Die Folgen der Corona-Krise für München: Eine Stadt steht still

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben 2020 viele Branchen in Atem gehalten, wie Daten vom Planungsverband München zeigen.
| Leonie Meltzer
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Was für Folgen die Corona-Pandemie in München hat, zeigen nun Daten vom Planungsverband München.
Was für Folgen die Corona-Pandemie in München hat, zeigen nun Daten vom Planungsverband München. © AZ

München - Erste Zahlen zum Corona-Jahr: Der Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München (PV) hat am Mittwoch seine jährlichen Regionsdaten für 2019 und erstmals auch zum Coronajahr 2020 in München veröffentlicht. Während die Entwicklung 2019 normal verlief - Anstieg der Einwohner- und Beschäftigtenzahl, geringe Arbeitslosenquote, Anstieg des Bruttoinlandsprodukts - zeigeen die Daten von 2020 dieAuswirkungen der Pandemie und den Stillstand, der die Stadt fest im Griff hat - bis heute.

Die Zahlen für die demografische Entwicklung, den Handel, den Tourismus, den Arbeitsmarkt und das Mobilitätsverhalten im Überblick.

Zuzug gestoppt

Die Corona-Pandemie hat den Zuzug nach München und ins Umland im vergangenen Jahr gestoppt - zumindest vorübergehend. Der PV geht davon aus, dass die Bevölkerungsentwicklung in Bayerns größtem Ballungsraum im vergangenen Jahr erstmals seit Jahren weitgehend stagnierte. Demnach liege die Einwohnerzahl Münchens wie im Vorjahr bei etwa 1,48 Millionen Menschen, schreiben die Fachleute des Verbands in der Einschätzung. Zugrunde liegen die Daten des Statistischen Landesamts für die ersten drei Quartale. Im Münchner Umland sei die Bevölkerung demnach mit 1,44 Millionen Menschen ebenfalls konstant geblieben. 2019 war die Einwohnerzahl der Landeshauptstadt um 13.000 Neu-Münchner kräftig gestiegen.

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So steht es um den Tourismus

Lockdown, Beherbergungsverbote, Reisebeschränkungen - besonders die Tourismusbranche trafen die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie besonders hart. Den ersten Einbruch registrierte der PV im ersten Lockdown im März 2020. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnete der Landkreis Miesbach zum Beispiel im April 2020 gerade mal fünf Prozent der Gästeübernachtungen, in der Landeshauptstadt übernachteten vergleichsweise neun Prozent. Auch im Sommer beherbergte die Region nur halb so viel.

Schwierige Zeiten für den Einzelhandel

Mit dem Wegbleiben der Touristen fiel auch eine der wichtigsten Einkäufergruppen in der Region München weg. Laut Jahreswirtschaftsbericht der Stadt hat der Tourismus 2019 allein in der Landeshaupstadt Umsätze in Höhe von 8,29 Milliarden Euro beschert, davon 2,96 Milliarden Euro im Einzelhandel. Mit dem Wegfall des Oktoberfestes soll die regionalle Wirtschaft 2020 etwa 1,2 Milliarden Euro weniger eingenommen haben. In Bayern beeinflusste die Pandemie den Einzelhandel sehr unterschiedlich. So meldete das Statistische Landesamt für 2020 insgesamt eine Umsatzsteigerung von 6,3 Prozent, wobei der Online-Handel mit 23,9 Prozent das größten Umsatzplus machte. Der Handel mit Textilien, Bekleidung und Schuhen büßte einen Umsatz von -8,1 Prozent ein. Während im Handwerk das Baugewerbe recht gut dastand, ist bei Friseuren, Gold- und Silberschmieden der Umsatz komplett weggebrochen.

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Die Auswirkungen auf Wirtschaft und Arbeitsmarkt

Die Auswirkungen des Lockdowns schlagen sich auch in den Arbeitslosenzahlen im Januar 2021 nieder. In der Region München waren rund 20.000 mehr Beschäftigte arbeitslos gemeldet als in den Vormonaten. Die Zahl der Kurzarbeiter stieg im April und Mai 2020 - im ersten Lockdown - auf über 250.000, was einem Sechstel aller Sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Region München entspreche, so der PV. Die Arbeitslosenquote in der Region lag jedoch insgesamt im Jahr 2020 unwesentlich höher als im Vorjahr und auch der Anstieg im Januar 2021 sei vergleichsweise moderat. "Nach zwei Dellen 2020 und vermutlich auch noch 2021 wird sich die Wirtschaft schnell erholen, und damit werden auch die Menschen wieder verstärkt in die Region München ziehen", prognostizierte der PV-Geschäftsführer Christian Breu gestern in einer Mitteilung.

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