Dieter Reiter gibt seine Ämter beim FC Bayern ab: Das passiert mit seinen Nebeneinkünften
Update, 10.05 Uhr: Münchens amtierender Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hat seine Mandate beim FC Bayern mit sofortiger Wirkung niedergelegt und spendet die gesamten Vergütungen für soziale Projekte. Das hat das Rathaus soeben vermeldet. "Das Vertrauen der Münchnerinnen und Münchner steht für mich über allem", so Reiter. Ihm sei deutlich zu verstehen gegeben worden, dass er eine eindeutige und unzweifelhafte Entscheidung treffen müsse. Deshalb habe er den FC Bayern informiert, "dass ich sowohl auf mein Aufsichtsratsmandat als auch auf mein Amt als Verwaltungsbeiratsvorsitzender mit sofortiger Wirkung verzichte".
Reiter teilt in seiner Erklärung nicht nur seinen Rücktritt von den Bayern-Mandaten mit, sondern nennt auch die Summe, die er in seiner Position im Verwaltungsbeirat erhalten hat und was jetzt mit diesem Geld geschehen soll.
Demnach werde er den gesamten Betrag – "90.000 Euro, die ich seit 2021 aufgrund meiner Mitgliedschaft im Verwaltungsbeirat erhalten und natürlich auch jedes Jahr ordnungsgemäß versteuert habe" – an soziale Projekte spenden. Das Geld gehe an das Projekt Mini München und den Verein "Bunt kickt gut". Weitere Fragen sollen in einer Beschlussvorlage für den Stadtrat sowie gegenüber der Regierung von Oberbayern beantwortet werden, so Reiter abschließend in seiner Erklärung.
Das Statement von Dieter Reiter im Wortlaut
"Das Vertrauen der Münchnerinnen und Münchner steht für mich über allem. Deshalb habe ich mich entschieden, meine Mandate im Aufsichtsrat und im Verwaltungsbeirat des FC Bayern München niederzulegen. Eine Entscheidung, die mir als Bayernfan seit Kindheit definitiv nicht leicht gefallen ist. In den vergangenen Tagen ist mir sehr klar geworden – und die Münchnerinnen und Münchner haben es mir auch deutlich zu verstehen gegeben – dass ich hier eine eindeutige und unzweifelhafte Entscheidung treffen muss. Deshalb habe ich den Verein informiert, dass ich sowohl auf mein Aufsichtsratsmandat als auch auf mein Amt als Verwaltungsbeiratsvorsitzender mit sofortiger Wirkung verzichte.
Das schließt auch die Mitgliedschaft im Verwaltungsbeirat mit ein, auf diese verzichte ich ebenfalls. Das Vertrauen der Münchnerinnen und Münchner ist mir wichtiger als Mandate oder Vergütungen. Ich hoffe sehr, dass das durch diese Entscheidung deutlich wird. Gleichzeitig werde ich den gesamten Betrag – 90.000 Euro, die ich seit 2021 aufgrund meiner Mitgliedschaft im Verwaltungsbeirat erhalten und natürlich auch jedes Jahr ordnungsgemäß versteuert habe – an soziale Projekte spenden.
Ich habe mich entschlossen, sowohl das beliebte Projekt Mini München als auch den Verein „Bunt kickt gut“ zu unterstützen. Beides sind Projekte, die für die Förderung von Zusammenhalt, Integration und Demokratie stehen. Die Informationen zu allen weiteren Fragen bezüglich FC Bayern werden gerade gesammelt und in der Beschlussvorlage für den Stadtrat sowie gegenüber der Regierung von Oberbayern beantwortet."
Erstmeldung, 11. März, 9.02 Uhr: Das Ergebnis der Oberbürgermeisterwahl in München war eine Überraschung – für Dominik Krause von den Grünen (29,5 Prozent), der unerwartet als Herausforderer in die Stichwahl geht und vor allem für die Dieter Reiter, der gerade einmal auf 35,6 Prozent der Stimmen kam. In den Prognosen lag der OB zuvor noch bei 45 Prozent. Direkt an der Wahlurne wurde OB Reiter von seinem zweiten Bürgermeister sogar übertrumpft. Dort stimmten 32,5 Prozent der Wählerinnen und Wähler für Krause und nur 30,8 Prozent für Reiter.
Wie konnte es dazu kommen? Ein nicht unwesentlicher Grund dürften die negativen Schlagzeilen rund um die Nebentätigkeit von Dieter Reiter beim FC Bayern gewesen sein. Beinahe täglich gab es neue Enthüllungen um seine Nebentätigkeiten beim Verein. Wie die Abendzeitung berichtete, hätte Reiter nicht nur den Stadtrat damit befassen müssen, bevor er in den Aufsichtsrat des FC Bayern gewählt wurde. Auch in seiner Funktion im Verwaltungsbeirat des Fußballklubs hat er Nebeneinkünfte von mindestens 80.000 Euro (20.000 Euro pro Jahr) nicht genehmigen lassen. Vor 2025 waren alle Nebeneinkünfte ab dem ersten Euro genehmigungspflichtig. Inzwischen gilt eine Grenze von 10.000 Euro pro Jahr.
Gibt Reiter seine Mandate beim FC Bayern wieder ab?
Jetzt spricht Dieter Reiter erstmals über Konsequenzen aus den Skandalen der letzten Wochen. In einem Interview mit dem BR-Politikmagazin "Kontrovers" sagt er, er denke darüber nach, die Mandate beim Fußballverein FC Bayern wieder abzugeben.

Dies äußerte Reiter auf die Frage, wie er gedenke vor der Stichwahl seine Glaubwürdigkeit wiederherstellen zu wollen. Der Oberbürgermeister erwiderte laut BR, dass er sich nicht nur überlege, wie, sondern auch, ob er die Mandate überhaupt weiterhin ausübe. Dazu müsse er auch noch mit dem FC Bayern in Austausch treten. "Insoweit glauben Sie mir, darüber denke ich intensiv nach und ich werde auch rechtzeitig mich dazu äußern", so Reiter gegenüber dem BR.
Reiter will sich den Münchnern stellen
Wie der BR berichtet, will Reiter in den kommenden Tagen auch darüber entscheiden, was mit den Einnahmen aus der Tätigkeit im Verwaltungsrat des FC Bayern geschehen soll. Vor der Stichwahl gegen seiner Herausforderer Dominik Krause von den Grünen will Reiter nach eigenen Angaben auch den Münchnern auf der Straße Rede und Antwort stehen.
Der "Kontrovers"-Beitrag ist am Abend um 21.15 Uhr im BR zu sehen.
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