Eggarten-Abriss: ÖDP stellt Strafanzeige

Gerade werden die alten Häusl entrümpelt, bald kommen die Bagger. Die geplante Neubausiedlung auf dem Eggarten-Areal vertreibe Hunderte geschützter Fledermäuse und verstoße gegen das Naturschutzgesetz, erklären die Stadträte der ÖDP.
| Irene Kleber
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
3  Kommentare Artikel empfehlen
2019 filmt der Bayerische Rundfunk, während Eggarten-Freunde gegen den Abriss protestieren.
2019 filmt der Bayerische Rundfunk, während Eggarten-Freunde gegen den Abriss protestieren. © privat

Nun wird es bitterernst im Paradies. Seit zwei, drei Tagen ist ein Entrümplungskommando als Vorhut eingefallen im 21 Hektar großen verwilderten Noch-Idyll, das in der Lerchenau entstanden ist, seit niemand mehr in der historischen Eisenbahnerkolonie wohnt.

Noch ist der Eggarten in der Lerchenau eine (verlassene) Grünoase.
Noch ist der Eggarten in der Lerchenau eine (verlassene) Grünoase. © Foto Hajo Dietz, CA Immo

Die Truppe hat angefangen, die alten Häuslein der Eggarten-Siedlung zu entrümpeln. Denn in Kürze sollen Bagger kommen, um rund 30 Häuschen, die Gärten und den alten Baumbestand niederzuwalzen. Die Grundstückskäufer CA Immo und Büschl wollen bis zu 2.000 Wohnungen für 5.000 Menschen bauen (AZ berichtete).

Lesen Sie auch

Lesen Sie auch

Städträte fordern den sofortigen Abriss-Stopp

Aber die Eggarten-Freunde, die seit Jahren gegen die Zerstörung dieser grünen Oase kämpfen, geben ihren Widerstand nicht auf. Am Donnerstag haben die Stadträte Tobias Ruff (ÖDP) und Dirk Höpner (München-Liste) Strafanzeige bei der Münchner Staatsanwaltschaft erstattet - und zwar wegen eines "Verstoßes gegen das Bundesnaturschutzgesetz".

Sie fordern außerdem, dass die Untere Naturschutzbehörde sofort die Entrümplung und den Abriss stoppt. Es liege "zweifelsfrei ein Verstoß gegen § 44 (1) 3 (Zerstörung von Ruhestätten)" vor. Das sei "nach § 71 (1) in Verbindung mit § 69" strafbar.

So soll die Neubausiedlung mal aussehen.
So soll die Neubausiedlung mal aussehen. © Studio Wessendorf mit Atelier Loidl Landschaftsarchitekten

"Setzen uns weiter zur Wehr"

"Die verlassenen Häuser sind inzwischen Wohnort von Hunderten von besonders geschützten Fledermäusen", erklärt Ruff. Experten hätten Wasserfledermäuse beobachtet, kleine Bartfledermäuse, Zwerg-, Weißrandfledermäuse und große Abendsegler. "Die müssen jetzt bald in den Kellern ihr Winterquartier beziehen."

Man werde sich weiter dagegen zur Wehr setzen, dass Natur-, Klima- und Artenschutz "der Profitgier Einzelner geopfert" wird. Ruff zur AZ: "Wir hoffen, dass wir die Bagger noch stoppen können."

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 3  Kommentare – mitdiskutieren Artikel empfehlen
3 Kommentare
Artikel kommentieren