2011 kommt der zweite Stammstrecken-Tunnel

Das bayerische Kabinett hat sich grundsätzlich auf ein Konzept für den Bau eines zweiten Stammstrecken-Tunnels und einer Express-S-Bahn zum Flughafen geeinigt.
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Gregor Feindt Illustration

MÜNCHEN - Das bayerische Kabinett hat sich grundsätzlich auf ein Konzept für den Bau eines zweiten Stammstrecken-Tunnels und einer Express-S-Bahn zum Flughafen geeinigt.

Die Trassen sollen, so Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP), zu den möglichen Winterspielen 2018 in München fertig sein und „eine leistungsfähige Verbindung zum Flughafen schaffen“. Zeil nannte dies „ein Projekt mit historischen Ausmaßen“.

Und Schwarz-Gelb drückt aufs Tempo: Bis Juli 2010 sollen die Verträge abgeschlossen sein, bereits Anfang 2011 wollen Seehofer & Co. mit dem Bau beginnen. Favorisiert wird die Ost-Verbindung. Hierzu laufen Verhandlungen mit Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) über einen Zuschuss für einen Tunnel. Alternativ wird bis Februar 2010 der so genannte „Nordtunnel light“ geprüft – ein Zugeständnis an die Münchner CSU. Die Nordtunnel-Trasse könnte vom Hauptbahnhof über die Münchner Freiheit zum Flughafen führen.

Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) begrüßte den Beschluss der Regierung - und zitierte Martin Zeil, mit dem er bereits die jetzt favorisierten Studien zur zweiten Stammstrecke über Marienhof und unter Haidhausen und die Ost-Variante über Daglfing vorgestellt hatte: „Hier gehe es in der Tat um die ,Zukunft des Schienenverkehrs in der Metropolregion München’ sowie die ,Grundlage der Entwicklung der Region in den nächsten Jahrzehnten’“, so der OB. Er gibt einem Nordtunnel keine Chance: „Er bleibt unbezahlbar.“

Die Grünen hingegen protestierten gegen die frühe Festlegung des Kabinetts: Das sei eine „Missachtung des Parlaments“, so Verkehrsexperte Martin Runge. Auch die Münchner Basis rebelliert gegen den zweiten S-Bahn-Tunnel. Während ihrer Stadtversammlung am Montag hat sich die überwiegende Mehrheit der Redner für einen Ausbau des Südrings ausgesprochen. Dem hatten Ude und Zeil eine klare Absage erteilt: Laut Studie sei das Projekt mit 1,36 Milliarden Euro viel zu teuer und eine Fertigstellung für Olympia 2018 nicht zu leisten. Grünen-Stadträtin Sabine Nallinger glaubt, die Südring-Variante sei teuer gerechnet worden, der Vergleich – so Nallinger wörtlich – „eine große Verarsche“. Für den Tunnel ist Fraktionschef Benker: „Eine weitere Verzögerung können wir den Bürgern nicht zumuten.“ Im Januar wollen die Grünen abstimmen.

rke/tha

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