"Einfach nur enttäuschend": Das ändert sich bei Bussen und Bahnen in München

Der Stadtrat hat über den neuen Fahrplan der MVG entschieden. Wo überall Linien gestrichen werden, wo sich Takte verschlechtern und welche guten Nachrichten es trotzdem noch gibt.
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Aus dem X30 Bus wird der 64er. Für Besucher der Isarphilharmonie soll die Anbindung trotzdem gut bleiben.
Aus dem X30 Bus wird der 64er. Für Besucher der Isarphilharmonie soll die Anbindung trotzdem gut bleiben. © IMAGO/Rolf Poss

Er werde sein Abo für die Münchner Philharmoniker kündigen. Der Wegfall des X30-Busses mache ihm die Anreise zum HP8 zu beschwerlich. Das schrieb ein AZ-Leser in einem Leserbrief. Womöglich kann er es sich noch einmal anders überlegen.

An diesem Mittwoch hat der Stadtrat über das Angebot der MVG im nächsten Jahr abgestimmt. Und zumindest ein paar der Kürzungen, über die die AZ berichtet hatte, werden doch nicht kommen.

Der X30 soll zwar weiterhin wie geplant zur neuen Buslinie 64 werden, die vom Lorettoplatz über den Harras bis zum Arabellapark fährt. Allerdings soll der Fahrplan so abgestimmt werden, dass die Konzertbesucher den Bus weiterhin bis 23 Uhr gut nutzen können.

Diese Kürzungen kommen auf die Münchner zu

Außerdem bleibt die Busverbindung Giesing Bahnhof - Neuperlach Zentrum (Linie 139). Die Stadt wird zudem weiterhin vier Bus-Linien mitfinanzieren, die in den Landkreis führen (nach Putzbrunn, Lohhof, Martinsried und Planegg).

Doch einige Kürzungen kommen trotzdem auf die Münchner zu. Und zwar, wie Stadtrat Dirk Höpner (München Liste) kritisierte, vor allem am Stadtrand. Entfallen werden die Buslinien 179 (Olschewskibogen - Frankfurter Ring) und 174 (Dientzenhoferstraße - Am Hart).

Bei anderen Linien wird der Takt schlechter – etwa bei der Tram 25, die zwischen 9 und 13 Uhr nur noch alle zehn Minuten kommen soll. Die U7 fährt nur noch zu den Hauptverkehrszeiten in der Früh und am Abend.

Auch mehrere Busse fahren nicht mehr so oft. Nur noch alle 20 Minuten kommen unter anderem die Busse 175 (Ludwigsfeld) und 173 (Feldmoching). "Es wird meistens am Stadtrand gekürzt, dort, wo sich die Menschen nicht wehren können", sagt Volt-Stadträtin Alexandra Lang.

CSUlerin Veronika Mirlach bezeichnet den Beschluss als einen "Rückschritt auf dem Rücken der Münchnerinnen und Münchner". Neben den Kürzungen sieht sie kritisch, dass der schon lange versprochene Expressbus nach Freiham nicht eingeführt wird. "Einfach nur enttäuschend" nennt sie das.

Neue Haltestellen in der Au

Grünen-Stadträtin Gudrun Lux sieht trotzdem einige Verbesserungen: Zum Beispiel wird der 52er künftig vom Tierpark über neue Haltestellen in der nördlichen Au und über den S-Bahnhalt Isartor zum Marienplatz geführt.

Um das ÖPNV-Angebot in München weiterhin aufrechtzuerhalten, ist aus ihrer Sicht dringend mehr Geld von Bund und Freistaat nötig. Das fordert auch der SPDler Felix Lang. Denn schließlich investiere die Stadt weiterhin – zum Beispiel in die Verlängerung der U5. "Wenn wir das Angebot komplett erhalten würden, würden wir solche Zukunftsprojekte gefährden", glaubt Felix Lang.

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  • gubr am 30.07.2026 06:42 Uhr / Bewertung:

    Bei der MVG und dem sogenannten Mobilitätsreferat scheint man generell nicht zu merken, dass für die meisten Leute schnelles ankommen wichtiger ist als eine Haltestelle vor jedem Baum zu haben. So erklärt sich wohl auch die Fixierung auf das Fahrrad und Umwandeln eines X Busses in einen Bummelbis.
    Vor allem Pendler verbringen oft über 2 Stunden am Tag mit dem Weg von und zu der Arbeit. Wenn sich diese Zeit noch erhöht, ist das kaum hinnehmbar. Natürlich braucht es auch Lokalverbindungen, mit Halt an jedem Baum, denn es gibt Leute, die gehbehindert sind, aber viel wichtiger wären zusätzlich schnelle direkte Verbindungen zu den Knotenpunkten bzw U-Bahn Haltestellen. Auch beim U3/U6 SEV wären Direktvermarktungen Harras/Sendlinger Tor z.B entlang der Theresienwiese und Brundermühlstraße/Fraunhoferstr entlang der Schäftlarn/Wittelsbacher Str entlang der Isar viel sinnvoller.

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  • Mobilitätsfreund am 30.07.2026 09:20 Uhr / Bewertung:
    Antwort auf Kommentar von gubr

    Das wäre schon möglich, jedoch ist dies nur mit Busspuren und mit dem Wegfall von Autoparkpläzen möglich.
    Oder mit der E-Gartentram. Aber da kämpfen die Konservativen fossilen Auto- Brumm-Brumm Parteien dagegen, während diese gerade wieder eine Straße im E-Garten mehrspurig verbreitern.
    Das Problem ist: Für private fossile Brumm-Brumm gibt's Steuergeschenke, während der ÖPNV die steigenden Fossilenergie Preise zu 100% selbst finanzieren muss.
    Oder gibt es in Bayern jetzt eine Elektrifizierungsoffensive?
    Nein, es gilt weiterhin der Kampf für den Verbrennermotor.
    Zukunft Diesel sagt die csu dazu. Und im csuGW Koalitionsvertrag steht auch nur die Förderung des fossilen Autoverkehrs.
    Konservative muß man sich leisten können.

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  • SKi am 30.07.2026 10:32 Uhr / Bewertung:
    Antwort auf Kommentar von Mobilitätsfreund

    Der Tankrabatt 2026 galt auch für die kommunalen Verkehrsbetriebe.
    Der Bund fördert Elektrobusse seit vielen Jahren. Da könnte die MVG einfach zugreifen. So wie die Hamburger Hochbahn, die bereits 2021 über 500 Elektrobusse bestellte.
    Die MVG ist dagegen viele Jahre nicht über den Testbetrieb der 2 Ebusco-Busse hinweggekommen.

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