Neue Zahlen: Rassistische Gewalt in Deutschland auf "alarmierend hohem Niveau"

Die Zahl rassistischer Angriffe ist im Vergleich zu 2024 zwar gesunken – doch es sind noch immer deutlich mehr als in den Jahren zuvor. Beratungsstellen zeigen sich deshalb alarmiert.
AZ/dpa |
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Die Zahlen bleiben auf einem hohen Niveau. (Archivbild)
Die Zahlen bleiben auf einem hohen Niveau. (Archivbild) © Andreas Arnold/dpa

Rassistische und antisemitische Gewalt verharrt in Deutschland nach Einschätzung einschlägiger Beratungsstellen auf einem "alarmierend hohen Niveau". Der Dachverband VBRG registrierte im vergangenen Jahr 3176 rechts, rassistisch und antisemitisch motivierte Angriffe. Damit wird zwar der Höchstwert aus dem Jahr 2024 unterschritten, als rund 3450 Fälle gezählt wurden, doch die Zahl liegt deutlich höher als in den Jahren zuvor.

Judith Porath vom Verband der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt (VBRG) beklagt eine "zunehmende Normalisierung" derartiger Vorfälle: "Bedrohung und Angriffe gehören für viele Betroffene mittlerweile zum Alltag."

Rassismus ist das häufigste Tatmotiv

Über die Jahre hinweg sind die Zahlen des VBRG allerdings nur bedingt vergleichbar. Der Jahresbericht für 2025 basiert auf den Daten aus 13 der 16 Bundesländer. Bremen, Rheinland-Pfalz und das Saarland fehlen, im Jahr davor war auch Niedersachsen nicht dabei. Porath erklärt das mit der unterschiedlichen finanziellen Ausstattung der einzelnen Landesverbände, die mitunter aus Geldmangel auf derartige Statistiken verzichten müssten.

Nach den VBRG-Daten bleibt Rassismus mit 1729 dokumentierten Taten das häufigste Tatmotiv. Zudem erfassten die Beratungsstellen 325 queerfeindliche sowie 180 antisemitische Gewalttaten.

Gewaltopfer fühlen sich oft nicht ernst genommen

Die Zahlen des Verbands liegen deutlich höher als in der offiziellen Polizeistatistik; dort ist für das Vorjahr nur von rund 1.300 rechtsextremen Gewaltdelikten die Rede. Der VBRG begründet den Unterschied damit, dass die Ermittlungsbehörden bei der Zuordnung eines rechtsextremen Tatmotivs relativ zurückhaltend seien. Zudem würden viele Fälle gar nicht erst zur Anzeige gebracht. 

Porath sagt, viele Betroffene fühlten sich bei Polizei und Justiz nicht ernst genommen, Angriffe würden oft bagatellisiert und Verfahren verschleppt.

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3 Kommentare
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  • Himbeergselchts am 23.07.2026 22:57 Uhr / Bewertung:

    Dieser Beitrag ist wenig informativ. Sind denn die Ursachen nicht erforscht? Wer greift die jüdische Bevölkerung an ? Kippaträger - wer schreit vor Synagogen wie in Wuppertal „Juden raus“? Wer erschoss vor 10 Jahren arabischstämmige Jugendliche?
    Wer greift Menschen rassistisch oder antisemitisch an?
    Warum nehmen so Viele das hin.
    „Wehret den Anfängen“, „nie wieder“! Was ist daraus geworden?
    „Ihr seid nicht schuld an dem was war, aber verantwortlich dafür, dass es nicht wieder geschieht.“ Margot Friedländer.

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  • Bayern69 am 23.07.2026 12:04 Uhr / Bewertung:

    Geht es dabei auch um Rassismus gegenüber Deutschen - gemeint sind nicht Pass-Deutsche?

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  • Der wahre tscharlie am 21.07.2026 17:55 Uhr / Bewertung:

    Dieser Rassismus bei uns ist eigentlich ein Schande für jeden geschichtsbewußten demokratischen Deutschen.

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