Games-Firmen bekommen vorerst keine Steuererleichterungen

Eine Passage des Koaltionsvertrags sorgte 2025 für mächtig gute Laune in der Games-Branche. Doch die darin erwähnten Steueranreize lassen auf sich warten. Hat das Warten ein Ende? Von wegen.
dpa |
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Ich würde ja gern, aber wir leben nun mal in Zeiten knapper Staatskassen - so in etwa war die Botschaft von Finanzminister Lars Klingbeil zum Thema Steuererleichterungen für die Gamesbranche.
Ich würde ja gern, aber wir leben nun mal in Zeiten knapper Staatskassen - so in etwa war die Botschaft von Finanzminister Lars Klingbeil zum Thema Steuererleichterungen für die Gamesbranche. © Christoph Reichwein/dpa
Köln

Die im Koalitionsvertrag angekündigten Steuererleichterungen für Deutschlands Games-Branche lassen weiter auf sich warten. Bei einem Besuch der weltgrößten Computerspiel-Messe Gamescom sagte Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD), man führe hierzu in der Bundesregierung Gespräche, die angesichts der schwierigen Haushaltslage aber schwierig seien. 

Der Vizekanzler gab zu verstehen, dass er grundsätzlich weiterhin dafür sei. Er wisse, dass das im Koalitionsvertrag stehe. "Wir wollen etwas hinbekommen, auch gemeinsam mit den Ländern." Festlegen wollte sich Klingbeil bei dem Bühnenauftritt aber nicht. 

CDU/CSU und SPD hatten 2025 im Koalitionsvertrag ihr Vorhaben bekundet, den Gamestandort Deutschland durch steuerliche Anreize zu fördern. Geschehen ist dies bislang aber nicht. Der Geschäftsführer des Branchenverbandes Game, Felix Falk, mahnte bei der Gamescom-Bühnenveranstaltung Fortschritte bei diesem Thema an. 

In anderen Staaten wie Frankreich, Irland, Australien, Kanada und Großbritannien gebe es so eine steuerliche Förderung längst, nun sollte auch Deutschland "auf das nächste Level kommen", sagte Falk. "Wir müssen uns modernen Konzepten öffnen, die in vielen Ländern auf der Welt schon seit Jahren erfolgreich umgesetzt werden." 

NRW signalisiert Zustimmung 

Bei so einer Förderung könnten Gamesfirmen Kosten steuerlich absetzen und dadurch weniger Steuern zahlen. Der Staat bekäme zunächst also weniger Geld in die Kassen. Auf längere Sicht ist die Hoffnung, dass sich die Steuereinnahmen erhöhen, wenn die Branche wächst und mehr Arbeitsplätze entstehen. Die Bundesländer müssten den Steuererleichterungen für Gamesfirmen zustimmen. Die Förderung könnte über "Tax Credits" (Steuergutschriften) erfolgen. 

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU), der bei der Gamescom-Veranstaltung ebenfalls auf die Bühne trat, signalisierte wie schon im vorigen Jahr die Bereitschaft, dass sein Bundesland zustimmen würde. "Wir machen da mit, wenn ihr Euren Koalitionsvertrag umsetzen wollt, wir werden das möglich machen - ich bin sicher, wir werden eine faire Lösung finden." 

Gaming ist ein Milliardengeschäft, das im Digitalzeitalter an Bedeutung gewinnt: Die visuellen Möglichkeiten werden besser, und immer mehr Menschen greifen zum Smartphone und zur Konsole oder setzen sich an den Desktop-PC, um zu zocken. Deutschland spielt allerdings nur eine Nebenrolle: Circa fünf Prozent des Geldes, was für Games ausgegeben wird, fließt in Games made in Germany. 

Damit dieser Anteil steigt, hat die Bundesregierung ihr Förderbudget für die Games-Branche aufgestockt - waren es 2025 rund 88 Millionen Euro, so sind es dieses Jahr 125 Millionen Euro. Davon sind dieses Jahr bislang nur etwa 40 Millionen bewilligt oder beantragt. Braucht die Branche also überhaupt so viel Fördergeld? 

Ja, sagt Branchenvertreter Falk - es sei normal, dass es Zeit brauche, bis die Branche das Fördergeld aufnehme. Unkenrufen aus der Branche, dass der Fördertopf angesichts der bislang geringen Beteiligung im kommenden Jahr verkleinert werden könnte, widersprach Bundesfinanzminister Klingbeil: "Wir werden auch weiterhin dieses hohe Förderlevel in den nächsten Jahren halten." 

Die für Games zuständige Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) bekräftigte diese Haltung der Bundesregierung: "Wir kürzen nicht, auch im nächsten Jahr nicht." Das sei in Zeiten knapper Kassen alles andere als selbstverständlich, zur Stärkung der deutschen Games-Branche aber wichtig und richtig, sagte die Christsoziale.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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