365-Euro-Ticket für alle: Stadt München hat kein Geld dafür

Die grün-rote Mehrheit im Münchner Rathaus will das Günstigticket für den ÖPNV vorerst nicht. Die CSU ist empört.
| Irene Kleber
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Mit dem  365-Euro-Ticket für alle Münchner wird es vorerst nichts. (Symbolbild)
Mit dem 365-Euro-Ticket für alle Münchner wird es vorerst nichts. (Symbolbild) © Amelie Geiger/dpa

München - Für Münchner Azubis gibt es das 365-Euro-Jahresticket im MVV schon. Aber dass bald alle Münchner umgerechnet für nur einen Euro am Tag Busse, Trams und U- sowie S-Bahnen nutzen können, bleibt wohl erst mal ein Wunschtraum.

195 Millionen Euro müsste die Stadt zuschießen

Die grün-rote Rathausmehrheit jedenfalls hat es gestern in der Vollversammlung des Stadtrats abgelehnt, solche Günstigtickets für alle aus dem städtischen Haushalt zu finanzieren. Die Rede ist von rund 195 Millionen Euro, die die Stadt zuschießen müsste. In Coronazeiten sei dafür kein Geld da.

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Die CSU reagierte empört. Sie hatte mit Linken, der ÖDP und Freien Wählern Ende 2020 ein 365-Euro-Ticket für alle beantragt - ein Ziel, mit dem im Kommunalwahlkampf noch Grüne und SPD geworben hatten.

ÖPNV als zentraler Bestandteil der Mobilitätswende

"Ja, die Kosten sind hoch, aber die waren auch schon so hoch, als Sie das beantragt haben", sagte CSU-Fraktionschef Manuel Pretzl mit Blick auf die Grünen, "wir waren lange skeptisch, aber bei uns hat ein Umdenken stattgefunden."

Der ÖPNV sei zentraler Bestandteil der Mobilitätswende, die Haltung der Rathausregierung nicht nachzuvollziehen. Finanzieren ließen sich die Kosten etwa, "weil mehr Tickets verkauft werden", auch würden für die Stadt viele Tickets günstiger, die sie jetzt schon etwa für Beschäftigte bezahlen müsse.

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"Ein grober politischer Fehler"

"Wir haben uns von diesem Ziel nicht verabschiedet", erklärte Grünen-Stadtrat Paul Bickelbacher, man wolle es aber "schrittweise" angehen. Die SPD wolle "weiter dafür kämpfen, sobald wir das Geld haben", sagte Stadträtin Simone Burger.

"Ein grober politischer Fehler", kommentierte Linke-Stadträtin Brigitte Wolf, "da wird alles wohlmeinende Geschwurbel nichts daran ändern."

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