Verkauf von Flughafen Köln/Bonn vorerst vom Tisch

Stühlerücken im Aufsichtsrat des zweitgrößten NRW-Airports: Friedrich Merz soll die Spitze des Gremiums besetzen. Ministerpräsident Laschet hat sich mit der umstrittenen Personalie durchgesetzt. Eine Privatisierung des Airports scheint dennoch zunächst vom Tisch.
| dpa
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Köln - Wenige Tage vor den geplanten Gesprächen über eine Privatisierung des Köln/Bonner Flughafens sind die Verkaufspläne nach Informationen des Kölner Stadtanzeigers vorerst vom Tisch.

"Auf meine Bitte hin hat der amtierende Bundesfinanzminister Peter Altmaier am Wochenende alle Bundesaktivitäten bis auf Weiteres gestoppt", zitiert die Zeitung den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU). Ein für den 29. November geplantes Gespräch auf Arbeitsebene in Berlin werde abgesagt.

Das Bundesfinanzministerium hatte am Freitag mitgeteilt, dass der Bund einen Verkauf seiner Anteile am Flughafen prüfe. Land, Bund und die Stadt Köln halten jeweils ein knappes Drittel der Gesellschafteranteile am zweitgrößten NRW-Airport. Kleinere Anteile halten Bonn sowie der Rhein-Sieg-Kreis und der Rheinisch-Bergische Kreis.

Wird Friedrich Merz zum neuen Vorsitzenden gewählt?

Im Aufsichtsrat des Flughafens steht heute die Wahl des früheren CDU-Politikers Friedrich Merz zum neuen Vorsitzenden an. Dazu sagte Laschet der Zeitung: "Ich habe Friedrich Merz als Vertreter des Landes ausgewählt, weil ich den Flughafen Köln-Bonn stärken will." Merz sei mit Blick auf die transatlantische und internationale Ausrichtung des Flughafens genau der Richtige.

Der 62-jährige Merz ersetzt den ehemaligen Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig (SPD), der bisher an der Spitze des Gremiums stand. Die Personalie stößt bei der Opposition auf Kritik. Sie hatte unter anderem befürchtet, dass dies ein Schritt in Richtung einer Privatisierung des Airports sein könnte.

Nach Auffassung von SPD und Grünen könnte durch den Wechsel zudem die Aufklärung der Untreue-Vorwürfe gegen den beurlaubten Flughafenchef Michael Garvens beeinträchtigt werden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Garvens. Dieser hatte die Vorwürfe zurückgewiesen.

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