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"Betrifft unser ganzes Land": Bundespräsident Steinmeier zum OEZ-Gedenken in München

Am 22. Juli 2016 tötete David S. (†18) in München aus rassistischen Motiven neun Menschen. Zehn Jahre danach kämpfen ihre Angehörigen und Überlebende noch immer um Anerkennung, Aufklärung und ein würdiges Gedenken. Alle Infos zum heutigen Gedenken.
Nina Job
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Guido Verstegen
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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nimmt am Gedenkakt der Landeshauptstadt München anlässlich des 10. Jahrestags des Attentats am Olympia-Einkaufszentrum teil.
Sven Hoppe (dpa) 22 Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nimmt am Gedenkakt der Landeshauptstadt München anlässlich des 10. Jahrestags des Attentats am Olympia-Einkaufszentrum teil.
Gisela Kollmann (im Rollstuhl), die Oma von Giuliano (der 19 war, als er erschossen wurde)
Nina Job 22 Gisela Kollmann (im Rollstuhl), die Oma von Giuliano (der 19 war, als er erschossen wurde)
Die Mutter des ermordeten Selçuk hält eine Rede auf der Gedenkfeier.
Daniel von Loeper 22 Die Mutter des ermordeten Selçuk hält eine Rede auf der Gedenkfeier.
Angehörige der Opfer am Gedenktag des OEZ-Attentats.
Sven Hoppe (dpa) 22 Angehörige der Opfer am Gedenktag des OEZ-Attentats.
Kulturreferent Marek Wiechers und Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München.
Daniel von Loeper 22 Kulturreferent Marek Wiechers und Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München.
Ilse Aigner (CSU), Präsidentin des Bayerischen Landtags, nimmt am Gedenkakt anlässlich des 10. Jahrestags des Attentats am Olympia-Einkaufszentrum teil.
Sven Hoppe (dpa) 22 Ilse Aigner (CSU), Präsidentin des Bayerischen Landtags, nimmt am Gedenkakt anlässlich des 10. Jahrestags des Attentats am Olympia-Einkaufszentrum teil.
Oberbürgermeister Dominik Krause (Die Grünen) nimmt am Gedenkakt anlässlich des 10. Jahrestags des Attentats am Olympia-Einkaufszentrum teil.
Sven Hoppe (dpa) 22 Oberbürgermeister Dominik Krause (Die Grünen) nimmt am Gedenkakt anlässlich des 10. Jahrestags des Attentats am Olympia-Einkaufszentrum teil.
Joachim Herrmann (CSU, l-r), Innenminister von Bayern, Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, Ilse Aigner (CSU), Präsidentin des Bayerischen Landtags, Elke Büdenbender (verdeckt), Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Dominik Krause (Die Grünen), Oberbürgermeister von München nehmen am Gedenkakt der Landeshauptstadt München anlässlich des 10. Jahrestags des Attentats am Olympia-Einkaufszentrum teil.
Sven Hoppe (dpa) 22 Joachim Herrmann (CSU, l-r), Innenminister von Bayern, Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, Ilse Aigner (CSU), Präsidentin des Bayerischen Landtags, Elke Büdenbender (verdeckt), Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Dominik Krause (Die Grünen), Oberbürgermeister von München nehmen am Gedenkakt der Landeshauptstadt München anlässlich des 10. Jahrestags des Attentats am Olympia-Einkaufszentrum teil.
Das Publikum des Gedenkaktes anlässlich des 10. Jahrestags des Attentats am Olympia-Einkaufszentrum.
