Die Stadt München baut in Zukunft aus Holz

Die Hälfte der Gebäude auf städtischem Grund sollen künftig aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz bestehen. Vorbild ist der Prinz-Eugen-Park.
| Emily Engels
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Holzbauten und eine vielfältige Bepflanzung, wie hier etwa in Form eines Gemeinschaftsgartens. Im Prinz-Eugen-Park hat die Stadt eine ökologische Mustersiedlung geschaffen.
Holzbauten und eine vielfältige Bepflanzung, wie hier etwa in Form eines Gemeinschaftsgartens. Im Prinz-Eugen-Park hat die Stadt eine ökologische Mustersiedlung geschaffen. © Daniel von Loeper

München - Die Fassaden in ihren verschiedenen beige- und brauntönen wirken elegant. Und obwohl sie allesamt aus Holz sind, wirken sie überraschend unterschiedlich. 566 Wohnungen sind in der ökologischen Mustersiedlung im Prinz-Eugen-Park in Bogenhausen entstanden. Und zwar in vielfältigen Gebäudetypen, bis hin zu sieben Stockwerken. 80 Prozent der Wohnungen sind Mietwohnungen, der Rest selbstgenutzter Eigentum. Insgesamt entstehen im Prinz-Eugen-Park 1.800 Wohnungen, davon 50 Prozent gefördert.

Alle Gebäude haben eins gemeinsam: Holz

Was alle Gebäude der Mustersiedlung, davon eins von der städtischen Gewofag und ein weiteres von der GWG, gemeinsam haben: Je nach Gebäudeart enthalten sie mindestens zwischen 50 und 150 Kilogramm Holz pro Quadratmeter Holzfläche.

Architekt Ulf Rössler.
Architekt Ulf Rössler. © Daniel von Loeper

Architekt Ulf Rössler erklärt bei einem Pressespaziergang, zu dem das Planungsreferat am Dienstagabend eingeladen hat: "Einige haben nur die Wände aus Holz gebaut, andere sogar die Decken." Letzteres ist nicht zuletzt aus brandschutztechnischen Gründen deutlich aufwendiger — und teurer. Die Holzbauweise kostet bis zu 25 Prozent mehr.

13,6 Millionen Euro Förderung für Musterbausiedlung 

Für die Holzbausiedlung hat die Stadt ein eigenes Förderprogramm in Höhe von 13,6 Millionen Euro ins Leben gerufen. Die Bauherren erhielten jeweils einen Zuschuss für die höhere Bausumme. Eine sinnvolle Investition, findet Stadtrat Paul Bickelbacher (Grüne).

Paul Bickelbacher und Simone Burger schauen sich die Siedlung an.
Paul Bickelbacher und Simone Burger schauen sich die Siedlung an. © Daniel von Loeper

Denn durch die ökologischen Holzanteile, die in der Siedlung verbaut wurden, können etwa 13.000 Tonnen CO² langfristig gespeichert werden. Bei dem Holz handelt es sich überwiegend um Fichte, die aus Österreich oder aus der Schweiz stammt.

Prinz-Eugen-Park ausgezeichnet mit Preis für nachhaltiges Bauen

Stadtbaurätin Elisabeth Merk (parteilos) findet, die Holzbauweise würde "neue Maßstäbe für die nachhaltige Stadtentwicklung setzen". Und ist damit nicht allein: Der Prinz-Eugen-Park wurde vergangene Woche beim Bundespreis "Umwelt und Bauen" mit einer Anerkennung ausgezeichnet.

Stadträtin Simone Burger (SPD) findet, dass die Mustersiedlung noch etwas anderes zeigt. Sie erklärt: "Und zwar, wie wichtig es ist, dass die Stadt ihre eigenen Flächen besitzt." Denn nur so könne man steuern, wie und was darauf gebaut wird.

Ein Rondell, über das die verschiedenen Wohnungen zugänglich sind.
Ein Rondell, über das die verschiedenen Wohnungen zugänglich sind. © Daniel von Loeper

Die Stadt will zukünftig deutlich mehr auf Holzbau setzen. Das Ziel formuliert das Planungsreferat: 50 Prozent der Gebäude auf städtischen Flächen sollen künftig auf diese Art gebaut werden. So auch die Bauprojekte zweiter Realisierungsabschnitt in Freiham, das Kreativquartier, die Bayernkaserne und die Henschelstraße (Lochhausen).

Ein mehrstöckiges Holz-Gebäude.
Ein mehrstöckiges Holz-Gebäude. © Daniel von Loeper

Hinzukommen soll noch ein Projekt, über das der Stadtrat Ende des Jahres entscheiden soll: die Hochmuttinger Straße in Feldmoching. Hier sollen etwa 600 neue Wohnungen entstehen.

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