Handwerk, Krankenkassen, Homeoffice - wie Corona das Leben teurer macht

Die Pandemie schlägt im kommenden Jahr voll durch. In vielen Bereichen des täglichen Lebens muss mehr Geld ausgegeben werden.
| Stefan Lange
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2022 wird so einiges teurer werden. So auch Strom, wodurch auch das arbeiten im Homeoffice teurer wird.
2022 wird so einiges teurer werden. So auch Strom, wodurch auch das arbeiten im Homeoffice teurer wird. © imago images/Westend61

Ein optimistischer Blick auf das neue Jahr fällt in diesen Tagen schwer. Die Pandemie wird, da ist die Stimmung im Land eindeutig, weiter den Alltag dominieren. Während es im Umgang mit Kontaktbeschränkungen bereits eine gewisse Übung gibt, kommt 2022 eine neue Herausforderung dazu. Die Lebenshaltungskosten steigen.

Der Verbraucherpreisindex des Statistischen Bundesamtes lässt Böses ahnen. Die Inflationsrate liegt schon jetzt bei 5,2 Prozent, die Energiepreise haben um 22,1 Prozent zugelegt, die Kosten für Nahrungsmittel um 4,5 Prozent.

Strompreiserhöhung macht das Homeoffice teurer

Auch bei der Stromrechnung muss tiefer in die Tasche gegriffen werden. Experten rechnen mit einem Aufschlag von bis zu 40 Prozent. Wer im Homeoffice arbeitet, legt drauf. Nach Berechnungen des Vergleichsportals Check24 kann das Plus für Arbeitnehmer durch den Betrieb von Laptop, Monitor und anderen Elektrogeräten bis zu 94 Euro im Jahr betragen. Ein Sechstel der staatlichen Homeoffice-Pauschale von fünf Euro an maximal 120 Tagen wäre damit verbraucht.

Die Linken im Bundestag erwarten von der Ampel-Koalition eine sofortige Reaktion. "Die neue Bundesregierung ist dringend gefordert, Maßnahmen gegen die soziale Schieflage in diesem Land zu ergreifen", so der Fraktionsvorsitzende Dietmar Bartsch. "Steigende Energiepreise, Verdienstausfälle durch Corona, Zusatzkosten im Homeoffice sind für immer mehr Familien nicht mehr tragbar." Die Linken sind dafür, das Wohngeld auf Basis der Bruttowarmmiete zu zahlen und um eine Komponente für die Stromkosten zu erweitern.

Doch damit wären die Preisauswüchse nur teils kompensiert. Millionen gesetzlich Krankenversicherte müssen sich im neuen Jahr auf höhere Kosten einstellen. Check24 zufolge erhöhen mindestens 18 der 98 Krankenkassen zum 1. Januar 2022 ihre Zusatzbeiträge. Die Mehrzahl der Kassen jedoch hält den Beitrag stabil.

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Angespannt und teuer bleibt die Lage im Baugewerbe. Schon jetzt kommen viele Häuser über den Rohbau nicht hinaus, weil es an Material fehlt. Das hängt vor allem mit den globalen Lieferketten zusammen, die durch die Pandemie unterbrochen sind.

Eine Verbesserung der Corona-Lage brächte laut Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer nicht automatisch die erhoffte Normalisierung. Es zeichne sich schon ab, "dass die Preise - selbst bei einer Entspannung bei den Materialengpässen - nicht wieder vollständig auf das Vorkrisenniveau sinken werden", sagte er.

Städte und Gemeinden müssen Einschnitte vornehmen und Sparmaßnahmen einleiten

Die Kunden würden die Folgen von Materialmangel und Preisanstieg auch bei den Wartezeiten stärker zu spüren bekommen. Im Bauhauptgewerbe müssten Verbraucher im Durchschnitt mittlerweile 14 Wochen warten.

Laut einer Studie der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY müssen viele Städte und Gemeinden in Folge der Corona-Belastungen harte Einschnitte vornehmen und Sparmaßnahmen einleiten. Rund ein Viertel plant die Einschränkung kommunaler Leistungen, zu denen auch der Betrieb von Theatern und Sportstätten zählt. 70 Prozent werden voraussichtlich kommunale Steuern und Gebühren erhöhen.

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