Gemma zum Flaucher

Nach einem halben Jahr Umbau hat der Biergarten in den Isarauen wieder geöffnet. Auch an die Kinder ist gedacht
| Laura Kaufmann
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Erste Gäste sitzen wieder draußen: der Biergarten „Zum Flaucher“ in neuem Gewand.
ho Erste Gäste sitzen wieder draußen: der Biergarten „Zum Flaucher“ in neuem Gewand.

 Endlich kann Antje Schneider sie auch hier anbieten: die berühmten Schmalznudeln der Kugler Alm. „Früher hatten wir im Biergarten Zum Flaucher einfach keinen Platz, um sie frisch zu machen“, sagt sie. Aber die Küche des Gasthauses ist jetzt auf dem neuesten Stand der Technik, herausgerissen, weggeschmissen haben sie alles bis hin zu den Zwischenwänden, nur noch die Fassade stand. „Es war einfach nötig“, sagt Wirtin Schneider.

Zu oft ist zum Beispiel bei Hochbetrieb der Strom ausgefallen. „Alles in allem haben wir und die Brauerei einen siebenstelligen Betrag investiert. Aber es soll den Biergarten noch ein Weilchen geben, und es ist schön geworden.“ Das denkmalgeschützte Jagdschlössl war zugestellt mit kleinen Anbauten hier und da, vieles einfach in die Jahre gekommen. Vor 140 Jahren hatte der Wirt Johann Flaucher das ehemalige Wittelsbacher Jagddomizil in den Isarauen in eine Gaststätte verwandelt, seit ’89 gehört es zur Haberl-Gastronomie. Sechs Monate hatte der Flaucher-Biergarten jetzt nur eingeschränkt geöffnet, mit einer kleinen Karte und hier und da ein bisschen Bohrmaschinen-Lärm im Hintergrund.

„Den Gästen fällt als erstes unsere neue Bestuhlung auf“, sagt Antje Schneider. Einige Reihen Biergartenbänke haben Rückenlehnen bekommen, der Bequemlichkeit wegen. Die Ausgabe ist nicht mehr überdacht, „das war so duster, bei Regen geht doch eh niemand in den Biergarten“, sagt die Wirtin. Heller und offener ist sie gestaltet, so haben die Gäste bessere Einsicht in die Küche. Alles strahlt und blitzt, auch die Hausfassade hat einen neuen Anstrich bekommen.

Und dann ist da natürlich der Spielplatz – der war Antje Schneider als Mutter von vier Kindern zwischen fünf und zehn Jahren besonders wichtig. „Die durften auch beraten“, sagt sie. „Der Ort ist so oder so schon toll für Familien: Wie auf einer Waldlichtung, keine Autos.“ Ein Klettergerüst aus Holz mit Rutsche und Hängebrücke, Sandkasten und Wipptieren, alles gut im Blick zu behalten von den Tischen aus. „Gemma zum Spielen“ sollen die Kleinen sagen wie die Erwachsenen „Gemma zum Flaucher“.

Die Erwachsenen sitzen hier gemütlich bei einer Maß Löwenbräu (6,90 Euro), bei Spareribs (8,90) oder einem halben Hendl (5,90). Wenn’s anfängt zu schütten, was diesen Sommer niemanden mehr überrascht, dient der denkmalgeschützte Unterstand zwischen alten Kastanien als Zuflucht.

Schneiders Papa Hermann Haberl, der den Flaucher-Biergarten seit ’89 leitete und zu dessen Betrieben etwa der Chinesische Turm, der Taxisgarten, die Kugler Alm und die Ochsenbraterei auf der Wiesn zählen, hat den Umbau nicht mehr miterlebt.

„Er war hier mit vollem Herzen dabei, das macht es so traurig“, sagt Antje Schneider. Im Februar ist er gestorben, die Pläne haben sie noch besprochen. „Es ist alles in seinem Sinne“, sagt die Wirtin. „Aber gezeigt hätt’ ich’s ihm schon gern.“


 Isarauen 8, www.zum-flaucher.de, Tel.: 72 326 77

 

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