Brauerei Broy: Diese Münchner brauen das etwas andere Bier

André und Dominik brauen im Hinterhof ihr eigenes, etwas anderes Bier – und hoffen auf eine baldige Schanklizenz.
| Victoria Kunzmann
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Ein "Wohnzimmer für Biertrinker" soll das Broy in der Parkstraße 6 werden. Das Bier wird in der Garage dahinter gebraut.
Sigi Müller 2 Ein "Wohnzimmer für Biertrinker" soll das Broy in der Parkstraße 6 werden. Das Bier wird in der Garage dahinter gebraut.
Bierkästen statt Autos: der Hinterhof in der Parkstraße.
Sigi Müller 2 Bierkästen statt Autos: der Hinterhof in der Parkstraße.

Schwanthalerhöhe - Fünf, sechs Sude habe es gebraucht, bis das Bier trinkbar war. Das ist acht Jahre her. Seitdem experimentieren André und Dominik (beide 27) mit ihrem flüssigen Gold. "Ich habe zwei Jahre lang jeden Tag gebraut, bis ich ein gutes Helles hatte", erzählt Andre. Doch das war ihm noch nicht genug. Er will "das beste Helle" brauen.

Während er im dämmrigen Licht am Metalltank in seiner Garage auf der Schwanthalerhöhe steht, erklärt er: "Es sind absolute Nuancen." Deimling will die Sache mit dem Bierbrauen anders angehen. Er zapft ein Bier aus dem Tank, die Kohlensäure zischt nach oben. Ein frisch-fruchtiges Ale. "Wir wollen ein nachhaltiges, ehrliches und frisches Bier an den Mann bringen."

In einer Harlachinger Garage fing alles an

Dafür wählte Andre den harten Weg. Nachdem er bei einem deutschen Braumeister in London an der Camden Town Brewery gelernt hatte, zog es ihn in seine Heimatstadt München zurück, wo er vor rund vier Jahren mit der eigenen Brauerei startete. Er und sein Partner hatten eigentlich Marketing und BWL studiert, sie begannen in einer Garage in Harlaching. Sie füllten das Bier in 0,3er Dosen, später auch in bunte Flaschen.

Ein "Wohnzimmer für Biertrinker" soll das Broy in der Parkstraße 6 werden. Das Bier wird in der Garage dahinter gebraut.
Ein "Wohnzimmer für Biertrinker" soll das Broy in der Parkstraße 6 werden. Das Bier wird in der Garage dahinter gebraut. © Sigi Müller

Den Weg über den Handel gaben sie schnell wieder auf. "Das passte nicht", sagt Andre. Als Brauerei werde man sehr im Preis gedrückt, das Bier würde unpassend gelagert und stehe zum Teil monatelang.

"Der Kunde muss zum Tank, der Tank muss zum Kunden", beschlossen sie. Seitdem vertreiben sie ihr Bier online über Direktvertrieb, außerdem beliefern sie Kneipen. Etwa zehn Kisten verschicken sie am Tag.

Wann bekommt die Brauerei Broy ihre Schanklizenz?

Die Brauerei Broy ist im Westend zuhause. Doch wie lange noch, ist unklar. Der Besitzer des Gebäudes in der Parkstraße 6 hat einen Bauantrag gestellt. Solange dieser nicht genehmigt ist, kann keine Schanklizenz beantragt werden. Beides soll bald passieren – Andre rechnet damit, im Mai seinen Laden eröffnen zu können.

Bierkästen statt Autos: der Hinterhof in der Parkstraße.
Bierkästen statt Autos: der Hinterhof in der Parkstraße. © Sigi Müller

Hinten in der Garage sind die Biertanks, die Flaschen, die Etiketten und alles, was die beiden zum Brauen benötigen. Vorne ist die Kneipe: "Das Wohnzimmer für Biertrinker", sagt Andre. Die Tanks will er direkt an die Bar stellen – noch frischer kann ein Gast sein Bier nicht bekommen. Andre und Dominik bieten auch Bier-Cocktails an: "Bloody Mary" mit Bier oder "Spiked Radler" aus Radler, Gin, Gurke und Eis.

Die Wände sind unverputzt, an der Decke hängt ein Kronleuchter aus leeren Bierflaschen. Andre ist sicher, dass es klappt. 2018 gab’s einen Testlauf in zeitlich befristeten Pop-Up-Bars. "Das kam super an", sagt er. Die beiden möchten so lange wie möglich im Westend ihren Stammsitz behalten – doch wenn die Bauarbeiten beginnen, müssen sie raus.

Im März öffnet der erste Laden mit Broy-Bier

Wenn sie es in München schaffen, können sie es überall schaffen, so das Credo der beiden. "Nirgendwo ist der deutsche Bierstolz so groß", sagt Andre.

Einen Vorgeschmack, ob das Konzept aufgeht, gibt es ab März in Schwabing: Dann macht Andre den ersten Laden an der Münchner Freiheit auf und bietet dort ihr Helles an. Natürlich frisch aus dem Tank.

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