Die ganze Halle spielt verrückt

Ab Mitternacht wird’s voll: Die Wiesn-Partys in der Schranne dauern bis fünf Uhr in der Früh.
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Bis zu 2500 Leute passen in die Schrannenhalle. Zur Wiesn ist die Stimmung immer gut. Jeden Samstag Abend von 19 bis 22.30 Uhr spielen die „Holledauer Musikanten“ Blasmusik.
Daniel von Loeper Bis zu 2500 Leute passen in die Schrannenhalle. Zur Wiesn ist die Stimmung immer gut. Jeden Samstag Abend von 19 bis 22.30 Uhr spielen die „Holledauer Musikanten“ Blasmusik.

Ab Mitternacht wird’s voll: Die Wiesn-Partys in der Schranne dauern bis fünf Uhr in der Früh.

Seidig-rote Edeldirndl, speckige Lederhosen, teure Trachtenjanker und billige Filzhüte: Das After-Wiesn-Clubbing in der Schranne zeigt einen Querschnitt durch das typische Oktoberfest-Klientel. Die Geldigen aus dem Käferzelt, die Schönen aus dem Schützenzelt und die Touristen aus dem Löwenbräu: Alle sind sie da und feiern, querbeet durch alle Alters- und Gesellschaftsklassen.

Zur Begrüßung gibt’s einen Willi oder einen Prosecco, je nach Gusto. Ab 24 Uhr füllt sich die Schrannenhalle allmählich. Die Bierbänke erwarten die Gäste schon in Reih’ und Glied, rot-weiß-karierte Tischdecken versuchen in der riesigen Halle, Gemütlichkeit zu verbreiten, ein Security im blauen Hemd schlendert vorbei. Skandal im Sperrbezirk? Wahrscheinlich eher nicht. Schickeria? „Jeder spuilt an Superstar und sauft an Schampus an der Bar.“ Das schon eher.

Bis um fünf Uhr in der Früh oder noch länger geht die Party in der Schranne, die ganze Nacht sind die verschiedenen Gastro-Stände geöffnet. Die Preise liegen auf Wiesn-Niveau, aber wen interessiert das schon, solange die Currywurst oder die Pizza mit Rucola um 3 Uhr früh richtig gut schmeckt. Die Stimmung ist ausgelassen, die Dirndlschürzen fliegen zu den Rhythmen von „Mambo Nr. 5“, in den Gängen zwischen den Tischen tanzen die Wiesngänger Foxtrott. Auf den Bänken wird nur in Ausnahmefällen getanzt, das Publikum ist entweder zu gut erzogen oder schon zu betrunken, um noch das Gleichgewicht zu halten.

Um die Bar drängt sich eine Gruppe Bayern-Fans. Mit den Biergläsern in der Hand und dem Spezl im Arm schunkeln sie gut gelaunt nach einem Sieg ihres Vereins. „Moskau, fremd und geheimnisvoll“, grölt die Menge. Gleich danach schickt Wolfgang Petry alle in die Hölle. So ein Wahnsinn!

Frank Walser ist zum ersten Mal nach der Wiesn hergekommen, und der 29-jährige Münchner ist soweit zufrieden. „Es ist viel los und es sind viele nette Leute da.“ Mit seinem Freund Stefan Maiberg kommt er direkt aus dem Schottenhamel. Obwohl den beiden die Musik gut gefällt, sitzen Frank und Stefan ein bisschen müde hinter ihren Biergläsern. So lang wolle man auch gar nicht mehr bleiben. Schließlich geht er morgen wieder los, der ganz normale Wiesn-Wahnsinn.

Kathrin Aldenhoff

Après-Wiesn in der Schranne: Alle Infos

Wo: Schrannenhalle, Viktualienmarkt 15, Tel. 518 18 18

Größe: 2600 Leute passen in die Schrannenhalle.

Publikum: Ab 25 Jahren aufwärts.

Preise: Donnerstag 6 Euro Eintritt, am Wochenende 8 Euro, sonst freier Eintritt.

Bier: 3,60 Euro.

Versiffungsgrad: Nicht versifft.

Flirtfaktor: Sehr hoch, quer durch alle Semester wird geflirtet und getanzt, was das Zeug hält.

Trachtenanteil: Etwa 80 Prozent.

Essen: Das übliche kulinarische Angebot der Schranne.

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