Bis jetzt unveröffentlicht: Diese bissigen Nockherberg-Momente kennt noch niemand
Grad' schad' ist es drum, wenn der Nockherberg vorbei ist. Für die Salvatorprobe entsteht jedes Jahr viel lustiges Material, von der Söder-Parodie über das Aiwanger-Bonmot bis hin zum Merz-Fettnapf. Richard Oehmann ist seit 2017 mit Stefan Betz im Autorenteam des Singspiels und führt Regie. Den Rest des Jahres ist er Puppenspieler in Doctor Döblingers geschmackvollem Kasperltheater, schreibt Kinderbücher, Kolumnen und Hörspiele.
Nun veranstaltet er mit "Derbleckereien" Lesungen mit zum Teil unveröffentlichtem Nockherberg-Material. Die AZ hat nachgefragt, worum's da geht.
AZ: Ihr Programm heißt Derbleckereien. Der Nockherberg ist vorbei. Wen derblecken Sie jetzt? Ihre Zuschauer?
RICHARD OEHMANN: Derblecken ist natürlich sinnvoller, wenn die angesprochenen Leute direkt davorsitzen. Leider kann ich aber nicht garantieren, dass alle, die in meinen Texten vorkommen, also Söder, Baerbock oder Scholz, eine Eintrittskarte kaufen. Deswegen werden es Derbleckereien ohne die Derbleckten, auch wenn es unveröffentlichte Texte aus dem Nockherberg-Singspiel sind.
Wie genau stelle ich mir den Abend vor? Sie als Alleinunterhalter?
Genau. Ich sitze da, werde aber nicht nur vorlesen, sondern auch vorspielen. Ich hoffe, dass ich mir eine gewisse Fähigkeit vom Kasperltheater bewahrt habe. Nämlich die, schnell in wechselnde Rollen zu schlüpfen.
Manche Figuren sind einfacher zu parodieren als andere, haben Sie Lieblinge?
Nicht unbedingt. Relativ leicht fallen mir Markus Söder und Hubert Aiwanger. Schwieriger dann dagegen Olaf Scholz oder Christian Lindner. Und zwei Liedtexte mit Angela Merkel machen Spaß, aber da rutsch ich leider manchmal in den Ton von Didi Hallervorden.
Sie lesen aus dem Singspiel vor, aber singen nicht?
Ich habe kein Instrument dabei. Wenn ich singe, dann nur so ungefähre Melodien, weil die Texte ja unvertont sind.
Ihr Publikum ist ein ganz anderes als bei der Salvatorprobe, oder?
Im vergangenen Jahr habe ich das schon in ganz Bayern gemacht. Das Publikum ist je nach Bühne sehr unterschiedlich. Da gibt es das klassische Kabarett-Publikum, beim Gartenbauverein war es aber mindestens genauso lustig. Es gibt Nockherberg-Fans aus allen politischen Ecken, die mehr drüber erfahren wollen.
Muss man den Nockherberg gut kennen, um Ihr Programm zu verstehen?
Ich biete immer an, gewisse Dinge zu erklären. Aber es ist schon praktisch, wenn Leute wissen, was der Nockherberg ist. Das tun aber fast alle. Für norddeutsche Touristen wäre das Programm eher schwer zu verstehen.
Aber eingefleischte Nockherberg-Fans wiederum kennen doch alle Singspiele. Langweilen die sich nicht?
Nein. Gerade der eingefleischte Nockherberg-Fan hat da vielleicht Freude dran. Ich erzähle da ja auch ein bisserl was über die Hintergründe vom Derblecken. Ich biete zwar ein paar Highlights der letzten Jahre, aber größtenteils geht es um unveröffentlichtes Material. Texte, die wir gestrichen haben, weil sie doch nicht reingepasst haben. Zwei Singspiele sind ja kurz vorher der Sendung – einmal wegen Corona, einmal wegen der Ukraine - abgesagt worden. Das von 2022 lese ich komplett.
Nächste Termine:
25. März, 19.30 Uhr, Haus der Weiterbildung, Neubiberg
11. April, 19.30 Uhr, Lach- und Schießgesellschaft, Fat Cat, München
17, April, 20 Uhr, Kulturkneipe, Haimhausen (LK Dachau)

