Kürzungen im ÖPNV: Hier dünnt München die Takte aus

Die MVG muss sparen. Takte bei Bus, Tram und U-Bahn werden deshalb ausgedünnt, manche Linien ganz gestrichen. Die AZ stellt die neuen Pläne vor. 
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Vor allem im Busverkehr ergeben sich für die Münchner zum Fahrplanwechsel Mitte Dezember viele Veränderungen.
Vor allem im Busverkehr ergeben sich für die Münchner zum Fahrplanwechsel Mitte Dezember viele Veränderungen. © Malin Wunderlich

Viele Münchner werden bald deutlich länger auf Bus und Tram warten müssen. Denn mit dem nächsten Fahrplan, der Mitte Dezember in Kraft tritt, werden zahlreiche Linien ausgedünnt oder ganz gestrichen. Bei einer Pressekonferenz geben Mobilitätsreferent Georg Dunkel (parteilos) und Matthias Korte von der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) die Details bekannt.

Der Hintergrund: Die Finanzierung des ÖPNV ist angespannt. "Wir haben steigende Ausgaben, aber sinkende Einnahmen", sagt Korte. Die Kosten für Personal und Energie seien gestiegen. Gleichzeitig würden weniger Fördergelder fließen: 2,5 Millionen Euro schießt der Freistaat laut Korte weniger zu. Und die Stadt hat ihren Zuschuss auf 130 Millionen Euro im Jahr gedeckelt.

Für die MVG bedeutet das: Sie muss circa 14 Millionen Euro kürzen. Die eine Hälfte will sie durch ein neues Busnetz in der Innenstadt sparen. Die andere Hälfte ergibt sich durch "Optimierungsmaßnahmen" im bestehenden Netz. So steht es auf der Powerpoint-Folie. Tatsächlich aber dürfte sich die Freude bei den Fahrgästen in den meisten Fällen in Grenzen halten.

Das ändert sich bei U-Bahn und Tram

Die U-Bahn-Linie U7, die zwischen Olympia-Einkaufszentrum und Neuperlach Zentrum verkehrt, wird ausgedünnt. Sie soll nur noch an Schultagen, zu den Stoßzeiten in der Früh und am Abend und auch nur noch vom OEZ bis zum Sendlinger Tor fahren. Der Abschnitt bis Neuperlach Zentrum entfällt. In den Ferien und am Wochenende fährt die U7 nicht mehr.

Wer mit der Tram 25 fährt, wird sich daran gewöhnen müssen, dass sie künftig zwischen neun und 13 Uhr zwischen dem Max-Weber-Platz und der Großhesseloher Brücke nicht mehr alle fünf, sondern bloß noch alle zehn Minuten fährt.

Die Tram 23 zu Münchner Freiheit kommt ebenfalls nur noch alle zehn Minuten.

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Die Nachttrams N19 (Pasing – St.-Veit-Straße) und N27 (Großhesseloher Brücke – Nordbad) fahren am Wochenende bloß noch alle halbe Stunde.

Das ändert sich im Busverkehr

Die meisten Änderungen gibt es im Busverkehr. Auf zahlreichen Linien soll bald ein 20- statt eines Zehn-Minuten-Takts gelten. Zum Beispiel auf diesen Linien: 150 Arabellapark – Bremer Straße, Linie 173 Feldmoching – Petuelring und Linie 185 Berg am Laim – Trudering.

An Samstagen fährt der Bus zwischen Giesing Bahnhof und Neuperlach Zentrum auch nur noch alle 20 Minuten. An Sonntagen wird unter anderem auf den Linien 145 (vom Ostbahnhof zum Fasangarten) und 197 (Ringlinie Neuperlach Zentrum) ein 20-Minuten-Takt eingeführt.

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Die Verbindung Moosach – Bingener Straße entfällt. Der Bus X36 Allach – Alte Heide kommt künftig nur noch alle 20 Minuten. Dafür fährt der erste Bus künftig schon ab 5 Uhr morgens.

