Bus-Offensive in München: Ja zu Kombi-Spuren

Der Stadtrat beschließt 14 Maßnahmen zur Beschleunigung. Dazu gehören gemeinsame Rad- und Busstreifen.
| Emily Engels
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München: Ein Linienbus steht zwischen zahlreichen Autos im Verkehr.
Fabian Nitschmann/dpa München: Ein Linienbus steht zwischen zahlreichen Autos im Verkehr.

München - An 14 Stellen in der Stadt sollen Busse schneller vorankommen. In dem Maßnahmenpaket, das der Stadtrat jetzt beschlossen hat, geht es um Buslinien, bessere Ampelschaltung und Halteverbote für Autos. Doch ob die geplanten Maßnahmen Busse wirklich beschleunigen werden, bezweifeln einige. Ein Kritikpunkt gilt den Plänen für die Wendl-Dietrich-Straße, die Dietlindenstraße und die Herzogstraße. Hier sind gemeinsame Bus- und Radspuren geplant.

Cornelius Müller, Vorsitzender des Betriebsrats der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG), hatte davor gewarnt, dass kombinierte Spuren

Statt Kombi-Spuren: Grüne fordern mehr Radstreifen

Auch Stadtrat Paul Bickelbacher (Grüne) bemängelte: "Dass der Bus an den Stellen hinter Radlern hinterherfahren muss, ist nicht wirklich ideal." Deshalb forderten die Grünen statt gemeinsamen Spuren vielmehr Radstreifen, auf denen auch Busse fahren dürfen. Bickelbacher erklärte: "Dann bestünde zumindest die Möglichkeit, dass Busse auf die Auto-Spur ausweichen."

Bei ausgewiesenen Busspuren dürfen sie das nicht. Doch der Grünen-Antrag fand im Stadtrat keine Mehrheit. Genauso wenig wie der Antrag, dass Busse an Haltestellen in Straßen mit einer Richtungsfahrspur von Autos nicht mehr überholt werden dürfen.

Jens Röver über Kombi-Spuren: "Ich sehe sie als Pilotprojekt"

Stadtrat Jens Röver (SPD) bekannte sich zu allen 14 Maßnahmen – auch zu den kombinierten Rad- und Busspuren. Er sagte: "Ich sehe sie als Pilotprojekt." Die SPD-Forderung, dass dem Stadtrat berichtet werden soll, ob sich die gemeinsame Nutzung von Bus- und Radlspuren bewährt, fand Zustimmung.

FDP-Fraktionschef Michael Mattar kritisierte derweil, dass Taxis keine Berücksichtigung finden. Mattar: "Sie gehören auch zum ÖPNV."

Lobende Worte gab es von MVG-Chef Ingo Wortmann: "Wir freuen uns, dass der Stadtrat den Weg für die Busbeschleunigung freigemacht hat." Er kündigte an: "Es wird nicht das letzte bleiben." Tatsächlich hatte die MVG vor zwei Jahren 50 Maßnahmen für die Busbeschleunigung vorgeschlagen. Die 14, die jetzt kommen, sind zumindest ein erster Schritt.


Hier soll es bald schneller gehen

  • Donnersbergerbrücke: Die Fahrspur (Ostseite zur Arnulfstraße) soll in zwei Spuren aufgeteilt werden: eine für Autos, eine für Busse.
  • Rotkreuzplatz: Zwischen Andrée- und Winthirstraße soll eine Busspur auf Kosten von 36 Stellplätzen her.
  • Trappentreustraße (Westend): Die Busspur wird verlängert.
  • Ampfingstraße (Berg am Laim): Die rechte Fahrspur wird zur Busspur.
  • Ludwigstraße: Die rechte Fahrspur wird zur Busspur.
  • Moosacher Straße/Frankfurter Ring: Die Ampeln sollen zugunsten des Busverkehrs umgeschaltet werden.
  • Rosenheimer Straße/Innsbrucker Ring/A8: Bessere Ampelschaltung für Busse.
  • Dietlindenstraße/Potsdamer Straße: Östlich der Klementinenstraße soll die rechte Fahrspur zur Busspur werden, westlich soll die Radspur verbreitert und für Busse freigegeben werden.
  • Herzogstraße (Schwabing): 18 Pkw-Stellplätze sollen für die Busbeschleunigung weichen.
  • Weitlstraße (Hasenbergl): Halteverbot: 18 Parkplätze müssten hier weg.
  • Ittlingerstraße (Hasenbergl): Für eine Busspur sollen 30 Parkplätze weichen.
  • Wendl-Dietrich-Straße: Kombinierter Bus- und Radstreifen.

Lesen Sie hier: Bus-Offensive in München - Gefährliche Ignoranz

Lesen Sie auch: Debatte im Stadtrat um das Klinikum Harlaching

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