IAA 2021: Spannende Nischen-Autos und heimliche Messe-Stars

Kleinere Stände, kürzere Wege: Die Mammut-Veranstaltung IAA ist in München ganz schön geschrumpft. Und in manchen Fällen liegen die Highlights ein bisschen versteckt. Ein Rundgang.
| Rudolf Huber
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Der City One bietet Platz für vier bis fünf Insassen plus ordentlich Gepäck.
Rudolf Huber 8 Der City One bietet Platz für vier bis fünf Insassen plus ordentlich Gepäck.
Unter dem Kofferraum finden vier Wechselbatterien mit zehn kWh Kapazität Platz.
Rudolf Huber 8 Unter dem Kofferraum finden vier Wechselbatterien mit zehn kWh Kapazität Platz.
Alles drin: Der City One verfügt über bis zu sechs Airbags und eine zweckmäßige Ausstattung.
Rudolf Huber 8 Alles drin: Der City One verfügt über bis zu sechs Airbags und eine zweckmäßige Ausstattung.
Schmalspur-Auto: Der City-Transformer ist je nach Bedarf mal 1,40 Meter, mal nur einen Meter breit.
Rudolf Huber 8 Schmalspur-Auto: Der City-Transformer ist je nach Bedarf mal 1,40 Meter, mal nur einen Meter breit.
Wechsel-Kandidat: Der Xev Yoyo verfügt über minutenschnell austauschbare Akkus.
Rudolf Huber 8 Wechsel-Kandidat: Der Xev Yoyo verfügt über minutenschnell austauschbare Akkus.
Der Ora Cat aus China soll ab circa 30.000 Euro kosten.
Rudolf Huber 8 Der Ora Cat aus China soll ab circa 30.000 Euro kosten.
Der Microlino im modernisierten Isetta-Kleid soll kurz nach der IAA in den Verkauf gehen.
Rudolf Huber 8 Der Microlino im modernisierten Isetta-Kleid soll kurz nach der IAA in den Verkauf gehen.
Bühne für Zukunfts-Mobilität: die IAA 2021 in München.
Rudolf Huber 8 Bühne für Zukunfts-Mobilität: die IAA 2021 in München.

München - Die IAA Mobility in München versucht einen schwierigen Spagat.

Zum einen will sie natürlich nach wie vor die neuesten Produkte der Autoindustrie im passenden Rahmen vorzeigen, gerne auch grün eingefärbt mit E-Antrieb. Zum anderen soll, mit diversen Dependancen in der Stadt, die ganze Bandbreite der Mobilität für die Zukunft abgebildet werden. Wir haben uns auf dem Messegelände umgesehen – mit einem klaren Fokus auf die Nischen-Anbieter.

IAA 2021: Mitunter sind die Highlights ein bisschen versteckt

Übersichtlich ist die IAA geworden - wer sich an frühere Mammut-Veranstaltungen in Frankfurt erinnert, wird erfreut die deutlich kleineren Stände und die massiv geschrumpften Wege zwischen den einzelnen Marken registrieren. Das liegt natürlich auch daran, dass nicht nur der komplette Stellantis-Konzern (Opel, Peugeot, Citroen, DS, Fiat, Alfa, Jeep) mit Abwesenheit glänzt.

Spannend geht es trotzdem zu, in manchen Fällen liegen die IAA-Highlights ein bisschen versteckt oder sie sind in den nicht gerade besten Lauflagen zu finden. Wie etwa die Mini-Ausstellungsfläche von AMC. Das steht für Adaptive City Mobility, das Start-up unter Leitung des Ex-Mini-Entwicklers Paul Leibold hat den City One dabei, der die E-Mobilität gleich um mehrere wichtige Facetten bereichert.

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AMC City One: Der heimliche Messe-Star

Das 3,50-Meter-Wägelchen hat es nämlich in sich. Es kann entspannt vier, bei Bedarf auch fünf Passagiere und 400 Liter Gepäck transportieren. Oder zwei Personen und eine komplette Euro-Palette, Zuladung bis zu 430 Kilo. Die kleine Sensation, das, was den City One für mich zum heimlichen Messe-Star macht, findet sich unter dem Kofferraumboden: Klappe auf, der Blick fällt auf vier schräg liegende Batterie-Packs, die mit einem Handgriff aus- oder eingebaut und in einem Akku-Trolley wieder aufgeladen werden können.

