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Kaum eröffnet und schon ausgebucht: Dieser neue Italiener zieht die Münchner an

Im Glockenbachviertel hat Raffaele Colonna aus der ehemaligen Metzgerei ein elegantes italienisches Restaurant geschaffen. Casele lockt mit neapolitanischen Köchen und einem stilvollen Ambiente, das trotzdem die Metzgerei nicht vergisst.
Ruth Frömmer
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Raffaele Colonna in seinem gerade erst eröffneten Restaurant Casele. Links hinten war einst die heiße Theke der Metzgerei Schlagbauer. Heute werden dort Antipasti vorbereitet.
Raffaele Colonna in seinem gerade erst eröffneten Restaurant Casele. Links hinten war einst die heiße Theke der Metzgerei Schlagbauer. Heute werden dort Antipasti vorbereitet. © Daniel Loeper

Die Nachtschwärmer im Glockenbach haben sofort entdeckt, dass sich in der ehemaligen Schlagbauer-Metzgerei in der Müllerstraße etwas tut. Raffaele Colonna ließ die Jalousien zwar lange Zeit geschlossen, aber kaum war die Tür aufgesperrt, strömten sie auch schon in sein neues Lokal.

Es heißt Casele, eine Mischung aus dem italienischen „casa“ (deutsch Haus) und Raffaele. Der Sohn eines Italieners und einer Deutschen hat sich damit seinen Traum vom eigenen Restaurant, ganz nach seinen persönlichen Vorlieben, erfüllt.

Das Casele macht schon optisch viel her. Zusammen mit Tobias Petri von Holzrausch ist es Colonna gelungen, ein elegantes Ambiente zu schaffen und trotzdem die ehemalige Metzgerei zu integrieren. Die beiden haben alte Ölgemälde aus einer Villa in Florenz geholt. Die Tische, Stühle und Lampen aus hochwertigen Materialien sind modern und italienisch. Die ehemalige heiße Theke der Metzgerei wurde zur Antipasti-Theke, auf der auch mal frischer Fisch entgrätet oder Austern geknackt werden. Auch die alte Kupferhaube und der Steinboden sind geblieben. Die Decke wurde nur neu gestrichen.

Aus dem Metzgerschrank ist ein begehbarer Weinschrank geworden

Rechts vom Eingang, wo sich vorher die lange Metzgerauslage befand, steht jetzt eine schicke Bar. Der Barmann bereitet dort klassische, aber auch eigene Drinks zu. Aus dem alten Metzgerschrank, dem Kühlhaus, ist ein begehbarer Weinschrank geworden.

Wäre da nicht der Vorhang, könnte man meinen, hier gibt’s noch Leberkassemmeln wie früher. Aus Schlagbauer ist Casele geworden.
Wäre da nicht der Vorhang, könnte man meinen, hier gibt’s noch Leberkassemmeln wie früher. Aus Schlagbauer ist Casele geworden. © Daniel Loeper

Colonna war wichtig, viel Platz zwischen den Tischen zu lassen. „Essen gehen ist teuer geworden. Wenn die Leute dann wie die Hühner auf der Stange sitzen und die Gespräche vom Nebentisch mit anhören müssen, macht das keinen Spaß“, findet der Wirt. Im Casele haben sie ihre Privatsphäre. Wer komplett seine Ruhe haben möchte, kann auch einen Private Dining Room für zehn Personen reservieren. Das kostet nicht mehr, aber man kann sogar die Türe schließen.

Raffaele Colonna ist selbst ganz erstaunt, dass der Laden schon so gut läuft. Nur durch Mundpropaganda hat sich die Eröffnung verbreitet wie ein Lauffeuer. Bis Anfang März ist er schon ausgebucht. Der ausgebildete Sommelier hat schon viel Gastro-Erfahrung. Zusammen mit einem Koch führte er zum Beispiel das Barele, eine kleine Weinbar in der Innenstadt.

Die Köche hat der Wirt aus Neapel nach München gelockt

Für sein Restaurant ist er im letzten Jahr extra nach Neapel geflogen, um Köche anzuheuern. Denn das Konzept lautet „cucina e bar del sud“, also süditalienische Speisen und Getränke. Hier stellt man sich seine Gänge selbst zusammen.
Auf der Karte stehen vier Pastagerichte zwischen 19 und 24 Euro – aber immer mit einem besonderen Twist. Seine Scampi bezieht Colonna zum Beispiel nicht vom Tiefkühl-Großhändler, sondern von den Brüdern Matteucci direkt aus Italien. Das Fleisch kommt aus der Region, zum Beispiel von der Metzgerei Gaßner.

Eine eigene Mischung aus Hellem und Pils

Als Hauptgang stehen Fleisch und Fisch auf der Karte, aber auch vegetarische Gerichte. Dazu zwei Desserts und eine Käseauswahl. Wer mag, bestellt sich das Essen im Family-Style, sprich: Alle Gerichte kommen in die Tischmitte und jeder bedient sich davon.

Barchef Bengt mixt Klassiker, aber auch Eigenkreationen für die Gäste. Wer's bodenständig mag, der bestellt das hauseigene Bier.
Barchef Bengt mixt Klassiker, aber auch Eigenkreationen für die Gäste. Wer's bodenständig mag, der bestellt das hauseigene Bier. © Daniel Loeper

Die Weinkarte enthält Tropfen aus verschiedenen Regionen, nicht nur in Italien, für jeden Geldbeutel. Die günstigste Flasche kostet 39 Euro, die teuerste 900. Aber selbst ein italienisches Lokal, das mitten in München ist, muss sich um gutes Bier kümmern. Mit seinen Freunden von Menz Bräu hat Colonna das Menzbier entwickelt, eine Mischung aus Hellem und Pils. Das gibt es für 4,40 Euro nur im Casele. Noch hat die AZ es nicht gekostet. Aber die Erwartungen sind hoch.

Casele

Müllerstraße 25
Di-Do: 18 bis 0 Uhr
Fr-Sa: 18 bis 1 Uhr

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  • Wendeltreppe vor einer Stunde / Bewertung:

    Gute Idee und noch dazu diese Super-Lage.

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