Anwohner und CSU: Protest gegen Tram-17-Verlängerung

Das grün-rote Projekt bedeute Verkehrschaos in Obermenzing, sagen Anwohner und die CSU.
| Thilo Schröder
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Die Rathaus-Koalition will das Tram-Netz in München ausbauen. (Symbolbild)
Fabian Nitschmann/dpa Die Rathaus-Koalition will das Tram-Netz in München ausbauen. (Symbolbild)

München - Eine Verlängerung der Trambahnlinie 17 bis nach Freiham könnte in Obermenzing für ein "absehbares Verkehrschaos" sorgen. Das befürchtet die Bürgervereinigung Obermenzing. Der Verein begeht heuer sein 70-jähriges Bestehen und ist von den derzeitigen Nahverkehrsplänen der grün-roten Rathauskoalition gar nicht begeistert.

Eine Trambahn entlang der Verdi-straße und Bergsonstraße durch Obermenzing halte man "aktuell für den falschen verkehrspolitischen Ansatz", sagt Sprecher Frieder Vogelsgesang, selbst CSU-Politiker. "Wir appellieren an den Münchner Stadtrat, von dieser Fehlentscheidung abzusehen."

Tram-Pläne von Grün-Rot sorgen für Ärger

Im Mobilitätsausschuss des Stadtrats habe die Koalition aus Grünen und SPD am 10. Februar 2020 einen Änderungsantrag eingebracht. Dieser solle demnächst nochmals in der Vollversammlung diskutiert und dann beschlossen werden.

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Grün-Rot wolle die in Kategorie C angedachte Verlängerung der Tram 17 von der Amalienburg bis in das Neubaugebiet Freiham in Kategorie A hochstufen. Sprich: Das Projekt solle stärker priorisiert, der Bau der Verlängerung beschleunigt werden. Vogelsgesang und seine Mitstreiter appellieren an den Stadtrat, "Vernunft walten zu lassen und den Empfehlungen der Fachleute und Verkehrsplaner zu folgen".

Tram 17 soll verlängert werden

Denn in der Beschlussvorlage heiße es: "Die Tram zur Blutenburg ist allerdings nur zusammen mit einem innerstädtischen Nordring inklusive Verknüpfungspunkt Blutenburg mit ÖPNV und Park&Ride am Ende der Autobahn A8 in Kategorie B einzuordnen."

Vorrangige Priorität hat laut Vogelsgesang die Verlängerung der U3 von Moosach über Untermenzing und Blutenburg nach Pasing, wie sie auch im Nahverkehrsplan vorgesehen sei. "Diese Verlängerung in Verbindung mit einer leistungsfähigen Parkplatz-Anlage am Ende der A8 ist seit einigen Jahren immer wieder Thema und wird regelmäßig gefordert." Erst wenn hierdurch der Verkehr auf der Verdistraße erkennbar reduziert werde, könne man zusätzlich über das Tram-17-Projekt nachdenken.

CSU sieht wegen Tramplänen die U5 gefährdet

Ein an besagte U3-Verlängerung andockendes Projekt sieht derweil die CSU München-West gefährdet: die U5-Verlängerung nach Freiham. Denn sollte die Tram-17-Verlängerung gebaut werden, müssten dafür "mindestens zwei Fahrspuren auf großen Verkehrsstraßen im Münchner Westen" wegfallen, argumentiert der Verband.

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Unter anderem die erwähnte Verdistraße und die Bergsonstraße sowie der ensemblegeschützte historische Dorfkern von Aubing wären betroffen, heißt es weiter in einer Mitteilung. Auch Aubings Bezirksausschuss-Vorsitzender Sebastian Kreisel (CSU) erwartet darum ein "Verkehrschaos". Dass Menschen vom Auto in die Tram umsteigen, das könne er sich nicht vorstellen. "Es benötigt ein faires Konzept für Autofahrer, Pendler und Anwohner, ohne weitere Staus zu produzieren", fordert zudem der Obermenzinger Bundestagsabgeordnete Stephan Pilsinger (CSU). Und die U5? Die könne womöglich unfinanzierbar werden, sollte nun viel Geld in den Tramausbau fließen.

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