Bund pocht auf Bedingungen für Commerzbank

Die italienische Unicredit hat sich schon fast die Hälfte an der Commerzbank gesichert - und will mehr. Nun hat der Vorstandschef einen Termin bei der Bundesregierung in Berlin.
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Die mögliche Commerzbank-Übernahme durch die Unicredit ist auch Thema in Berlin.
Die mögliche Commerzbank-Übernahme durch die Unicredit ist auch Thema in Berlin. © Michael Brandt/dpa
Berlin

Das Bundesfinanzministerium pocht für das weitere Ringen um eine mögliche Übernahme der Commerzbank durch die italienische Großbank Unicredit auf wichtige Bedingungen. "Für die Bundesregierung hat die Rolle der Commerzbank für die Finanzierung der deutschen Wirtschaft und des deutschen Mittelstands hohe Priorität", sagte ein Ministeriumssprecher vor einem Gespräch von Ressortchef Lars Klingbeil (SPD) mit Unicredit-Chef Andrea Orcel. Die Commerzbank sei als bedeutender Arbeitgeber zentral für den Finanzstandort Frankfurt. "Das gilt es auch in Zukunft sicherzustellen."

Klingbeil hat Orcel für diesen Montag zu einem Gespräch ins Ministerium in Berlin eingeladen. Dabei gehe es darum, die Position der Bundesregierung darzulegen und in den Austausch zu treten, sagte der Sprecher. Dies begleite die Gespräche der beiden Banken, denen es weiterhin obliege, in direkten Beratungen über den weiteren Weg zu sprechen. Die Bundesregierung sei auch in Gesprächen mit der Commerzbank und dem Betriebsrat. 

Bund hält noch 12 Prozent an Commerzbank

Die Unicredit, die vor rund zwei Jahren bei der Commerzbank eingestiegen war, wirbt seit langem um eine Übernahme des Frankfurter Dax-Konzerns und hat sich den Zugriff auf fast 50 Prozent der Anteile gesichert. Der Bund, der die Commerzbank in der Finanzkrise mit Steuermilliarden gerettet hat, hält noch gut 12 Prozent an der Commerzbank und ist damit zweitgrößter Aktionär. Bei einer möglichen Übernahme kommt der Regierung daher eine wichtige Rolle zu.

Unicredit-Chef Orcel hatte Anfang September auch schon mit dem hessischen Ministerpräsidenten Boris Rhein (CDU) gesprochen. Nach dpa-Informationen fordert die Landesregierung unter anderem, dass der rechtliche Sitz und der Vorstand der Commerzbank dauerhaft in Frankfurt bleiben und die Bank als Aktiengesellschaft deutschen Rechts bestehen soll.

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