Heimspiel fürs München '72

Das sympathische kleine Retro-Café hat eine Sommerresidenz bekommen
| Laura Kaufmann
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Daniel von Loeper 5
Von der Terrasse aus hat man einen schönen Blick auf den Olympiaturm.
Daniel von Loeper 5 Von der Terrasse aus hat man einen schönen Blick auf den Olympiaturm.
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Das sympathische kleine Retro-Café hat eine Sommerresidenz bekommen

Manche Gäste finden, der Mittlere Ring hört sich anwie Meeresrauschen. Das ist das einzige Geräusch, das auf die Terrasse des „München ’72 Park“ dringt, und ab und zu ploppt ein Tennisball auf rotem Sand. „Es ist so ruhig hier“, sagt Tom Zufall, der Chef. „Manche Stammgäste vom Café haben schon gesagt, sie fahren jetzt am Wochenende hier raus statt an den See.“

Sonnen, Bier trinken, grillen – das geht auch hier. Zufalls „München ’72“ im Glockenbachviertel ist bis ins kleinste Design-Detail eine Reminiszenz an die Olympischen Spiele in München, und als er letztes Jahr die Ausschreibung für eine kleine Gaststätte im Olympiapark sah, in einem Gebäude gebaut für die Spiele, da musste er einfach vorbeischauen. Und entdeckte die riesige Terrasse.

„Das ist jetzt unsere Sommerresidenz“, sagt er. Knallbunte Hollywoodschaukeln im 70er-Jahre-Look und Retro-Campingstühle sind querbeet auf den Pflastersteinen verteilt, Kühlboxen halten an heißen Tagen das Bier auch draußen angenehm temperiert. „Creme 21“ steht auf den Tischen, damit sich niemand einen Sonnenbrand holt im Park. Getränke holen sich die Gäste selbst drinnen am Tresen, der mit Judomatten und Turnschuhstoff bezogen ist, der „Lederraum“ daneben ist komplett mit Turnkästen verkleidet.

Für den perfekten Retro-Stil hat der Gastronom seine umfangreiche Sammlung bemüht, viel im Internet und auf Flohmärkten gesucht und das Designerbüro „Designliga“ engagiert. „Die Preise sind ein bisschen niedriger als im Café, „wir sind hier ja nicht im Glockenbach“, sagt Tom Zufall, „und es sollen sich auch die Studenten aus dem Oly-Dorf leisten können, herzukommen.“

Der Kühlschrank ist gefüllt mit Einmachgläsern, in denen Hausgemachtes aus dem Glockenbachcafé darauf wartet, verzehrt zu werden: Penne mit Rucola und Walnuss (5,50), Birchermüsli (3,70), Salate zum selbst zusammenbasteln, Sandwiches, und natürlich Grillgut, das die Gäste draußen selbst brutzeln können: Eine Auswahl an allerlei Grillwürsten und etwa Putensteaks (6,30). Kaffee, Tee und Kuchen gehen tagsüber gut, abends kaufen die Gäste lieber das 0,5-Liter Tegernseer Hell für 2,90 Euro, Sprizz (4,50) oder Longdrinks (6,50).

Zum Zeit vertrödeln, bis das Grillfleisch durch ist, bietet sich eine Runde Tischtennis oder Kicker an, blättern in den Zeitschriften, die ausliegen, oder eine Runde Mensch-ärgere-dichnicht. Verliebte verkrümeln sich in eine mit Lampions geschmückte Hollywoodschaukel und werfen ab und an einen Blick auf das Treiben ringsrum.

Zeit lässt sich hier herrlich vertrödeln. „Das ist wie Urlaub hier“, sagt Tom Zufall.


 Kolehmainenweg bei den Tennisanlagen, April bis Oktober Mo. bis Do. 9 – 24 Uhr, Fr. und Sa. 9 – 1Uhr, So. 10 – 22 Uhr, muenchen72.de/park

 

 

 

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