Mercedes zeigt die neue S-Klasse

Die S-Klasse markiert die Spitze der technologischen Entwicklung, sie ist das wichtigste Auto für Mercedes. Jetzt kommt sie neu. Und sie darf nicht floppen.
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Das Flaggschiff der Sternen-Flotte: die neue S-Klasse von Mercedes.
Das Flaggschiff der Sternen-Flotte: die neue S-Klasse von Mercedes. © Daimler

Stuttgart - Der Grund ist klar: Die Luxus-Limousine erzielt nicht nur einen hohen Verkaufspreis, sie ist auch ein Mega-Seller. Allein von der vorangegangenen Generation wurden rund 500.000 Exemplare verkauft. Ein Milliarden-Markt. Jetzt hat Daimler die neue S-Klasse vorgestellt. Luxus pur - auch bei der Digital-Technik.

Wer kauft eigentlich die S-Klasse? Erstaunlicherweise sind es "Wiederholungstäter". 80 Prozent der westeuropäischen Kunden erstehen nach ihrer letzten S-Klasse eine neue S-Klasse. So viel Kundentreue ist Gold wert. Mehr als jede dritte Limousine geht nach China. Dort sind die Kunden besonders jung im Durchschnitt 40 Jahre. Und das bei einem Preis um die 100.000 Euro.

Neue Mercedes S-Klasse: Kreative haben sich im Innenraum ausgetobt

Der Look der neuen Generation ist konservativ. So wie die Klientel. Und deshalb haben die Mercedes-Designer am Blechkleid nur wenig verändert. Zwar ist der Kühlergrill größer geworden und die Scheinwerfer schmaler. Das führt zu einem repräsentativen Auftritt, wirkt fast schon staatsmännisch. Aber sonst gibt es nicht viel Neues, auch der Stern thront nach wie vor auf der Haube und wurde nicht im Kühlergrill integriert. Das Heck hat im Vergleich zum Vorgänger an Charakter verloren. Die Rücklichter erinnern verblüffend an den Mercedes CLS. Seitlich fallen die Türgriffe auf, weil sie nicht mehr auffallen. Sie sind versenkbar.

Der Look der neuen S-Klasse ist konservativ wie die Klientel. Deshalb wurde am Blechkleid wenig verändert.
Der Look der neuen S-Klasse ist konservativ wie die Klientel. Deshalb wurde am Blechkleid wenig verändert. © Daimler

Ausgetobt haben sich die Kreativen im Inneren der Limousine. Stilprägendes Element ist das breite Zierteil, das sich über die gesamte Front des Cockpits erstreckt und dann das komplette Fahrzeuginnere umfließt. Diese Spange, wahlweise in Yachtholz-Optik oder in Schwarz mit Metall-Intarsien, sorgt für eine Atmosphäre wie in einem futuristischen Kokon.

Für Erleuchtung sind insgesamt 250 LEDs zuständig, die nicht nur ein Lounge-Gefühl erzeugen, sondern auch mit dem Fahrer kommunizieren. Rotes Warnlicht leuchtet beispielsweise auf, wenn die Hand zum Türgriff geht, aber ein Radfahrer gerade im toten Winkel am Auto vorbeifährt. Über die Innenraumkameras hat das Auto den Fahrer immer im Blick. Auch wenn er beispielsweise müde oder unaufmerksam wird, gibt es eine Warnung.

Infotainment-System MBUX versteht bis zu 27 Sprachen

Aufgerüstet hat Mercedes auch beim Infotainment-System MBUX. Es versteht mittlerweile bis zu 27 Sprachen und kann auch reine Wissensfragen beantworten. Und es hört mit. Denn einige Funktionen, wie das Entgegennehmen eines Anrufs, klappen ganz ohne die Zauberworte "Hey Mercedes". Die Sprachsteuerung kann ab sofort von jedem der Sitzplätze aus aktiviert werden. Mikrofone erkennen, welche Stimme zu welchem der Bildschirme (hinten sind es standesgemäß drei) gehört und reagieren entsprechend.