"Das Netz ist immer weiter gewachsen", sagt Korte von der MVG. Doch nicht alle Linien seien gleich nachgefragt. "Wir haben uns genau angeschaut, wo wir Leistung rausnehmen können, weil wir viel heiße Luft herumfahren", meint er.

So soll das neue Innenstadt-Busnetz aussehen.
So soll das neue Innenstadt-Busnetz aussehen. © MVG

Auch das Netz in der Innenstadt wird nun, wie er es ausdrückt, "entrümpelt". Korte rechnet damit, dass so der Busverkehr attraktiver wird und bis zu 1000 neue Fahrgäste zusteigen.

Das ändert sich bei den Innenstadt-Bussen

Was ändert sich? Die Tierpark-Linie 52 (momentan vom Zoo bis zum Sendlinger Tor) soll künftig durch die Zeppelinstraße und bis zum Marienplatz fahren.

Von ihrer City-Ringbus-Linie verabschiedet sich die MVG. Die Linie 58 und 100 werden zusammengelegt. Künftig geht die Strecke vom Ostbahnhof via Hauptbahnhof zur Silberhornstraße. Auch der 68er bekommt eine neue Strecke: Er soll von der Silberhornstraße via Hauptbahnhof zum Bruno-Walter-Ring nach Bogenhausen fahren.

In Bogenhausen bekommt die Linie 187 eine neue Strecke (vom Arabellapark bis zur Richard-Strauss-Straße). Hier würde die MVG gerne autonom fahrende, kleinere Busse einsetzen – muss aber laut Korte noch warten, bis die Hersteller liefern.

Andreas Barth vom Fahrgastverband Pro Bahn will die MVG nicht für die Kürzungen kritisieren: "Die Kritik geht an die Politik, die nicht genug Geld zur Verfügung stellt." Er sagt auch: "Natürlich kann es an vielen Stellen ungemütlich werden." Entscheiden muss darüber der Stadtrat, voraussichtlich im Juli.

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  • HanneloreH vor 6 Stunden / Bewertung:

    Wieder mal ein wildes Wirr Warr der MVG.
    Der52 Bus der bisher über Sendlinger Tor wendete fährt dann nur noch über Marienplatz . Wo wird er dort wenden.
    Die 20 Tram im 5 Min Takt . Dann auf der gleichen Stecke ab Stachus auch die 21 er. Dann gibt es auch noch diese komische E 20 Tram bis Hochschule. Die werden sich dann alle gegenseitig im Weg stehn.
    Die 19 er fuhr ja schon nach St. Veit Str. dann wurde sie geändert, jetzt wieder zurück.
    Ich würd sagen die MVG sollte in Ihrer Zentrale anfangen zu sparen da sind zuviel unfähige.
    Allein die MVG beförderte im letzten Jahr 500 Mio Fahrgäste. Allein wenn eine Fahrt mit 50 Cent bezahlt würde, wär sie fast im grünen Bereich

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  • Gelegenheitsleserin vor 2 Stunden / Bewertung:
    Antwort auf Kommentar von HanneloreH

    @HanneloreH
    "Der52 Bus der bisher über Sendlinger Tor wendete fährt dann nur noch über Marienplatz . Wo wird er dort wenden."

    Laut der Karte im Artikel fährt er über Viktualienmarkt, Schrannenhalle, Isartor/Zweibrückenstraße - so wie jetzt der 132er.

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  • Gelegenheitsleserin vor 2 Stunden / Bewertung:
    Antwort auf Kommentar von HanneloreH

    @HanneloreH
    "Die 20 Tram im 5 Min Takt . Dann auf der gleichen Stecke ab Stachus auch die 21 er. Dann gibt es auch noch diese komische E 20 Tram bis Hochschule. Die werden sich dann alle gegenseitig im Weg stehn."

    Das Problem dabei ist, dass das Fahrgastaufkommen Richtung Hochschule sehr hoch ist und sich jetzt nochmal erhöht, wenn im Juli das neue Strafjustizzentrum am Leonrodplatz den Betrieb aufnimmt.

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