Die längste Fahrt, das höchste Trinkgeld: Kuriose Taxi-Statistiken aus München

Seit 15 Jahren lassen sich in München Taxis über die App "Freenow" buchen. Nun hat das Unternehmen interessante (und absurde) Informationen über die Taxinutzung der Münchnerinnen und Münchner veröffentlicht.
Taxler haben laut "Freenow" in München in den 15 Jahren mehr als 112 Millionen Kilometer zurückgelegt. Oder anders formuliert: Sie haben insgesamt vier Millionen Mal den Mittleren Ring umrundet oder sind 146 Mal zum Mond und zurückgefahren.
Die weiteste Fahrt, das beliebteste Ziel
Die weiteste Fahrt, die ein "Freenow"-Taxler zurückgelegt hat, war ganze 670 Kilometer lang. Der Kunde wollte von Schwabing zum Zürichsee in der Schweiz – und wieder zurückgefahren werden.
Und auch das größte Trinkgeld hat es in sich, da war jemand sehr spendabel: 150 Euro gab es für eine Fahrt – welche ist allerdings nicht bekannt.
Am meisten fahren die Münchner in der Maxvorstadt Taxi, seit 2011 starten dort die meisten Fahrten, und zwar in der Postleitzahl 80333, also rund um den Königsplatz.
Das Ende der meisten Fahrten wiederum ist die Postleitzahl 80335, also wenig überraschend rund um den Hauptbahnhof.
Selbstverständlich fahren auch viele Touristen mit dem Taxi umher. Am häufigsten zur Theresienwiese, außerdem sehr beliebt sind der Marienplatz, der Olympiapark und die Allianz Arena.
Immer mehr elektrisch, immer weniger Bargeld
Was "Freenow" auch festgestellt hat: Immer mehr Fahrten sind elektrisch. Von nur 0,4 Prozent im Jahr 2011 bis über 10 Prozent im Jahr 2025. Bargeld spielt derweil kaum noch eine Rolle: Fast 90 Prozent der Fahrten werden bargeldlos bezahlt, 2011 war es nur ein Viertel aller Fahrten laut "Freenow".
"Freenow" ist gestartet als harter Taxi-Konkurrent, so wie "Uber", mit Kampfpreisen und einem einfach bedienbaren Buchungssystem per App. Vor zwei Jahren hat das Unternehmen aber die Strategie gewechselt und entschieden, mit den lokal etablierten Taxiunternehmen zusammenzuarbeiten. Im Juli des vergangenen Jahres hat das US-Unternehmen "Lyft" "Freenow" übernommen.
Zuletzt war "Freenow" in München im vergangenen Sommer in den Schlagzeilen, als es darum ging, für Mietwagen einen Mindestpreis festzulegen. Damit sollte der Vorteil, den taxiähnliche Anbieter wie "Uber" gegenüber herkömmlichen Taxis haben, ausgeglichen werden. Die sind bereits an einen Mindestpreis gebunden. "Freenow" unterstützt diesen Mindestpreis für Mietwagen. Nach einer Intervention von Noch-Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hatte der Stadtrat sich dann darauf geeinigt, das Thema zu verschieben und "Uber" die Gelegenheit zu geben, Vorschläge zur Lösung des Problems zu machen. Zuletzt hat die Linke im Stadtrat im Februar gefordert, sofort den Mindestpreis für Mietwagen einzuführen.