Sanierung von Opel: Deutschland soll 1,5 Milliarden zahlen

Wer wieviel bezahlt ist Sache der Politik. Der Sanierungsplan für Opel steht. Alleine in Deutschland streicht die Konzernmutter GM 3900 Jobs – und fordert 1,5 Milliarden vom deutschen Staat.
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FRANKFURT/ MAIN - Wer wieviel bezahlt ist Sache der Politik. Der Sanierungsplan für Opel steht. Alleine in Deutschland streicht die Konzernmutter GM 3900 Jobs – und fordert 1,5 Milliarden vom deutschen Staat.

Es waren Monate zwischen Hoffen und Bangen für die Opel-Mitarbeiter. Jetzt haben sie Klarheit. Gestern legte Nick Reilly, Chef der Konzernmutter General Motors (GM), den Sanierungsplan für Opel vor. Europaweit will er 8300 Jobs kappen. Deutschland ist dabei vom Abbau am härtesten betroffen. Gleichzeitig wollen die Amerikaner Milliarden an Staatshilfen von den Europäern. Die AZ beantwortet die wichtigsten Fragen zum Sanierungsplan.

Wie viele deutsche Jobs fallen weg? Laut Reilly genau 3911. Die Mehrzahl davon entfällt auf den Standort Bochum. Dort müssen 1800 Leute gehen. In Rüsselsheim fallen insgesamt gut 1500 Jobs weg. Die Standorte Eisenach und Kaiserslautern sind mit jeweils 300 Stellen betroffen. Hart trifft es auch das belgische Antwerpen. Dort soll das Opel-Werk komplett schließen. Das bedeutet: Jobverlust für 2400 Mitarbeiter.

Was fordert GM sonst noch? Der US-Konzern fordert insgesamt 2,7 Milliarden Euro an Staatshilfen von den Staaten mit Opel-Standorten. Mit dem Geld soll die Sanierung finanziert werden. Deutschland soll 1,5 Milliarden Euro beisteuern – jeweils zur Hälfte von Bund und Ländern. Ob GM die Hilfen bekommt, ist noch offen. Man werde das sorgfältig prüfen, sagte Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP). Hessens Regierungschef Roland Koch (CDU) forderte: GM müsse seinen Eigenbeitrag an der Sanierung „deutlich erhöhen“. Bislang hat GM 600 Millionen Euro in den Neustart von Opel gesteckt. In den nächsten fünf Jahren will GM elf Milliarden Euro in Opel/Vauxhall investieren, 80 Prozent der Produktpalette erneuern. Ab 2012 sollen die Töchter Gewinne machen. Opel soll „dauerhaft auf eigenen Füßen stehen“, so Reilly.

Kann der Sanierungsplan noch scheitern? Durchaus. Denn GM verlangt auch von den verbleibenden Mitarbeitern einen Sanierungsbeitrag von 265 Millionen Euro. Gewerkschaften und Betriebsrat lehnen den Sanierungsplan aber bisher ab – vor allem, weil GM das Werk Antwerpen schließen will. „Dafür leisten wir keinen Beitrag“, machte Betriebsratschef Klaus Franz klar. Auch er forderte einen höheren Eigenbeitrag von GM. Zudem wollen die Opelaner Sicherheiten für ihre Zugeständnisse – etwa eine Beteiligung an Opel.

aja

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