Jetzt also doch: Die Au bekommt eine bessere Busanbindung

Verkehrsexperten hatten es seit Jahren gefordert: In der Au sorgen die viel diskutierten Änderungen der MVG fürs neue Jahr für eine echte Verbesserung der Anbindung. Auch das Deutsche Museum und der Tierpark dürften profitieren.
Myriam Siegert
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Die Haltestelle Schweigerstraße zwischen Corneliusbrücke und Mariahilfplatz in der Au: Hier sollen sich künftig die Routen der Buslinien 52 und 62 trennen.
Die Haltestelle Schweigerstraße zwischen Corneliusbrücke und Mariahilfplatz in der Au: Hier sollen sich künftig die Routen der Buslinien 52 und 62 trennen. © my

Vor Beginn der Rathaus-Sommerpause hatten sie noch für ziemlichen Wirbel gesorgt – die Pläne der MVG für den ÖPNV im nächsten Jahr. Ende Juli hatte der Stadtrat die Pläne beschlossen, die bereits Anfang Juni bekannt geworden waren.

Um Kosten zu sparen, werden bei verschiedenen U-Bahn-, Tram- und Buslinien die Takte ausgedehnt, einzelne Buslinien entfallen sogar ganz. Besonders viel Widerspruch gab es gegen das Vorhaben, den Expressbus X30 zur neuen Linie 64 umzuwandeln.

Für die Linie 52 sind die Änderungen eine Verbesserung

Doch nicht alles gibt Anlass zur Kritik: Eine Neuerung aus den MVG-Plänen gilt vielen als eine echte Verbesserung. Der Bus 52, der bisher vom Tierpark zum Sendlinger Tor fährt (und zurück), bekommt in seinem innerstädtischen Abschnitt eine neue Route.
Und die entspricht genau dem, was Verkehrsexperten und Bezirksausschuss seit Jahren fordern. Die AZ hatte bereits im November 2023 darüber berichtet. Demnach soll der 52er künftig, also ab dem Fahrplanwechsel im Dezember, ab der Schweigerstraße nicht mehr wie der Bus 62 über die Corneliusbrücke, Gärtnerplatz, Viktualienmarkt zum Sendlinger Tor fahren, sondern über die Lilienstraße (stadteinwärts) bzw. Zeppelinstraße (stadtauswärts), die Ludwigsbrücke und das Isartor ins Tal nahe Marienplatz.

Die neue Route hat viele Vorteile - für Bürger wie auch Touristen

"Es freut uns, dass das jetzt umgesetzt wird – wenn auch aus der Not heraus", sagt Wolfram Liebscher, Vorstandsmitglied und Sprecher des Münchner Kreisverbandes des Verkehrsclubs Deutschland (VCD), im Gespräch mit der AZ. "Da mussten wir schon etwas drüber schmunzeln, denn man hatte uns jahrelang viele Erklärungen gegeben, warum genau das nicht geht."

Die Vorteile der neuen Linienführung liegen auf der Hand: "Man schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe", so Liebscher. "Man schafft einerseits für das Quartier, die nördliche Au, endlich eine bessere Anbindung. Das war für den ÖPNV ja immer ein großer weißer Fleck und das in absoluter Zentrumsnähe", so Wolfram Liebscher.

Zum anderen könne das Deutsche Museum mit einem Halt an der Zenneckbrücke so nun von zwei Seiten aus angebunden und direkt mit dem Marienplatz verbunden werden, was gerade für Touristen attraktiv sei.
Auch für das Pestalozzi-Gymnasium sowie den Tierpark dürfte die direkte Verbindung zum Marienplatz attraktiv sein.

An der Zenneckbrücke könnte vielleicht ein neuer Bushalt entstehen, meint der VCD. Das wäre ein weiterer Anschluss für das Deutsche Museum.
An der Zenneckbrücke könnte vielleicht ein neuer Bushalt entstehen, meint der VCD. Das wäre ein weiterer Anschluss für das Deutsche Museum. © my

Doppelung mit dem 62er-Bus fällt weg, das ist gut für beide Linien

Dadurch, dass außerdem die Doppelbelegung der früheren Route zwischen Schweigerstraße und Sendlinger Tor mit dem Bus 62 wegfalle, würden beide Linien sicherlich besser ausgelastet. "Dieser Abschnitt war dadurch auch oft sehr eng und deshalb sehr verspätungsanfällig", so Liebscher.

