CSU und SPD: Der Isarstrand sorgt weiter für Zoff

CSU und SPD sind sich immer noch nicht einig, wer bei der Vergabe das letzte Wort haben soll. Nun geht der Streit in die nächste Runde.
| Florian Zick
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Um dieses Idyll tobt ein erbitterter Streit: der Isarstrand am Vater-Rhein-Brunnen.
Daniel von Loeper Um dieses Idyll tobt ein erbitterter Streit: der Isarstrand am Vater-Rhein-Brunnen.

München - Nach den Querelen um den Isarstrand am Vater-Rhein-Brunnen sollte heuer eigentlich alles viel einfacher laufen. Viel gemütlicher und relaxter – so wie es die Veranstaltung eben auch ist. Doch aus den guten Vorsätzen ist irgendwie nichts geworden.

Um die Frage, wer die Sommersause ausrichten darf, wird dieses Jahr fast noch erbitterter gestritten als im vergangenen Jahr. Grund dafür ist eine parteipolitische Auseinandersetzung. Die Fraktionen von CSU und SPD im Rathaus haben unter den beiden Hauptbewerbern nämlich durchaus unterschiedliche Favoriten.

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Dass es über den Isarstrand überhaupt zu einem solchen Parteienzoff kommen konnte, hängt natürlich auch mit den potenziellen Ausrichtern selbst zusammen: Benjamin David von den Urbanauten ist zwar Grüner, ihm werden aber auch Sympathien aus CSU-Reihen nachgesagt. Dierk Beyer von der Urban League dagegen hat bei der vergangenen Kommunalwahl auf der Liste der SPD kandidiert.

Als der Stadtrat vor ein paar Wochen die Vergabekriterien für den Isarstrand beschlossen hat, kam es deshalb zu einem kleinen Putsch. Eine Art Jamaika-Koalition aus CSU, Grünen und der Fraktion um den FDP-Mann Michael Mattar kegelte das eigentlich für die Vergabe zuständige Kreisverwaltungsreferat (KVR) einfach aus dem Verfahren.

Der Grund für dieses eher ungewöhnliche Manöver ist ganz einfach zu erklären: Entscheidet das rot geführte KVR, so die Befürchtung der CSU, gewinnt sicher die Urban League von Dierk Beyer. Entscheidet aber der Stadtrat, hat man eine gute Chance, Benjamin David und seine Urbanauten zum Sieger zu küren.

Am morgigen Mittwoch wird es nun zum erneuten Showdown im Stadtrat kommen. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hat die Ausbootung des KVR beanstandet. Seine Rechtsabteilung hält es für nicht zulässig, eine städtische Behörde einfach so von ihren Entscheidungsbefugnissen zu entbinden.

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Die Fraktionsspitzen von CSU und SPD haben gestern deshalb noch einmal nach einem Kompromiss gesucht. Der Isarstrand wäre schließlich nicht die erste Veranstaltung, wo der Stadtrat die Vergabe macht, sagt SPD-Chef Alexander Reissl. „Bei der Wiesn und bei den Dulten bestimmen wir auch, wer drauf darf.“ Das aber halt immer auf Grundlage eines Vorschlags der städtischen Verwaltung.

Die CSU will sich darauf noch nicht so recht einlassen. Seine Partei werde im Grunde bei ihrer Haltung bleiben, sagt der Fraktions-Vize Michael Kuffer. Für ihn sei aber vorstellbar, dass statt dem KVR eine Jury die Kandidaten bewertet, bevor der Stadtrat die endgültige Entscheidung trifft.

Es riecht also schwer nach einem erneuten Schlagabtausch morgen im Stadtrat. Der Umstand, dass sich mit Reinhard Straßer mittlerweile ein dritter namhafter Veranstalter um den Isarstrand bewirbt, macht die Sache indes nicht einfacher.

Straßer hat sich in München einen Namen als Organisator des sommerlichen Freiluftkinos am Olympiasee gemacht. Aber immerhin: Straßer hat keine Partei im Rücken. Er hat sich vielmehr bloß beworben, weil ihm das parteipolitische Geschacher auf die Nerven geht.

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