US-Firma plant Rechenzentrum in NRW für vier Milliarden Euro
Der US-amerikanische Investor Blackstone plant eine Milliardeninvestition in ein Rechenzentrum im westfälischen Lippetal. Wie das amerikanische Unternehmen mitteilte, wurde ein Kaufvertrag für ein Grundstück in einem Industriegebiet unterschrieben. Finanzkreisen zufolge beläuft sich die Projektgröße auf etwa vier Milliarden Euro; mit einer Fertigstellung der Anlage wird erst in den frühen 2030er Jahren gerechnet.
In trockenen Tüchern ist das Vorhaben bis jetzt nicht: Der Vertrag tritt erst in Kraft, wenn bestimmte Konditionen erfüllt sind. Das Planverfahren soll zeitnah beginnen. Das Rechenzentrum soll für Cloud-Dienste und Anwendungen der Künstlichen Intelligenz (KI) genutzt werden.
Das Vorhaben ausführen wird der Rechenzentrumsentwickler Quality Technology Services (QTS) - diese Firma gehört Blackstone. QTS hat bereits einige Rechenzentren in den USA gebaut sowie einen Standort in den Niederlanden, in Großbritannien ist einer im Bau. Betrieben werden die von QTS gebauten Anlagen Firmenangaben zufolge von US-Konzernen wie Amazon Web Service (AWS) und Microsoft.
"Stärken unseren Standort langfristig"
"Wir glauben, dass Deutschland und insbesondere Nordrhein-Westfalen attraktive Standorte für die Entwicklung von state-of-the-art Rechenzentren sind", sagt Blackstone-Manager James Seppala. "Wir freuen uns darauf, mit allen Interessengruppen, einschließlich der Menschen vor Ort, im Verlauf des Genehmigungsverfahrens zusammenzuarbeiten."
Bei einer Infoveranstaltung wurde das Vorhaben den Anwohnerinnen und Anwohnern vorgestellt. "Mit dieser möglichen Investition stärken wir unseren Standort langfristig", sagt Lippetal-Bürgermeister Tobias Nillies (CDU). Der Oberbürgermeister von Hamm, Marc Herter (SPD), wertet das Vorhaben als Beleg für das Innovationspotenzial der Region. Herter ist Aufsichtsratsvorsitzender der Firma Industriegebiet Westfalen GmbH, die das Industriegebiet betreibt.
Energieversorgung gab den Ausschlag
Nach Informationen des "Westfälischen Anzeigers" war für den Standort Hamm/Lippetal den Investoren zufolge die Energieversorgung ausschlaggebend: Bereits jetzt stehe hier genügend Strom zur Verfügung, sagte Blackstone-Managerin Britta Harper der Zeitung. Und in absehbarer Zeit könne man dort auch auf grünen Strom zurückgreifen. Auf dem ehemaligen RWE-Kraftwerksgelände Westfalen soll eine Höchstspannungsleitung des Netzbetreibers Amprion enden, über die grüner Strom von der Nordsee nach Westfalen geleitet wird.
Sollte das Projekt tatsächlich umgesetzt werden, wäre es eine der größten Rechenzentrum-Investitionen in Deutschland. Microsoft gibt mehrere Milliarden Euro aus für zwei Standorte im Rheinischen Revier westlich von Köln. Die Schwarz-Gruppe, Muttergesellschaft von Lidl und Kaufland, hat im vergangenen Jahr eine Elf-Milliarden-Euro-Investition in ein neues Rechenzentrum in Lübbenau im brandenburgischen Spreewald angekündigt.
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