Böllerverbot offiziell: München bereitet sich auf Silvesternacht vor

Jetzt ist es offiziell: In ganz Deutschland wird es vor Silvester ein Verkaufsverbot von Feuerwerk und Böllern geben. Auch in München wird nicht geknallt, das stellte OB Dieter Reiter bereits im Vorfeld klar.
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Dezember 2019: Ein Schild weist in der Münchner Fußgängerzone auf das Feuerwerkverbot hin. Dieses wird es auch in der kommenden Silvesternacht wieder geben. (Archivbild)
Dezember 2019: Ein Schild weist in der Münchner Fußgängerzone auf das Feuerwerkverbot hin. Dieses wird es auch in der kommenden Silvesternacht wieder geben. (Archivbild) © Djordje Matkovic

München - Auch dieses Jahr wird die Silvesternacht recht ruhig ausfallen – diesmal sogar in ganz Deutschland. Das ist spätestens seit der Ministerpräsidentenkonferenz am Donnerstag klar.

Bund und Länder einigten sich bei den Beratungen auf ein Verkaufsverbot von Feuerwerk und Böllern. Zudem soll es Versammlungsverbote in der Nacht des Jahreswechsels geben, große Menschenansammlungen sollen in jedem Fall vermieden werden. Auch im Hinblick auf die ohnehin schon überfüllten Intensivstationen und mögliche Böller-Opfer. Zudem werden die Kommunen gebeten, an "publikumsträchtigen" Plätzen ein Verbot von Böllern und Feuerwerk durchzusetzen.

Dass es dieses Verbot in München geben wird, ist bereits so gut wie sicher. Schon vor etwa eineinhalb Wochen schob OB Dieter Reiter (SPD) den Böller-Plänen einen Riegel vor. "Wahrscheinlich wird in München gar nicht geknallt. Das habe ich fest vor, das Thema Feuerwerk und Böller in München dieses Jahr nicht mehr zu machen", sagte er beim "Sonntags-Stammtisch" im BR.

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Böllerverbot in der Münchner Innenstadt

Bereits seit einigen Jahren gibt es in München ein Böllerverbot in der Silvesternacht. Das Kreisverwaltungsreferat (KVR) arbeitet nach AZ-Informationen bereits an einer Allgemeinverfügung für die kommende Silvesternacht. Konkret sollen Böller und Raketen in der Fußgängerzone zwischen Stachus und Marienplatz sowie dem Viktualienmarkt verboten werden. "Hintergrund sind die enormen Menschenmassen und die teilweise wirklich gefährlichen Zustände in den letzten Jahren", heißt es aus der Behörde. Auch ein Böllerverbot innerhalb des Mittleren Rings ist wieder geplant.

Für die Hersteller von Feuerwerkskörpern bedeutet das beschlossene Verbot "mit aller Wahrscheinlichkeit den Todesstoß für die gesamte Feuerwerksbranche in Deutschland". Den 3.000 Beschäftigten der Branche drohe die Arbeitslosigkeit, warnte der Verband der pyrotechnischen Industrie (VPI) am Donnerstag.

"Das ist ein symbolisches Verbot auf unserem Rücken"

"Mit der Entscheidung gegen Feuerwerk haben Bund und Länder auf Basis von falsch gesetzter Panik riskiert, dass es jetzt endgültig aus sein könnte für unsere Branche", sagte der VPI-Vorsitzende Thomas Schreiber. Legales Silvesterfeuerwerk führe weder dazu, dass die Notaufnahmen an Silvester ein Problem hätten, noch dazu, dass sich die Situation auf den Intensivstationen verschärfe, sagte Schreiber. "Die Probleme sind übermäßiger Alkoholgenuss und illegale Feuerwerksprodukte."

Klaus Gotzen, Geschäftsführer des VPI, sagte: "Das ist ein symbolisches Verbot auf unserem Rücken und ohne Wirkung." Dabei werde eine gesamte Industrie sich selbst und der drohenden Insolvenz überlassen.

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