Daniel von Loeper 22 Das Publikum des Gedenkaktes anlässlich des 10. Jahrestags des Attentats am Olympia-Einkaufszentrum.
Am heutigen Mittwoch findet die Gedenkfeier für die Opfer des OEZ-Attentats vor zehn Jahren statt.
Daniel von Loeper 22 Am heutigen Mittwoch findet die Gedenkfeier für die Opfer des OEZ-Attentats vor zehn Jahren statt.
Die Stühle der unmittelbaren Angehörigen sind noch leer. Für sind  die Plätze in der ersten Reihe reserviert, auf der anderen Seite werden Steinmeier mit Büdenbender, Krause, Söder, Eisenreich und Herrmann Platz nehmen
Nina Job 22 Die Stühle der unmittelbaren Angehörigen sind noch leer. Für sind die Plätze in der ersten Reihe reserviert, auf der anderen Seite werden Steinmeier mit Büdenbender, Krause, Söder, Eisenreich und Herrmann Platz nehmen
Die ersten Teilnehmer versammeln sich. Großformatige Fotos auf Aufstellern erinnern an die Mordopfer.
Nina Job 22 Die ersten Teilnehmer versammeln sich. Großformatige Fotos auf Aufstellern erinnern an die Mordopfer.
Großformatige Fotos auf Aufstellern erinnern an die Mordopfer.
job 22 Großformatige Fotos auf Aufstellern erinnern an die Mordopfer.
Ganz links ist Guiliano Kollmann auf einem Plakat zu sehen. Hier beim Gedenken des rechtsextremen Anschlags am Olympia Einkaufszentrum am 22.07.2022. (Archivbild)
Imago/Philipp Brinkmann 22 Ganz links ist Guiliano Kollmann auf einem Plakat zu sehen. Hier beim Gedenken des rechtsextremen Anschlags am Olympia Einkaufszentrum am 22.07.2022. (Archivbild)
Bei dem rassistisch motivierten Anschlag am Olympia-Einkaufszentrum wurden 2016 neun Menschen erschossen. (Archivbild)
Peter Kneffel/dpa 22 Bei dem rassistisch motivierten Anschlag am Olympia-Einkaufszentrum wurden 2016 neun Menschen erschossen. (Archivbild)
Immer wieder gedachten die Münchner in den vergangenen Jahren der Opfer des rechtsextremen Anschlags am Olympia-Einkaufszentrum – hier ein Traumarsch im Juli 2022.
IMAGO/Philipp Brinkmann 22 Immer wieder gedachten die Münchner in den vergangenen Jahren der Opfer des rechtsextremen Anschlags am Olympia-Einkaufszentrum – hier ein Traumarsch im Juli 2022.
Trambahnen, Busse und U-Bahnen bleiben am 22. Juli in München um 17.51 Uhr für eine symbolische Minute stehen. (Symbolbild)
IMAGO/Sabine Gudath 22 Trambahnen, Busse und U-Bahnen bleiben am 22. Juli in München um 17.51 Uhr für eine symbolische Minute stehen. (Symbolbild)
Ministerpräsident Markus Söder (CSU) steht am fünften Jahrestag des Terroranschlags am OEZ vor dem Denkmal.
Peter Kneffel/ dpa 22 Ministerpräsident Markus Söder (CSU) steht am fünften Jahrestag des Terroranschlags am OEZ vor dem Denkmal.
Hinweis in der UBbahn auf die Schweigeminute.
job 22 Hinweis in der UBbahn auf die Schweigeminute.
Der Veranstaltungsort ist weiträumig abgesperrt und gesichert.
job 22 Der Veranstaltungsort ist weiträumig abgesperrt und gesichert.
Diese Tafel erinnert an Hüseyin Dayicik. Er starb beim OEZ-Anschlag.
job 22 Diese Tafel erinnert an Hüseyin Dayicik. Er starb beim OEZ-Anschlag.
Diese Tafel erinnert an Sevda Dağ, die beim OEZ-Anschlag starb.
job 22 Diese Tafel erinnert an Sevda Dağ, die beim OEZ-Anschlag starb.

