Inspiriert von eigener Krankheit: Münchnerin erfindet Klassisches neu
Der Name Salarte ist Programm. Hier entstehen kunstvolle Salate. "Die Betonung liegt hier nicht auf 'gesund', sondern auf dem Geschmack", sagt Susi Krebs. Die vielen Büromenschen der Innenstadt kommen mittags in ihr Salarte-Lokal, weil es ihnen schmeckt. Aber auch weil sie merken, dass sie nach einem vollwertigen Salat viel besser weiterarbeiten können als nach einer Pizza.
Krebs ist die klassische Quereinsteigerin in der Gastronomie. Eine Krankheit zwang sie vor Jahren zu einer Ernährungsumstellung. Deshalb fing sie an, sich ihre eigenen Salate mit ins Büro zu nehmen. Die Kollegen schauten ihr neidisch beim Essen zu und fragten, ob sie solche nicht für alle zubereiten könnte. Irgendwann hängte sie ihren Job an den Nagel und fing zunächst an, das Büro mit ihren Salaten zu beliefern. Später gründete sie ihre eigene Firma, machte Caterings und probierte ihr Konzept als Pop-up-Laden aus. Inzwischen betreibt sie das Lokal Salarte in der Nähe des Viktualienmarkts.

"Viele verbinden Salat immer nur mit grünem Salat"
Von ihrem Vorleben in der Geschäftswelt profitiert sie trotzdem, wie sie erzählt. Die gute Idee reicht nicht aus, um einen gastronomischen Betrieb zu führen. Aber Krebs arbeitet auch viel mit Intuition, gerade in Sachen Ernährung. Sie hat keine Ausbildung zur Köchin oder Ernährungsberaterin gemacht, weiß aber genau, was dem Körper guttut. "Und ich habe gemerkt, dass ich ein bisschen kreativer bin als andere". Sie kennt den Unterschied zwischen einem schnöden Beilagen-Salat und einem, der besonders schmeckt und nachhaltig satt macht. Zusammen mit einer Ernährungsberaterin hat sie schon viele kreative Kompositionen entwickelt.
"Viele verbinden Salat immer nur mit grünem Salat", sagt Krebs. Dabei seien es gerade die verschiedenen Komponenten, die es ausmachen – und die Dressings! Bei ihr bestehen die Salate immer aus drei Komponenten, einem Sattmacher, etwa Reis oder anderes Getreide, Gemüse wie rote Bete oder Rotkohl und verschiedenen Toppings. Beim AZ-Besuch waren das feine Thymianbirnen, Ziegenkäse und jede Menge mehr.

Jede Komponente ist mit einem eigenen Dressing angemacht
Alle Komponenten sind mit einem eigenen Dressing oder Pesto angemacht und auch hier liegt das Geheimnis: "Die meisten arbeiten mit Balsamico und Senf", weiß Krebs. Dabei gäbe es so viele Möglichkeiten, mit Kräutern etwas Tolles zu zaubern. Ihr Geheimtipp: "Probieren Sie mal Datteln, Senf und Öl", sagt Krebs. "Einfach zusammen pürieren und fertig!" Beim AZ-Besuch war ein Salat mit einem Petersilien-Walnuss-Cranberry-Pesto angemacht, der andere mit Cashew-Pesto. So eine Salarte-Schüssel schmeckt einfach stimmig. Weder fad noch zu sauer, sondern würzig und rund. Ihre Erfahrungen teilt Krebs immer wieder in Dressing-Workshops.

Sie arbeitet außerdem mit der Ölmühle Garting zusammen. Die kalt gepressten Öle und Essige aus dem Chiemgau kommen in all ihre Salate und Suppen. Ein Salat-Trio mit drei Komponenten, einem Aufstrich und Brot gibt es für den kleinen Hunger für 10,50 Euro, für den großen für 13,50 Euro. Wer ganz großen Hunger hat, kombiniert seinen Salat mit einer Suppe (klein 13,50 Euro, groß 16,50 Euro). (Fast) jeden Samstag veranstaltet das Salarte einen Brunch. Hier haben Interessierte die Gelegenheit, sich durch das Sortiment zu kosten. Über die Feiertage gehen Krebs und ihre Kolleginnen in eine kleine Pause und legen ab dem 7. Januar wieder los.
Salarte
Westenriederstraße 16, Di-Sa: 11 bis 16 Uhr (ab 7.1.26)
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