"Es gibt einen Maßstab jenseits von Geld": Erste Reaktionen auf Reiters FCB-Notbremse

Dieter Reiter räumt nach Verlusten bei der Kommunalwahl beim FC Bayern das Feld. So will er verlorenes Vertrauen für die Stichwahl zurückgewinnen. Politikwissenschaftlerin Münch hat da ihre Zweifel. Die Linke im Stadtrat formuliert klare Forderungen.
AZ/dpa |
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Am Abend der Kommunalwahl sprach Dieter Reiter von einem enttäuschenden Ergebnis - nun zog er Konsequenzen. Ob das reicht, ist sich aber etwa Politikwissenschaftlerin Ursula Münch nicht sicher. (Archivbild)
Am Abend der Kommunalwahl sprach Dieter Reiter von einem enttäuschenden Ergebnis - nun zog er Konsequenzen. Ob das reicht, ist sich aber etwa Politikwissenschaftlerin Ursula Münch nicht sicher. (Archivbild) © Peter Kneffel/dpa

Die Notbremse von Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) beim FC Bayern wirkt aus Sicht von Politikwissenschaftlerin Ursula Münch nicht glaubwürdig. "Mich überzeugt es nicht", sagte die Leiterin der Akademie für Politische Bildung in Tutzing der Deutschen Presse-Agentur. Es blieben Zweifel an der Glaubwürdigkeit, da die Entscheidung, seine Posten bei dem Fußballverein niederzulegen, zu spät komme. Der Schritt wirke "verschleppt", weil es jetzt nicht mehr anders gehe. Auch die Stadtratsfraktion Die Linke hat schon reagiert.

Münch sieht bei Reiter Folge von Kommunikationsfehlern 

Für Münch rutsche Reiter nun von einem Kommunikationsfehler in den nächsten, da die klare Entscheidung ebenso wie die Entschuldigung zu lange habe auf sich warten lassen. Insofern habe sie Zweifel, dass die enttäuschten Anhänger Reiters dieser Schritt jetzt für die Stichwahl überzeugen werde.

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Zuvor hatte Reiter infolge heftiger Kritik und einem enttäuschenden Ergebnis bei der Kommunalwahl seine Posten beim FC Bayern niedergelegt. "Das Vertrauen der Münchnerinnen und Münchner ist mir wichtiger als Mandate oder Vergütungen. Ich hoffe sehr, dass das durch diese Entscheidung deutlich wird", begründete der 67-Jährige seinen Schritt. "Eine Entscheidung, die mir als Bayernfan seit Kindheit definitiv nicht leicht gefallen ist."

"Stichwahl ist absolut offen"

Am 22. März muss Reiter in München in einer Stichwahl gegen den Grünen-Kandidaten Dominik Krause antreten. Münch betonte, dass Reiter dabei immer noch der Favorit sei, er gehe mit Amtsbonus und einem Vorsprung aus dem ersten Wahlgang ins Rennen. Zudem könne man nicht davon ausgehen, dass die Wähler, die in der ersten Runde für andere Kandidaten, etwa den CSU-Bewerber Clemens Baumgärtner gestimmt hätten, jetzt "mit wehenden Fahnen" zu Krause und den Grünen wechselten. "Die Stichwahl ist absolut offen."

Dass CSU-Chef Markus Söder nach der ersten Wahlrunde bewusst keine Wahlempfehlung für die CSU-Anhänger ausgesprochen habe, hält Münch für einen taktisch klugen wie richtigen Schritt. So umgehe er auch die Gefahr, dass seine eigene Glaubwürdigkeit leide, wenn sich der von ihm empfohlene Kandidat nicht durchsetzen würde.

Jagel zur Causa Reiter: "Die Karten liegen immer noch nicht offen auf dem Tisch"

Die Stadtratsfraktion "Die Linke/Die Partei" stellt in ihrer Mitteilung fest, dass es nicht dabei bleiben könne, dass Dieter Reiter die Tätigkeiten in Zukunft niederlegt. "Es ist die richtige Konsequenz, dass Reiter nach einer Entschuldigung nun auch die Ämter niederlegt. Aber ich glaube nicht, dass es genug ist, um das verloren gegangene Vertrauen in das Amt und die gesamte Politik wieder herzustellen. Dafür muss den Vorwürfen auch rechtlich nachgegangen werden, um den Menschen zu zeigen, dass auch ein Oberbürgermeister damit nicht durchkommt." 

Linken-Chef Stefan Jagel. (Archivbild)
Linken-Chef Stefan Jagel. (Archivbild) © Die Linke

Bisher sei nicht klar gewesen, wer für die Höhe der Aufsichtsratsvergütung zuständig sei, heißt es bei der Linken.  Der Fraktion lägen jedoch Papiere vor, "die nahelegen, dass die Hauptversammlung des FC Bayern nicht nur die Aufsichtsräte wählt, sondern auch für die Höhe der Aufsichtsratsvergütung zuständig ist".

"Es gibt einen Maßstab jenseits von Geld"

Die Aufsichtsratsvergütung sei 2017 in Höhe von 50.000 Euro festgelegt worden: "Die aktuelle Höhe ist uns nicht bekannt." Reiters Aussage, er wisse nicht, ob er überhaupt Geld dafür bekomme, scheint dadurch nicht sehr plausibel.  

Stefan Jagel: "Die Karten liegen immer noch nicht offen auf dem Tisch. Reiter muss vor der Wahl für volle Transparenz sorgen. Nur ein Rückzug und Spenden, reicht nicht. Es gibt einen Maßstab jenseits von Geld." Die Linke erwartet bis nächste Woche eine volle Offenlegung aller Details zu Dauer, Entlohnung und Ablauf der Ereignisse.   

Jagel: "Es gibt einen Maßstab jenseits von Geld"

Seine Aussage, er wisse nicht, ob er überhaupt Geld dafür bekomme, scheine dadurch "nicht sehr plausibel". Stefan Jagel: "Die Karten liegen immer noch nicht offen auf dem Tisch. Reiter muss vor der Wahl für volle Transparenz sorgen. Nur ein Rückzug und Spenden reicht nicht. Es gibt einen Maßstab jenseits von Geld." Die Linke erwartet bis nächste Woche eine volle Offenlegung aller Details zu Dauer, Entlohnung und Ablauf der Ereignisse.

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  • Exilloewe III vor einer Stunde / Bewertung:

    Er wollte halt die Sechziger nicht vergrämen, deswegen ist er damit nicht hausieren gegangen. Ist doch verständlich. Ich kann ihn nicht leiden, wähle ihn aber trotzdem, weil ich den anderen noch weniger leiden kann;-)

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  • Witwe Bolte vor 35 Minuten / Bewertung:
    Antwort auf Kommentar von Exilloewe III

    👍

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  • HanneloreH vor einer Stunde / Bewertung:

    Das Ergebnis der Überprüfung zu seinem Verhalten von der übergeordneten Behörde muss auf alle Fälle vorm 22.3. vorliegen

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