Update 16.57: Vor Ort sprechen Angehörige der Opfer des rassistischen Anschlags von vor zehn Jahren. Die Mutter von Selçuk fordert einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss und bekommt dafür viel Applaus aus dem Publikum. 

Update 16.25 Uhr:  Auch Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) mahnte mit deutlichen Worten: "Rechtsextremismus und Rechtsterrorismus ziehen eine Blutspur über die Kontinente – auch durch unser Land." Der OEZ-Anschlag stehe "in einer Reihe mit Oslo und Utøya oder Christchurch, in einer Reihe mit dem Oktoberfestattentat, den NSU-Morden, mit Halle und Hanau – und wohl auch mit Schongau." Deswegen, sagte sie, "ist es wichtig, "dass wir jeden Tag aufstehen "gegen Rassismus, Rechtsextremismus und gegen Menschenverachtung aller Art".

Livestream zur Gedenkveranstaltung an die Opfer des OEZ-Attentats in München

Update 16.18 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sagte am Denkmal: "Diese rassistische Tat betrifft unser ganzes Land, und sie geht uns alle in diesem Land an." Der Täter habe keines seiner Opfer gekannt, er habe jedoch ganz gezielt bestimmte Menschen töten wollen. "Sein Hass, seine Vernichtungsabsicht richtete sich nicht zufällig gegen Menschen, die er als minderwertig ansah, denen er das Recht zu leben absprach." Daran ändere auch die Tatsache nichts, dass der Täter selbst einen Migrationshintergrund hatte.

Steinmeier mahnte: "Die Ideologie kennen wir. In der Geschichte haben Deutsche mit dieser Ideologie millionenfach gemordet." Niemals dürften wir uns damit abfinden, "dass solches Denken in unserem Land wieder Raum gewinnt." Die Konsequenz sei: "Wir müssen jede Spur von volksverhetzendem rassistischen Sprechen, Handeln und Posten politisch bekämpfen, aber auch verfolgen und sanktionieren. Wir brauchen hier größere Aufmerksamkeit, mehr Konsequenz, mehr klare Kante, um es so schlicht zu sagen."

Update 16.04 Uhr:
Als Erstes spricht Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) zu den Versammelten des Gedenkens. Der OB dankte den Angehörigen und deren Unterstützern: "Sie haben immer wieder daran erinnert, dass das Attentat am OEZ als das benannt werden muss, was es war: einer der schwersten rechtsextremen Anschläge in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland." Krause erinnerte in dem Zusammenhang auch an den Brandanschlag auf das jüdische Altenheim in der Reichenbachstraße von 1970, an das Oktoberfestattentat von 1980, an den Brandanschlag auf die Bar Liverpool von 1984 und an die beiden Münchner Mordopfer des NSU, an Theodoros Boulgarides und Habil Kiliç.

Update 15.46 Uhr: Die ersten Teilnehmer versammeln sich. Großformatige Fotos auf Aufstellern erinnern an die Mordopfer. Aus den Lautsprechern ertönen deren Lieblingslieder. 

Update 15.25: Die ersten Teilnehmer versammeln sich. Großformatige Fotos auf Aufstellern erinnern an die Mordopfer.

Großformatige Fotos auf Aufstellern erinnern an die Mordopfer.
Großformatige Fotos auf Aufstellern erinnern an die Mordopfer. © job

Update 15.20 Uhr: Der Veranstaltungsort am OEZ ist weiträumig abgesperrt und gesichert.

Der Veranstaltungsort ist weiträumig abgesperrt und gesichert.
Der Veranstaltungsort ist weiträumig abgesperrt und gesichert. © job

Update 15.15 Uhr: 750 Busse, Tram- und U-Bahnfahrer werden um 17.51 Uhr kurz den Betrieb unterbrechen. Die Anzeigetafeln in den U-Bahnstationen weisen darauf hin.

Hinweis in der UBbahn auf die Schweigeminute.
Hinweis in der UBbahn auf die Schweigeminute. © job

Update vom 22.07., 13.32 Uhr: Der TSV 1860 München ruft zur Teilnahme an der Gedenkveranstaltung anlässlich des zehnten Jahrestages des  OEZ-Anschlags auf.  "Am heutigen 22. Juli 2026 jährt sich der rechtsterroristische Anschlag am Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) in München zum zehnten Mal, bei dem auch unser ehemaliger Juniorenspieler Guiliano Kollmann ermordet wurde. Seit diesem Tag fehlen Armela Segashi, Can Leyla, Dijamant Zabërgja, Guiliano Kollmann, Hüseyin Dayïcık, Roberto Rafael, Sabine S., Selçuk Kılıç und Sevda Dağ", teilt der Verein mit. Die Veranstaltung beginnt heute ab 16 Uhr am Tatort OEZ München, Hanauer Straße 68.

Erstmeldung vom 21.07.: Der 22. Juli 2016 ist ein Tag, den kaum ein Münchner, der damals in der Stadt gewesen ist, je vergessen wird. Eine ganze Stadt wurde durch das Attentat am Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) in Terror-Angst versetzt. Neun Menschen sind an diesem Tag gestorben, fünf weitere wurden verletzt. Der Täter dieses rassistisch motivierten Anschlags hatte sich schließlich selbst gerichtet. 

