Bilder von Bauhaus-Bauten in München: Pakete und Briefmarken im Baudenkmal

Ein neues Buch wirft einen beeindruckenden Blick auf einen besonderen Aspekt der Architektur-Geschichte dieser Stadt.
| Felix Müller
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Das Postgebäude am Harras wurde Anfang der 1930er errichtet.
Jean Molitor 10 Das Postgebäude am Harras wurde Anfang der 1930er errichtet.
Für München sehr ungewöhnlich: die geschwungene Fassade der Post am Goetheplatz, in den Obergeschossen befinden sich Wohnungen. Das Gebäude wurde 1931 bis 1933 erbaut.
Jean Molitor 10 Für München sehr ungewöhnlich: die geschwungene Fassade der Post am Goetheplatz, in den Obergeschossen befinden sich Wohnungen. Das Gebäude wurde 1931 bis 1933 erbaut.
1925/26 nach Plänen von Robert Vorhoelzer und Walther Schmidt erbaut: das Paketzustellamt hinterm Circus Krone.
Jean Molitor 10 1925/26 nach Plänen von Robert Vorhoelzer und Walther Schmidt erbaut: das Paketzustellamt hinterm Circus Krone.
Der Amerikanerblock am Steubenplatz in Neuhausen beeindruckt mit runden Eckbalkonen.
Jean Molitor 10 Der Amerikanerblock am Steubenplatz in Neuhausen beeindruckt mit runden Eckbalkonen.
Die "Versuchssiedlung Post- und Telegraphenverband" an der Arnulf- straße, errichtet Ende der 1920er Jahre.
Jean Molitor 10 Die "Versuchssiedlung Post- und Telegraphenverband" an der Arnulf- straße, errichtet Ende der 1920er Jahre.
Die einstige Oberpostdirektion an der Arnulfstraße.
Jean Molitor 10 Die einstige Oberpostdirektion an der Arnulfstraße.
Das Technische Rathaus versucht, die moderne Form des Hochhauses mit der historischen Backsteingotik der Frauenkirche zu versöhnen.
Jean Molitor 10 Das Technische Rathaus versucht, die moderne Form des Hochhauses mit der historischen Backsteingotik der Frauenkirche zu versöhnen.
Karl Badberger errichtete das Eichamt in Nymphenburg zwischen 1926 und 1928 im Stil der Neuen Sachlichkeit.
Jean Molitor 10 Karl Badberger errichtete das Eichamt in Nymphenburg zwischen 1926 und 1928 im Stil der Neuen Sachlichkeit.
Die Wehranlage in Oberföhring wurde 1920 bis 1924 erbaut.
Jean Molitor 10 Die Wehranlage in Oberföhring wurde 1920 bis 1924 erbaut.
Die Siedlung Neu-Ramersdorf am Karl-Preis-Platz.
Jean Molitor 10 Die Siedlung Neu-Ramersdorf am Karl-Preis-Platz.

München - Ein neues Buch wirft einen beeindruckenden Blick auf einen besonderen Aspekt der Architektur-Geschichte dieser Stadt

Andernorts wurde das 100. Bauhaus-Jubiläum 2019 groß gefeiert. In München? Nun ja, der eine oder die andere wird das Jubiläum auch irgendwie mitbekommen haben.

Bauhaus und Bayern, das passt zusammen

Erstaunlich eigentlich. Denn Bauhaus und Bayern - das passt besser zusammen, als man auf den ersten Blick meinen mag. Ur-bayerisch ist Bauhaus natürlich nicht gerade. "Als Walter Gropius und Kollegen ihr funktionalistisches Experiment begannen, pflegte man in südlichen Gefilden den pittoresken Heimatschutzstil", so hat es die AZ geschrieben, als der Berliner Fotograf eine Auswahl seiner sehenswerten Fotos der Neuen Sachlichkeit in Bayern in der Architektur-Galerie in der Türkenstraße ausstellte.

"Mit Tür- und Fenster-Einfassungen, mit kleinen Erkerchen, Stützen, Vor- und Rücksprüngen, Gesimsen: um Gottes willen bloß keine glatten, unprofilierten Flächen und in die Mauer zurückgesetzte Fenster!"

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München ist durchaus vom Bauhaus inspiriert

Eben von diesem Bauhaus-Stil inspiriert ist in München aber mehr als der Spaziergänger es wahrnehmen mag. Das hat eben jener Berliner Fotograf in seinen Bildern gezeigt, die nun als Bildband erschienen sind.

Und da lässt sich plötzlich ganz anders schauen auf manches Straßeneck, das man sonst nur beiläufig wahrgenommen hat - etwa die Post am Goetheplatz oder den Amerikanerblock am Steubenplatz.

Walter Gropius studierte in München

Zwischen der Bauhaus-Schule und Bayern übrigens, auch darüber legt das Buch Zeugnis ab, gab es durchaus personelle Verbindungen. So studierte Walter Gropius einige Monate in München Architektur. Der dritte Bauhaus-Direktor Ludwig Mies van der Rohe hatte über seinen Lehrer Bruno Paul, den Mitbegründer der Münchner Vereinigten Werkstätten für Kunst im Handwerk, der an der Akademie ausgebildet worden war, eine direkte Verbindung zur Münchner Schule und ihrer Reformarchitektur. Und heute?

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Kann man nicht nur im Buch blättern. Sondern beim Blick aus der Tram am Steubenplatz oder aus der Warteschlange vor der Post am Goetheplatz staunen, dass München auch ein bisserl vom Bauhaus inspiriert ist.


Kurz erklärt: So entstand und wirkte das Bauhaus

Bauhaus, die berühmteste moderne Schule für Kunst-Design und Architektur in Deutschland, enstand 1919 in Weimar. Der Gründer Walter Gropius verfolgte seinen Traum, eine neue "Baukunst" zu erschaffen: Kunst und Handwerk sollten vereint werden. Diese Kunst nannte er "Bauhaus", wie der Name seiner Schule "Das Bauhaus".

Ein Leitbild des Bauhaus war es, die Architektur als Gesamtkunstwerk mit anderen Künsten zu verbinden. Deshalb verkündete das Bauhaus im Gründungsmanifest von 1919 auch: "Das Endziel aller bildnerischen Tätigkeit ist der Bau". Im Laufe der Entwicklung resultiert etwa das heutige Industrie- und Grafikdesign aus diesen Ideen. In der Architektur hat sich das modulare Bauen nicht nur bei Industrieanlagen, sondern auch bem Bau günstigen Wohnraums zum Beispiel in den Satellitenstädten der Metropolen durchgesetzt.

Das "Staatliche Bauhaus" war vom Gründer Walter Gropius als Arbeitsgemeinschaft gedacht, die Unterscheidung zwischen Künstler und Handwerker sollten aufgehoben werden. Der Stil des Bauhaus wirkte weit über Deutschland hinaus. Ab den 1930er Jahren errichteten etwa emigrierte jüdische Bauhaus-Architekten in Tel Aviv mehr als 4000 Gebäude. In der israelischen Metropole gibt es heute auch ein Bauhaus-Museum

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