Auch wegen Corona-Mutationen: OB Reiter darf nicht lockern

München wird bei den Lockerungen nicht ausscheren. Derweil breiten sich Mutanten aus: Ihr Anteil liegt nun bei 42 Prozent.
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Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) bei einem Besuch der Intensivstation der München Klinik Schwabing.
Tobias Hase/dpa Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) bei einem Besuch der Intensivstation der München Klinik Schwabing.

München - München wird ein bisserl lockerer - aber nicht lockerer als der Rest des Freistaats. Ab Montag, 1. März dürfen neben den Friseuren nun auch Gartencenter, Gärtnereien, Blumenläden, Baumschulen und Baumärkte wieder öffnen. Weitreichendere Lockerungen fürs Stadtgebiet wird es aber nicht geben, teilte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) am Dienstag mit.

Reiter hatte am vergangenen Freitag mögliche Lockerungen für München ins Spiel gebracht, da hier das Infektionsgeschehen in den vergangenen Wochen vergleichsweise niedrig war.

Lockerung des Lockdowns in München nur zaghaft

So sollte in Grundschulen statt Wechselunterricht ständiger Präsenzunterricht mit Maskenpflicht erlaubt werden. Auf öffentlichen Plätzen hingegen hatte Reiter angeregt, die Maskenpflicht abzuschaffen. Derzeit gilt sie in der Innenstadt, auf dem Viktualienmarkt und in der Fußgängerzone. Zudem wollte der OB die Kontaktbeschränkungen lockern: Es sollten sich wieder zwei Haushalte treffen dürfen. "Die Kontaktnachverfolgung von möglicherweise infizierten Personen ist gesichert, unser Impfzentrum läuft. Die Impfungen in unseren Alten- und Pflegeheimen sind nahezu abgeschlossen", hatte Reiter am Freitag mitgeteilt.

Regierung von Oberbayern erlaubt keine weiteren Lockerungen

Städte und Kreise mit niedriger Inzidenz können bei der zuständigen Aufsichtsbehörde, das ist im Falle Münchens die Regierung von Oberbayern, weitreichendere Lockerungen beantragen. "Unsere Aufsichtsbehörde hat mitgeteilt, dass Lockerungen auch bei niedriger Sieben-Tages-Inzidenz unter 35 derzeit bayernweit nicht genehmigt werden", teilte Reiter gestern mit.

Er begrüße die nun vom Freistaat beschlossenen Lockerungen. Sie seien ein kleiner Schritt in Richtung Normalität. Sollte die Inzidenz in München weiter niedrig bleiben, würde das aber nicht reichen, so der OB: "Ich möchte betonen, dass wir für München Anfang März noch deutlich weitreichendere Lockerungen beschließen möchten."

Corona-Mutationen breiten sich in München aus

Die Sieben-Tage-Inzidenz in München liegt laut Robert Koch-Institut seit dem 15. Februar konstant unter 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche. Sie fiel an einem Tag sogar auf 28,5, ist zwischenzeitlich aber wieder gestiegen und liegt derzeit bei 31,6 (Stand: 23.02.).

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Grund dafür könnten die neuen Virusvarianten sein. Wie die Stadt mitteilte, wurden von den seit 5. Februar neu gemeldeten 1.365 Corona-Fällen, 558 Fälle genauer untersucht. Bei 235 Fällen davon besteht der Verdacht, dass es sich um eine mutierte Variante handelt. Das ist ein Anteil von 42,1 Prozent. 163 Fälle wurden als britische Variante (B.1.1.7) identifiziert. Bei den verbleibenden 72 Fällen muss nun eine Genomsequenzierung durchgeführt werden, um festzustellen, ob es sich um die südafrikanische oder brasilianische Variante handelt.

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