Dies sei ein Fall, "wo weniger mehr ist", so Liebscher. Er betont: "Das war immer unser Ansatz, das Busnetz an der Stelle zu modifizieren, ohne zusätzliche Buskilometer zu schaffen, die dann Kosten verursachen."
Das AZ-Gespräch 2023 fand auch im Zusammenhang mit der Umgestaltung der Zeppelinstraße statt. Der VCD wies damals darauf hin, dies sei eine gute Gelegenheit, um Voraussetzungen für eine Buslinie durch diesen nördlichen Teil der Au zu schaffen.

Bedenken, dass es in der Zeppelinstraße eng werden könnte

Die Umgestaltung ist bekanntermaßen mittlerweile abgeschlossen – und bereitet dem Verkehrsexperten Liebscher im Zusammenhang mit dem Bus "etwas Bauchschmerzen", wie er sagt.
Die Zeppelinstraße ist seit jeher eine einspurige Einbahnstraße. Links sind Stellplätze, rechts verläuft der neu ausgebaute Radweg, der mit einem Metallzaun von der Fahrbahn getrennt ist.

Ist hier überhaupt genug Platz für einen Bus? Im Normalfall sicherlich, ein Bus in dieser Straße sei immer eine Option gewesen, als sogenannte nicht erledigte Aufgabe dokumentiert und müsse deshalb bei der Planung berücksichtigt worden sein, so Liebscher.

Die Zeppelinstraße: Hier passt auch ein Bus hindurch, nur der Zaun etwa in Kombination mit Schnee macht dem Experten Sorgen.
Die Zeppelinstraße: Hier passt auch ein Bus hindurch, nur der Zaun etwa in Kombination mit Schnee macht dem Experten Sorgen. © my


Trotzdem, wenn man sich die Situation anschaue, entstehe der Eindruck, "man kann eigentlich nicht an einen Bus gedacht haben, als man das konzipiert hat", so Liebscher.
Gerade wegen des Zauns könnte es etwa bei ergiebiger Schneelage schon knapp werden, meint er. "Das haben wir in München an vielen Stellen, dass leider sehr auf Kante geplant wird."

Macht keinen Sinn, wenn sich Buslinien gegenseitig behindern

Trotz dieser kleinen Bedenken – die Freude überwiegt: Buslinien in der Innenstadt neu zu ordnen sei richtig und wichtig. "Es macht keinen Sinn, in die Innenstadt zusätzlich Buslinien hineinzuschaufeln, die sich dann gegenseitig behindern und im Stau stehen und mit denen dann auch keiner mitfahren will, weil man zu Fuß fast schneller ist", so Liebscher. "Das führt das Ganze ja ad absurdum."

Der Marienplatz war in der Vergangenheit übrigens schon einmal mit dem 52er angebunden, erinnert Liebscher. Jetzt kommt das sogar mit verbesserter Linienführung zurück.

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  • Da_Ding vor 5 Minuten / Bewertung:

    Erkenntnis: eine Freude für die Bewohner der Zeppelinstraße, jetzt Bestandteil des ÖPNV mittel Bus zu sein 🤮💩👺👹

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  • Dr.Brem vor 38 Minuten / Bewertung:

    Großes Kino in der Verkehrsplanung der Stadt München ! Die Zeppelinstraße und Lilienstraße wird zu Lindwurm 2.0 !!
    Am Dienstag noch die Müllabfuhr , der Stau ist vorprogrammiert und wohl bewusst herbeigeführt !
    Passt zum ideologischen Mindset der Stadtverwaltung , wenn es halt nicht funktioniert ,bauen wir halt alles wieder zurück …..München hat’s ja 😂

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  • kartoffelsalat vor 30 Minuten / Bewertung:
    Antwort auf Kommentar von Dr.Brem

    Sie kennen die Platzverteilung der Zeppelinstr vor dem Umbau? Gab es da noch keime Müllabfuhr?

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