Lorenz Stiftl ist zurück am Marienplatz: Der Spöckmeier wieder in alten Händen

Wer wissen will, was Lorenz Stiftl und seine Frau Christine so planen, der muss nur Rainer Maria Schießler fragen. Den weiht der Münchner Multi-Gastronom nämlich immer als erstes in seine neuen Projekte ein. Schließlich muss der berühmte Pfarrer jedes seiner Lokale einweihen – und das sind einige.
Nun also den Spöckmeier am Marienplatz. Stiftl führte das geschichtsträchtige Gasthaus schon einmal zwölf Jahre lang. Nach den großen Umbauarbeiten im Jahr 2023 übernahmen Arabella Schörghuber und ihre beiden Kinder Ramona und Alexander Pongratz.
Nun legt die Paulaner-Brauerei ihr Wirtshaus wieder in Stiftls Hände – und gibt ihm auch noch das Paulaner-Festzelt auf der Wiesn dazu.
Neben den Paulaner-Bossen Thomas Drossé, Jörg Biebernick und Sebastian Strobl waren rund 150 Menschen aus Politik, Wirtschaft, Gastronomie und der Stiftl-Familie bei der feierlichen Spöckmeier-Einweihung in der Rosenstraße dabei.
Wie Clemens Baumgärtner zum Ministranten wurde
Selbst Innenminister Joachim Herrmann (CSU) nahm sich die Zeit. OB-Kandidat Clemens Baumgärtner (CSU) feierte seine Premiere als Ministrant, denn Pfarrer Schießler verdonnerte ihn dazu, bei der Segnung den Weihwasserkessel zu halten.
Ebenfalls mit dabei: die Dritte Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD), Wiesnstadträtin Anja Berger (Grüne), Wirtschaftsreferent Christian Scharpf (SPD) und viele weitere Stadtpolitiker.
Bereits im letzten Jahr haben die Stiftls den Spöckmeier übernommen – und seitdem einiges verändert. Aus vormals 28 Mitarbeitern sind über 60 geworden, die Öffnungszeiten wurden ausgeweitet, leicht umgebaut, 25 zusätzliche Sitzplätze geschaffen. Moderne Bierglaskühlungen lassen das Bier nicht schal werden und für die Gemütlichkeit gibt’s Stubnmusi.

Schörghuber legte Wert auf viele vegetarische und vegane Gerichte auf der Speisekarte. Die wird es auch weiterhin geben. "Aber wir sind jetzt doch wieder ein bisserl traditioneller", sagt Stiftl zur AZ.
Worauf es ihm ankommt: die Zutaten. "Wir wollen wissen, wo unsere Produkte herkommen", sagt der Wirt. Deshalb möchte er die Senkung der Mehrwertsteuer auf Speisen im Spöckmeier in den Ausbau von Bio auf der Speisekarte verwenden. Geplant ist sogar eine Bio-Zertifizierung des Spöckmeier.
Die Halbe Paulaner gibt's für 6 Euro
Deshalb kostet die Halbe Helles hier auch weiterhin die für die Innenstadt üblichen 6 Euro. Für einen Schweinsbraten zahlen die Gäste 19,90 Euro, fürs Wiener Schnitzel 27,90 Euro. Für den kleineren Geldbeutel stehen Brotzeiten wie abgebräunter Leberkas oder Wurstsalat (beide 13,90 Euro) auf der Karte.
Pfarrer Schießler hat Mühe, schon wieder ein passendes Bibel-Zitat zum Thema Gastlichkeit zu finden. Schließlich hat er schon einige Stiftl-Lokale von Hackerhaus bis Stehausschank eingeweiht. Und so wählt der Pfarrer eine Geschichte vom biblischen König Xerxes zum Thema Heimat. Eine solche möge der Spöckmeier in Zukunft für alle Münchner werden. So lange sie sich Bier und Schweinsbraten leisten können, werden sie sicher kommen.
Rosenstraße 9
Mo - So: 10 bis 24 Uhr