"Erstmal lahmgelegt": Warum die Stadt den Luise-Kiesselbach-Tunnel nordwärts sperrt
Das sorgt für mächtig Ärger im Südwesten der Stadt, bei Berufspendlern, die auf das Auto angewiesen sind, aber auch in der Nachbarschaft, die wohl während eines Monats mit viel Ausweichverkehr rechnen müssen. Die östliche Röhre des Luise-Kiesselbach-Tunnels, Fahrtrichtung nordwärts, wird vom 1. Juli bis zum 2. August komplett für Bauarbeiten gesperrt.
Das hatte die Stadt schon vergangene Woche mitgeteilt, nun schiebt sie eine detaillierte Erklärung nach, warum das genau jetzt passiert – und warum das aus ihrer Sicht noch die beste aller Möglichkeiten ist.
Sperrung des Luise-Kiesselbach-Tunnels: Stadt erklärt die Bauarbeiten
Dazu sitzen Georg Dunkel (parteilos), der Chef des Mobilitätsreferats und fünf weitere städtische Mitarbeiter aus Mobilitäts- und Baureferat am Donnerstag vor der versammelten Münchner Presse. "Es sind viele Fragen aufgekommen und es gibt für viele sehr gute Antworten", sagt Dunkel.
Zunächst sei der Schaden, der am 17. April 2024 durch einen brennenden Lkw entstand, auch ein Versicherungsfall. "Das können wir nicht ewig aufschieben", so Dunkel.

Der Tunnel konnte damals innerhalb von 20 Stunden provisorisch repariert und wieder freigegeben werden. Jetzt müssen aber der Beton der Tunneldecke und die Sicherheitssysteme wie Brandmelder, Kameras oder die Löschwasserleitungen wiederhergestellt werden.
Das passiert laut Dunkel im Schichtbetrieb, 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche über die Dauer der Vollsperrung der östlichen Röhre. Nur in der Nacht oder am Wochenende zu arbeiten, sei nicht möglich, da alle Systeme "erstmal lahmgelegt" werden müssten, so Dunkel.

"Sorgfältige Abwägung": Warum der Tunnel ausgerechnet jetzt gesperrt wird
Es sei "Ergebnis einer sorgfältigen Abwägung", sagt das Mobilitätsreferat, den Tunnel jetzt zu sperren. Also während auch die Donnersbergerbrücke gesperrt sein wird, während die U-Bahnstationen Poccistraße und Goetheplatz saniert werden und Ersatzbusse fahren, während die Fürstenrieder Straße wegen der Tram-Westtangente eine riesige Baustelle ist, und noch einiges mehr. Die CSU im Stadtrat fordert deswegen eine Aktuelle Stunde in der nächsten Vollversammlung.
Neben Mobilitäts- und Baureferat seien unter anderem Polizei, Feuerwehr, Stadtwerke, MVG, die Bahn und auch die Autobahn GmbH involviert gewesen.
Die Stadt hat einige Maßnahmen getroffen, um den Umfahrungsverkehr möglichst gut zu gestalten: Ein Teil der Baustelle an der Fürstenrieder Straße wird zurückgebaut, damit in Richtung Norden zwei Fahrspuren zwischen A95 / Ausfahrt Kreuzhof und A96 befahrbar sind. Auch die Baustelle Boschetsrieder Straße wird zurückgebaut, sodass Verkehr in beide Richtungen möglich ist. Gleiches gilt für die Baustelle in der Wolfratshauser Straße.
Alternativen im Sommer oder Herbst?
Die Stadt begründet auch, warum sie andere Zeitfenster für weniger geeignet hält: In den Sommerferien ist die Bahnstrecke zwischen Starnberg und München komplett gesperrt, da wäre eine Tunnelsperrung "nicht darstellbar", so die Stadt.
Nach den Sommerferien nimmt laut Stadt der Verkehr zu, die Bahn plant wieder Streckensperrungen zwischen Starnberg und München – und natürlich steht die Wiesn vor der Tür. Eine Baumaßnahme dieser Größenordnung komme da nicht in Betracht. Es sind übrigens aktuell, so heißt es am Donnerstag, die größten Baustellen auf dem Ring, seit die Tunnel gebaut wurden.
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