bruschetta und Bergkäse-Focaccia (4,50/4,70 Euro).

Obwohl an einem gastronomisch kargen Eck gelegen, findet das Tap-House im nun ersten Monat seiner Eröffnung schon regen Zuspruch: Keinesfalls wollen die Münchner wohl in Bierkenntnissen hinterherhinken.


Rosenheimer Straße 108, So. bis Mi. 17 – 1 Uhr, Do. bis Sa. 17 – 2 Uhr, Achtung: Geschlossen von 22.12. bis 1.1., www.tap-house-munich.de, Tel.: 62 23 11 87

 

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