Interview

"Am Samstag zapfe ich mit zwei Schlägen an": Ex-OB Ude feiert eigene Anstich-Party

Münchens Alt-OB Christian Ude feiert heuer seine eigene Anstich-Party im Bahnhofsviertel. In der AZ spricht Ude über seine Anstich-Premiere in neuer Umgebung.
| Felix Müller
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So war das mehr als 20 Jahre: Christian Ude zapft auf der Wiesn an. (Archivbild)
So war das mehr als 20 Jahre: Christian Ude zapft auf der Wiesn an. (Archivbild) © Frank Leonhardt/dpa

München - Im Interview erklärt der Alt-OB Christian Ude, wie das kommt - und, ob er sich in Corona-Zeiten vor der Wirtshaus-Wiesn fürchtet.

AZ: Herr Ude, Schillerbräu statt Schottenhamel, Bahnhofsviertel statt Theresienwiese: nervös vor Ihrer Premiere?
CHRISTIAN UDE: (lacht) Das ist in der Tat nicht vergleichbar. Ich bin von Stammgästen des Schillerbräu, unserer Schutztochter Fadumo Korn und ihrem Mann, gebeten worden, die beide dort verkehren. Der Schillerbräu ist eine in vieler Hinsicht sensationelle Gaststätte.

Waren Sie da schon mal?
Ja. Es ist der unglaubliche Fall, dass jemand im Bahnhofsviertel, noch dazu in der Schillerstraße mit ihrem besonderen Ruf, bayerische Wirtshauskultur etabliert. Und das mit guter Küche und selbst gebrautem Bier, was ich erst gar nicht glauben konnte. Dort gibt es ja auch eine Brauerei und ein Hotel. Das finde ich im Bahnhofsviertel mit seinen Immobilienpreisen wirklich sensationell.

Was ist besonders am Schillerbräu?
Es ist wirklich bayerisch. Und nicht so eine Wirtschaft, die sich halt mit weiß-blauen Fähnchen schmückt.

Ude erinnert sich an die Sieben-Schläge-Schmach von 1993

Und jetzt feiern Sie dort Oktoberfest.
Ich habe dort schon einmal angezapft. Und jetzt haben sie erzählt, dass sie gerne eine Wiesn machen möchten. Die sind mit Hotel, Gaststätte und Brauerei von der Corona-Krise natürlich ganz brutal betroffen. Aber sie haben ein Publikum, das gerne ein bisschen Wiesn-Atmosphäre mitbekommen möchte. Und dann habe ich selbstverständlich Ja gesagt.

1993, bei Ihrer ersten Wiesn als OB, wurden Sie ausgepfiffen. Droht am Samstag ähnliches beim Debüt im Schillerbräu?
Das ist schlichtweg falsch! Auf der Wiesn bin ich nicht ausgepfiffen worden. Sagen wir so: Es war eine Blamage mit sieben Schlägen. Das ist eine ganze Menge - auch wenn es nicht annähernd an Thomas Wimmer ranreicht, der 27 gebraucht hat. Er hat den Schlegel nicht gehauen, sondern geschoben gegen den Zapfhahn. Da braucht man eine Menge Schübe.

Wie läuft die Vorbereitung? Üben Sie noch mal für den Samstag?
Mit Sicherheit nicht. Fässer dieser Größe habe ich schon in rauen Mengen angeschlagen. Das geht ganz problemlos.

Wie viele Schläge sind Ihr Ziel?
Also ich habe es schon mit zwei geschafft. Das muss lockerer gehen als auf der Wiesn - und das tut es auch. Aber eigentlich geht es ja um was anderes: Ein Bahnhofsviertel muss nicht - wie in vielen Städten - ein Ramschviertel sein. Ich will die unterstützen, die dort bayerische Wirtshauskultur machen. So wie ja übrigens auch die Familie Wickenhäuser mit der Münchner Stubn, wo ich auch schon oft und gerne war. Es kann sich auch im Bahnhofsviertel Wirtshauskultur halten, das interessierte Publikum gibt es ja.

Ude: "Einen Oktoberfest-Leichtsinn darf es nicht geben"

Zum Abschluss: Wiesn in den Wirtshäusern - haben Sie da in diesen Zeiten mit wieder höheren Infiziertenzahlen nicht auch ein bisserl Bauchweh?
Man muss höllisch aufpassen, dass nicht aus einer Begeisterung über die Atmosphäre plötzlich Fehler gemacht werden, die wir dann wochen- oder monatelang büßen müssen. Die Zahlen sind nach der Urlaubsheimkehr schlimm genug. Einen Oktoberfest-Leichtsinn darf es nicht geben. Aber gerade kleine Häuser können die nötige Sicherheit bieten. Davon bin ich überzeugt.

Am kommenden Samstag um 12 Uhr zapft Christian Ude im Schillerbräu, Schillerstraße 23, an, Reservierungen sind noch möglich unter 089- 05 84 822 oder per Mail an kristina@schiller-braeu.de

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