Bei dem rassistisch motivierten Anschlag am Olympia-Einkaufszentrum wurden 2016 neun Menschen erschossen. (Archivbild)
Bei dem rassistisch motivierten Anschlag am Olympia-Einkaufszentrum wurden 2016 neun Menschen erschossen. (Archivbild) © Peter Kneffel/dpa

Zehnter Jahrestag des OEZ-Anschlags: So läuft das Gedenken

Am Mittwoch jährt sich der rechtsterroristische Anschlag am OEZ zum zehnten Mal. Aus diesem Anlass wird es am Ort des Geschehens ein Gedenken an die Opfer geben.

Um 16 Uhr beginnt das Gedenken mit der Begrüßung durch Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne). Im Anschluss redet Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD).

Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) wird nach dem Präsidenten das Wort ergreifen. Im Anschluss sind dann die Reden der Hinterbliebenen vorgesehen. Danach wird der OB ebenfalls eine Rede halten.

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Um 17.51 Uhr soll es eine Schweigeminute geben, bevor dann die Kränze am Denkmal vor dem OEZ niedergelegt werden. Ab 18 Uhr sind anschließend weitere Beiträge und Musik eingeplant.

Bereits am vergangenen Freitag ist am Rathaus eine neue Gedenktafel für die Opfer enthüllt worden. Bei einer Demonstration am Sonntag wurde in München ebenfalls der neun Opfer gedacht.

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MVG-Fahrzeuge stehen während Schweigeminute still

Wenn zum Tatzeitpunkt der Opfer unter anderem mit einer Schweigeminute gedacht wird, beteiligt sich auch die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) und unterbricht dafür kurzzeitig den Betrieb, um ein Zeichen des gemeinsamen Erinnerns zu setzen.

Trambahnen, Busse und U-Bahnen bleiben am 22. Juli in München um 17.51 Uhr für eine symbolische Minute stehen. (Symbolbild)
Trambahnen, Busse und U-Bahnen bleiben am 22. Juli in München um 17.51 Uhr für eine symbolische Minute stehen. (Symbolbild) © IMAGO/Sabine Gudath

Um 17.51 stehen alle öffentlichen Verkehrsmittel der MVG – U-Bahnen, Trams und Busse – für eine Minute still, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Um den Aufenthalt auf freier Strecke beziehungsweise im Tunnel zu vermeiden, sollen die Fahrzeuge in Einzelfällen bereits kurze Zeit vorher an der nächstgelegenen Haltestelle oder einer anderen passenden Stelle stehen bleiben. "Die Fahrgäste werden sowohl in den Fahrzeugen als auch an den Haltestellen über digitale Anzeigen und Durchsagen darauf hingewiesen", heißt es weiter.

Umleitungen mehrerer Buslinien im Bereich des OEZ

Wegen der Sperrungen anlässlich der Gedenkveranstaltung muss die MVG ab 5 Uhr morgens bis etwa 0 Uhr mehrere Buslinien umleiten.

  • Die Expressbuslinien X35 und X36 werden zwischen Bingener Straße und Oberwiesenfeld umgeleitet. Die Haltestelle Olympia-Einkaufszentrum West entfällt. Stattdessen wird die Haltestelle Olympia-Einkaufszentrum (Linie 175 Richtung Ludwigsfeld bzw. Linie 50 Richtung Dessauerstraße) bedient.
  • Die Linien 50, 60 und 163 werden zwischen Lassallestraße und Dessauerstraße umgeleitet. Die Haltestellen Olympia-Einkaufszentrum West und Olympia-Einkaufszentrum entfallen. Auf der Umleitungsstrecke werden der Haltestelle Olympia-Einkaufszentrum Ost (Linie 175) sowie in Richtung Dessauerstraße die Haltestelle Riesstraße (Linie 175 Richtung Georg-Brauchle-Ring) bedient.
  • Der Bus 175 wird zwischen Olympia-Einkaufszentrum und Olympia-Pressestadt umgeleitet. Die Haltestellen Olympia-Einkaufszentrum West, Riesstraße und Olympia-Einkaufszentrum Ost entfallen. In Richtung Georg-Brauchle-Ring wird zusätzlich die Haltestelle Olympia-Einkaufszentrum (Linie 50 Richtung Dessauerstraße) bedient.
  • Beim Bus 51 entfällt darüber hinaus von etwa 7 Uhr bis gegen 17 Uhr die Endhaltestelle Moosach Bahnhof. Die Busse wenden in dieser Zeit vorzeitig an der Haltestelle Bunzlauer Platz.

