Auch wegen Corona: Luft in München 2020 deutlich verbessert

Die städtischen Stickstoffdioxid-Messwerte haben sich im vergangenen Jahr fast überall verbessert- auch, weil vor allem im ersten Lockdown deutlich weniger Autos unterwegs waren.
| Lukas Schauer
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Die Luft in München verbessert sich, das zeigen die aktuellen Messungen.
Die Luft in München verbessert sich, das zeigen die aktuellen Messungen. © Jan Woitas/dpa

München - Die Luft in der Stadt ist im vergangenen Jahr deutlich besser geworden - an 40 der 43 Mess-Stationen wurde der gesetzliche Jahresmittelgrenzwert von 40 µg/m³ für Stickstoffdioxid (NO2) eingehalten.

An verkehrsreichen Straßen konnte 2020 laut Stadt "ein erheblicher Rückgang der Stickstoffdioxidbelastung beobachtet werden." Der maximale Rückgang war in der Paul-Heyse-Straße mit 13 µg/m³ weniger Stickstoffdioxid als im Jahresmittel 2019 zu verzeichnen. Auch die Messstellen am Mittleren Ring zeigen beträchtliche Rückgänge im Vergleich zu 2019.

Weniger Verkehr im Lockdown - bessere Luft in München

Ein Grund dafür ist auch Corona. Während des ersten Lockdowns im Frühling 2020 brach der Verkehr auf den verkehrsreichen Straßen in der Stadt um gut 50 Prozent ein. Im Mittel sank das Verkehrsaufkommen in der Stadt um 15 bis 25 Prozent.

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Oberbürgermeister Dieter Reiter: "Es freut mich sehr, dass es auch gute Nachrichten für das Jahr 2020 gibt. An fast allen Messstandorten können wir nun die gesetzlichen Grenzwerte einhalten. Ganz entscheidend ist für mich, dass die Luft in der breiten Fläche, also dort, wo die Menschen sich aufhalten, in München gut ist." Bürgermeisterin Katrin Habenschaden (Grüne) freut sich und mahnt: "Die Luft in München war voriges Jahr so sauber wie lange nicht. Davon haben vor allem diejenigen Münchnerinnen und Münchner profitiert, die an stark belasteten Straßen wohnen. Die Werte sind durch die Corona-Pandemie allerdings verzerrt, deshalb gibt es keinen Grund für Euphorie.

NO2: Der Mittlere Ring hat weiter hohe Werte

Die höchste Stickstoffdioxid-Belastung wurde im vergangenen Jahr am Mittleren Ring in der Chiemgaustraße 140 und an der Tegernseer Landstraße 150 gemessen (46 µg/m³ respektive 48 µg/m³). Nach wie vor sehr hoch ist die Belastung an der Landshuter Allee: Dort wurden 53 µg/m³ gemessen. Die Messungen in der Frauenstraße, Humboldtstraße, Fraunhoferstraße und an den beiden Messpunkten in der Prinzregentenstraße können im Jahr 2020 den Jahresmittelgrenzwert teilweise sogar deutlich unterschreiten.

Rund um die Prinzregentenstraße hatte die Stadt 2020 eine neue Ampelschaltung eingeführt- die nun offenbar Wirkung zeigte. "Die Ergebnisse  zeigen ab dem Zeitpunkt der Ampelanpassung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum  im Schnitt eine um 10 µg/m³ verringerte NO2-Belastung. Auch in den Verkehrszahlen ist ein deutlicher Rückgang mit im Schnitt zirka 35 Prozent weniger Verkehr ab Beginn der Maßnahme zu beobachten", so die Stadt.

München setzt weiter auf Verkehrswende

Einen weiteren Beitrag zur Senkung der Emissionen leisteten zudem die E-Busse und neuesten Müllfahrzeuge der Stadt -  die Linie 100 fährt mittlerweile komplett elektrisch. 43 besonders emissionsarme Müllautos haben an Hotspots ihren Dienst aufgenommen.

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Dazu sagt Münchens neue Klima- und Umweltschutzreferentin Christine Kugler: "Der Hebel für eine langfristig verbesserte Luftqualität liegt in der Wende zu nachhaltiger, emissionsfreier Mobilität. Mit der Abwicklung der Mobilität auf umweltfreundliche Art und Weise wird nachhaltig unser Klima und die Gesundheit unserer Stadtbevölkerung geschützt werden. Nun gilt es, die positive Entwicklung des letzten Jahres auch über die Corona-Pandemie hinaus zu halten und zu verstärken."

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