Die neue S-Klasse von Mercedes bietet Luxus pur - auch bei der Digital-Technik.
Die neue S-Klasse von Mercedes bietet Luxus pur - auch bei der Digital-Technik. © Daimler

Ziemlich futuristisch ist auch der Tacho. Ein Bildschirm - ab sofort in 3D, und das ganz ohne Brille. Gesteuert wird über die Augenkameras. Wer noch mehr Infos braucht, sollte sich das große Head-up-Display bestellen. Die Projektion auf der Frontscheibe ist so groß wie bei einem 77-Zoll-Bildschirm. Als besondere Fahrhilfe kann man sich hier bewegliche Richtungspfeile einblenden lassen, die virtuell etwa zehn Meter vor der Motorhaube liegen und einem ganz genau anzeigen, in welche Straße man einbiegen soll.

Autofahren wird so immer mehr die Sache des Computers. Mit der neuen S-Klasse will Mercedes autonomen Betrieb auf Level 3 anbieten. Das heißt: Auf Autobahnen kann das Fahrzeug bei zähfließendem Verkehr alle wichtigen Funktionen übernehmen: Gas geben, bremsen, lenken, Abstand halten, sogar innerhalb der Fahrbahn ausweichen. Bis Tempo 60 hat das der deutsche Gesetzgeber erst erlaubt. Beim sogenannten hoch automatisierten Fahren kann sich der Mensch zumindest im Stau entspannen. Aber nur unter der Bedingung, dass er innerhalb von zehn Sekunden wieder die Kontrolle übernehmen kann.

Neue S-Klasse kann ferngesteuert eingeparkt werden

Auch das Einparken wird einfacher. Einmal durch die neue Hinterachslenkung, die bis zu einem Winkel von zehn Grad mitgeht und so einen Wendekreis von 10,9 Metern ermöglicht. Ein 7er BMW benötigt zum Beispiel 12,3 Meter. Außerdem kann man seinen Mercedes auch ferngesteuert in enge Parklücken bugsieren. Mit dem Handy und der entsprechenden App geht das wie bei einem Modell-Auto.

Zum Marktstart der S-Klasse stehen der 3,0-Liter-Diesel-Sechsyzlinder mit wahlweise 286 oder 330 PS zur Verfügung und der ebenfalls drei Liter große Benziner mit 367 PS als S 450 und mit 435 PS als S 500. Unterstützt wird dieses Triebwerk von einem Startergenerator, der kurzfristig noch mal 22 PS und ein Drehmoment von 250 Newtonmeter auf den Vierrad-Antrieb schickt.

2021 kommen ein V8-Motor mit Startergenerator und auch ein aufladbares Hybridmodell mit einer Elektro-Reichweite von mehr als 100 Kilometern auf den Markt. Rein elektrisch fährt der EQS, der ebenfalls 2021 vorgestellt werden soll. Die Maybach-Variante bekommt nach wie vor den guten alten Zwölfzylinder.

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Beheizbare Kuschelkissen und acht Körperschallwandler

Maßstäbe hat die S-Klasse oft bei der Sicherheit gesetzt. ABS ist mittlerweile in jedem Fahrzeug Standard. Die neue Generation der S-Klasse glänzt mit zusätzlichen Airbags: einem Luftkissen zwischen Fahrer- und Beifahrer und zwei weiteren in den Rücksitzen für die Fonds-Passagiere. Bei einem Seitenaufprall schützt sich dieser Mercedes selbst. Innerhalb von Sekundenbruchteilen fährt die luftgefederte Karosserie um bis zu acht Zentimeter nach oben und reckt so dem potenziellen Unfallgegner die stabilere Unterbodenkonstruktion entgegen.

Für Kunden, die extravaganten Luxus lieben, gibt es ebenfalls ein breites Angebot. Die hinteren Kopfstützen zum Beispiel können mit beheizbaren Kuschelkissen bestückt werden. Und auch beim Sound stößt Mercedes in die nächste Dimension vor, nämlich in die vierte! Musik wird durch die acht Körperschallwandler fühlbar, die in die Sitze eingebaut sind. Das fühlt sich dann so an wie in der ersten Konzertreihe ganz in der Nähe der Lautsprechertürme.

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