Münchner Wirt holt Superstar: Hier gibt's jetzt Pizza vom Weltmeister
Was der Stiftl mit seinen vielen Wirtshäusern und Stehausschänken für die Münchner Innenstadt ist, wird Andreas Vollath so schön langsam fürs Glockenbachviertel. Gegenüber seinem Café Vollaths hat er erst vor Kurzem eine Bagel-Bar eröffnet. "Aber geträumt habe ich immer von einer Pizzeria", erzählt er der AZ. An dem Plan bastelte er schon seit Jahren und nun ist es so weit. Direkt neben seinem Café hat er diese Woche die Vollaths Pizza Bar eröffnet.
"Aber wir wollen nicht nur Pizza machen. Unser Anspruch ist die beste Pizza", sagt er selbstbewusst, "und dafür haben wir uns einen Profi an Bord geholt." Der Profi heißt Ferdinando "Ferdy" Manna, backte mit fünf Jahren seine erste Pizza in Neapel und holte im letzten Jahr auf der Internorga den Titel "European Pizza Excellence Germany 2025".

Die Pizza-Konkurrenz im Glockenbachviertel ist groß
Seit Wochen feilt der Italiener mit Vollath und seinem Team an der perfekten Pizza. Die Konkurrenz in der Gegend ist groß. Und neapolitanische Pizza ist in München keine Seltenheit mehr, sondern Standard. "Aber oft hat sie einfach einen dicken Rand und in der Mitte einen Lappen mit einem großen See drauf", findet Vollath und serviert der AZ eine Margherita und eine Capricciosa. Auch hier ist der Rand sehr dick. Aber Vollath drückt ihn mit den Fingern zusammen und sagt: "Hören Sie mal!" Tatsächlich ist ein zartes Knuspern beim Zusammendrücken zu hören. Auch suppt der Belag der Capricciosa nicht in der Mitte zusammen. Die AZ hat beide Pizzen probiert, war sehr angetan und hat sich die Reste sogar einpacken lassen. Heiß und frisch ist die Pizza ein Traum, aber auch kalt schmeckt sie noch gut.

Eine Mischung aus Tantris und Café Vollaths
18 verschiedene Varianten stehen auf der Karte. Der Teig aus regionalem Mehl geht 72 Stunden und wird anschließend knapp zwei Minuten bei 480 Grad gebacken. Die Tomatensoße bereitet Manna aus San-Marzano-Tomaten zu. Eine Margherita kostet 9 Euro, die teuerste Pizza mit Parmaschinken 17 Euro. Ansonsten stehen auf der Karte nur wenige Bruschetta-Vorspeisen, Salate und ein paar Desserts.
Die Einrichtung mit den orange-rot gekachelten Wänden und auch das grafische Logo haben die AZ an den 70er-Jahre-Tantris-Look erinnert. Aber das war nicht die Intention, versichert Vollath. Er hatte viele Jahre Zeit, seine Vorstellungen zusammen mit einem befreundeten Designer zu entwickeln. Die Kacheln orientieren sich farblich an der Tomatensoße und die markanten Buchstaben des Schriftzugs sollen an den zerfließenden Käse erinnern.

Der imposante Pizzaofen kommt von der Firma Morello Forni. Die Holzwand und die schlicht-eleganten Tische und Stühle lassen aber auch die klassische Vollaths-Handschrift erkennen. An der Wand hängen Fotos aus dem Viertel. Eines zeigt das ehemalige Gasthaus Aibl. Es war vor dem Krieg genau an der "Vollath-Ecke" zwischen Thalkirchner Straße und Müllerstraße.

Die AZ ist schon gespannt auf die nächsten Pläne von Andreas Vollath. Aber der winkt ab. Mit der Pizzeria ist sein Traum schon in Erfüllung gegangen.
Mo-So: 12 bis 22 Uhr
- Themen:
- Glockenbachviertel
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