"Nicht mehr nachvollziehbar": CSU fordert Aufklärung, warum so viele Baustellen den Münchner Westen lahmlegen
Einen Monat lang, vom 1. Juli bis 2. August, wird der Luise-Kiesselbach-Tunnel Richtung Norden gesperrt. Das hat die Stadt am Montag mitgeteilt. Der Grund: Vor zwei Jahren brannte im Tunnel ein Lkw – das verursachte Schäden an der Tunneldecke und an der Technik. Nach dem Brand reparierte die Stadt nur das Nötigste und gab den Tunnel schnell wieder frei. Jetzt kommt die umfassende Sanierung.
Die Stadt empfahl in ihrer Mitteilung, den Münchner Südwesten "großräumig zu umfahren" und "auf andere Verkehrsmittel auszuweichen". "Das klingt wie Hohn für die Menschen, die dort leben und zur Arbeit müssen", findet die CSU-Verkehrspolitikerin Veronika Mirlach. Denn schließlich ist der Luise-Kiesselbach-Tunnel nicht die einzige Baustelle im Münchner Südwesten – und nicht nur Autofahrer sind betroffen.
Auch im ÖPNV gibt es Einschränkungen
Die CSU zählt in ihrer Mitteilung auf: Baustelle an der S-Bahn-Station Westkreuz, Baustelle an der Stammstrecke, Baustelle an der U3/U6, weil die U-Bahn-Stationen Poccistraße und Goetheplatz saniert werden. Mit dem Auto stecke man ebenfalls im Dauerstau wegen Baustellen an der Landshuter Allee, an der Unterführung Lindwurmstraße, an der Fürstenrieder Straße, an der Lindauer Autobahn. Im Juli soll zudem die Donnersbergerbrücke gesperrt werden und gleichzeitig auch noch der Luise-Kiesselbach-Tunnel.
"Die Menge an gleichzeitigen Sperrungen ist für die Verkehrsteilnehmer nicht mehr nachvollziehbar", sagt Veronika Mirlach. "Egal ob man S-Bahn, U-Bahn oder Auto fährt – irgendwo bleibt man immer stecken. Inzwischen braucht man im Berufsverkehr vom Münchner Südwesten in den Norden oft länger als aus Augsburg oder Ingolstadt."
Sie findet: "Die Koordinierung solcher Maßnahmen muss dringend verbessert werden." Mirlach fragt sich, warum die Tunnelsperrung nicht in den Ferien erfolgen könne. Immerhin sei der ursächliche Brand schon mehr als zwei Jahre her. Um das zu besprechen, beantragt die CSU nun eine Aktuelle Stunde in der nächsten Vollversammlung am 1. Juli, bei der die Verwaltung Antworten geben muss. Die CSU beobachtet nämlich, dass die Verwaltung solche Entscheidungen zu Baustellen oft selbstständig treffe, ohne den Stadtrat zu befassen.
"Natürlich ist die Baustelle ärgerlich"
Der Chef des Bezirksausschusses Sendling-Westpark, durch den der Luise-Kiesselbach-Tunnel führt, sieht die Sache gelassener. BA-Chef Günter Keller (SPD) sagt: "Natürlich ist die Baustelle ärgerlich, weil sich der Verkehr auf die Oberfläche verlagert. Aber sie ist eben notwendig."
Von der Stadt wünscht er sich, dass sie großräumig auf die Sperrung des Luise-Kiesselbach-Tunnels hinweist – und das dann auch mit den Bezirksausschüssen bespricht. Denn schließlich kennen sich die Bezirksausschüsse in den betroffenen Vierteln oft am meisten aus, meint er.
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