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22. Juli 2016: Die Chronologie des Tathergangs

Am Nachmittag des 22. Juli 2016 versendet der 18-jährige David S. Nachrichten an seine Opfer, lockt sie in ein Schnellrestaurant am Olympia-Einkaufszentrum (OEZ). Um 17.51 Uhr eröffnet er dort mit seiner Tatwaffe, einer Glock 17, das Feuer auf eine Gruppe aus sechs Jugendlichen und Kindern. Fünf Menschen wurden tödlich getroffen, ein 13-jähriges Kind erlitt lebensgefährliche Verletzungen.

Ab 17.52 Uhr gehen die ersten Notrufe bei der Polizei ein. Der Täter verlässt gleichzeitig das Restaurant und schießt auf Passanten. Insgesamt werden vier weitere Menschen getötet. Gegen 20.30 Uhr wird David S. von der Polizei gestellt. Er erschießt sich. Aber erst im Laufe des Abends stellt sich heraus, dass er alleine gehandelt hatte. München atmet auf. Und trauert um die Opfer. David S. hatte neun Menschen mit Migrationshintergrund erschossen, fünf weitere verletzt – wie erst sehr viel später anerkannt wurde, aus rassistischen Motiven. Am OEZ wurde ein Denkmal für die meist jugendlichen Opfer errichtet, seit Freitag erinnert am Rathaus eine Gedenktafel an sie. 

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) steht am fünften Jahrestag des Terroranschlags am OEZ vor dem Denkmal.
Ministerpräsident Markus Söder (CSU) steht am fünften Jahrestag des Terroranschlags am OEZ vor dem Denkmal. © Peter Kneffel/ dpa

Die Ermittlungsbehörden sprachen schnell vom Amoklauf eines Einzeltäters. Dabei deutete schon das Datum auf seine rechte Überzeugung hin: Fünf Jahre zuvor, am 22. Juli 2011, hatte der Rassist Anders Behring Breivik in Norwegen 77 überwiegend junge Menschen getötet. Erst im Oktober 2019 stuften die Ermittler die Tat am OEZ als rechtsextremistisch motiviert ein.  

Zum Jahrestag fordern Hinterbliebene einen Untersuchungsausschuss

Dieses Motiv sei lange ignoriert oder bagatellisiert worden, kritisiert die Initiative München-erinnern, die Angehörige der Opfer und Überlebende mit weiteren Unterstützern gegründet haben.  

Zum Jahrestag fordern Hinterbliebene einen Untersuchungsausschuss. Sie wollen wissen, ob die Tat hätte verhindert werden können, wenn Hinweise aus dem Umfeld des 18-Jährigen ernst genommen worden wären – und ob erneut ermittelt werden müsste, um mögliche Hintermänner zu finden und rechte Netzwerke aufzudecken.   Größter Wunsch der Angehörigen sei es dabei, dass sich eine solche Tat nicht wiederhole, hieß es von der Initiative München erinnern. Niemand solle erleben, was sie erlebt hätten.

 

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  • MUC vor 5 Minuten / Bewertung:

    Vor zehn Jahren lockte der Attentäter Ali Sonboly (18) Jugendliche mit einem Fake-Facebookprofil zum Münchner Olympia-Einkaufszentrum und erschoss dort neun Menschen. Schlimm und viel Kraft den Angehörigen.

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  • a echta Münchner vor 30 Minuten / Bewertung:

    Sobald sich der Herr Bundespräsident zu rechtsextremen Themen äußern kann, ist er ganz vorne mit dabei. - Das ist auch gut so!
    Aber er vergisst sehr gerne die Gefahren des Linksextremismus und Islamismus. - Hier ist regelmäßig Schweigen im Walde.

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  • Der wahre tscharlie am 21.07.2026 17:08 Uhr / Bewertung:

    Finde ich sehr gut, dass der ÖPNV am Mittwoch für eine Minute still steht!
    Wir gedenken der Opfer.

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