120 Jahre IHK in München: Ein Haus voller Geschichte(n)

120 Jahre alt wird das Gebäude der Münchner Industrie- und Handelskammer heuer. Ein neues Buch würdigt das - unter anderem mit vielen tollen Bildern.
| Felix Müller
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Ungewohnte Perspektive: So sieht das IHK-Stammhaus von oben aus.
Ungewohnte Perspektive: So sieht das IHK-Stammhaus von oben aus. © Volk Verlag

München - Geradezu königlich steht das IHK-Stammhaus am Maximiliansplatz heute da. Im Wortsinne königlich begann auch seine lange Geschichte. Als im April 1901, vor 120 Jahren, die Handelskammer und die Börse das Gebäude bezogen, gehörte Prinzregent Luitpold zu den ersten Besuchern. Am Vormittag des 23. April ließ er sich vom Stararchitekten Friedrich von Thiersch den Neubau zeigen. Der Prinzregent schwärmte hinterher von einer "äußerst prächtigen sowie künstlerisch vornehmen Einrichtung sämtlicher Räume".

Am Nachmittag schon wieder royaler Besuch. Prinz Ludwig - der spätere König Ludwig III. - wollte sich die Attraktion ebenfalls nicht entgehen lassen. Nach einem ausgedehnten Rundgang, so ist es überliefert, habe er sich tief beeindruckt gezeigt von der "Zweckmäßigkeit und Schönheit" des Gebäudes. Beide Besuche sind im lesenswerten und großartig bebilderten Band "Zukunft braucht Herkunft" beschrieben, der jetzt zum 120-jährigen Jubiläum des Hauses im Volk-Verlag erschienen ist.

OB Dieter Reiter: Ein Stück Münchner Wirtschaftsgeschichte

Darin wird "ein Stück München und auch ein Stück Münchner Wirtschaftsgeschichte" beschrieben, wie es Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) im Buch ausdrückt. Friedrich von Thiersch hatte um die Jahrhundertwende für die Münchner IHK und die Börse ein Gebäude erschaffen, das den Zeitgenossen als "beispielhaft für das künstlerische Können und Streben" der Epoche galt.

Ein Jahrzehnt später sollte der Baukünstler Gabriel von Seidl für die Antiquitätenfamilie Drey ein Wohn- und Geschäftshaus auf dem Nachbargrundstück entwerfen und damit ein weiteres Glanzlicht schaffen (siehe Kasten). Später ging auch dieses Gebäude in den Besitz der IHK über.

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Schon ein paar Monate vor dem königlichen Besuch, am 20. Dezember 1900, hatte das elegante Café-Restaurant "Neue Börse" die ersten Gäste begrüßt. Bilder davon, wie die vielen Fotos der eleganten Säle und Treppenhäuser, zeigt die Autorin Eva Moser in dem Buch ebenso wie die Zerstörung des heute denkmalgeschützten Ensembles im Zweiten Weltkrieg. In den vergangenen Jahren ließ die IHK das Haus umfangreich sanieren. So dass es nun zum 120-jährigen Jubiläum nicht nur mit einem neuen Buch gewürdigt wird - sondern auch in frischem Glanz erstrahlt.

Eva Moser: Zukunft braucht Herkunft: Das Gebäude der IHK für München und Oberbayern im Wandel der Zeit", Volk-Verlag, 20 Euro

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