Die Wechsel-Akkus machen aus dem für Taxi-Dienste, Carsharing oder Ride-Hailing vorgesehenen City One einen echten Dauerläufer, der auch im Drei-Schicht-Betrieb eingesetzt werden kann: Nach der Schicht werden die vier neuen Akkus für rund 120 zusätzliche Kilometer gewechselt, die fest verbauten Batterien mit 16 kWh sind angesichts des Verbrauchs von unter zehn kWh je 100 Kilometer für um die 200 Kilometer gut.

AMC City One: Eine Steckdose reicht fürs Aufladen

Gedacht ist der bis zu 110 km/h schnelle City One (Start: 2023/24) speziell für Regionen ohne Aussicht auf eine ausreichende Schnelllade-Infrastruktur. Steckdose reicht, schon geht es weiter. Über einen Bildschirm unter dem Rückfenster als Werbefläche lassen sich Einnahmen generieren, die Tausch-Akkus können auch mit der häuslichen Photovoltaikanlage gekoppelt oder zur Versorgung des Haushalts eingesetzt werden. Und das, so Paul Leibold, zu Preisen ab 10.000 bis 15.000 Euro, je nach Land und Ausführung.

Bühne für Zukunfts-Mobilität: die IAA 2021 in München.
Bühne für Zukunfts-Mobilität: die IAA 2021 in München. © Rudolf Huber

Spannend ist auch der City Transformer aus Israel, der als Besonderheit die verstellbare Spurweite mitbringt. Bei Bedarf wird das Wägelchen mit zwei hintereinander angeordneten Sitzen geschrumpft: Aus 1,40 Metern Breite und maximal 90 km/h wird auf Knopfdruck ein Meter. Ein Vorteil, der bei der Parkplatzsuche und in der Rush-Hour ausgespielt werden kann. Die Reichweite liegt laut Hersteller bei 180 Kilometern, 2023/23 soll die Produktion starten – zu Preisen ab rund 11.000 Euro.

Ora Cat: Elektrischer Lifestyle-Flitzer

Ähnlich winzig ist der Zweisitzer Yoyo von XEV aus Turin ausgefallen, er ist bis zu 80 Sachen schnell und sagt der Reichweite-Angst den Kampf an: Auch seine Akkus können gewechselt werden, angeblich binnen fünf Minuten. Dazu sollen Wechselstationen gebaut und ein  Lieferservice aufgebaut werden.

Als elektrischer Lifestyle-Flitzer qualifiziert sich der Ora Cat schon durch sein Design. Das Auto im ID.3-Format wirkt deutlich kleiner, bietet innen viel Platz, feine – auch vegane – Materialien und ein überzeugend wirkendes Bedienkonzept. Die Tochter des Marken-Multis Great Wall Motors (GWM) will noch dieses Jahr die Bestellbücher öffnen, um die 30.000 Euro sind als Einstiegspreis zu erwarten. Der Antrieb leistet 120 kW, das steht für rund 160 km/h Spitze, die Akkus mit 49 und 63 kWh sollen Reichweiten von rund 300 und 400 Kilometer erlauben.

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Isetta-Klon Microlino nach der IAA im Verkauf

Die zweite GWM-Tochter auf der IAA heißt Wey und hat ein Plug-in-SUV dabei. Der Coffee 01 soll ebenfalls nächstes Jahr starten, er ist beeindruckende 4,87 Meter lang, angetrieben wird er von einem Vierzylinder-Benziner mit etwa 150 kW/200 PS vorne und einem 130-kW-Elektromotor hinten. Die Besonderheit: Dank einer 40 kWh großen Batterie soll der Coffee 01 bis zu 150 Kilometer rein elektrisch fahren können. Klingt rekordverdächtig für einen Plug-in-Hybrid.

Der Isetta-Klon Microlino steht startbereit in der Serienausführung auf der IAA. Bald nach der Messe soll es nach mehreren Verschiebungen tatsächlich losgehen mit der Auslieferung. Der 2,50 Meter kurze und 1,50 Meter schmale Zwerg mit 20 kW Leistung, 90 km/h Spitze und bis zu 200 Kilometer Reichweite soll ab etwa 12.500 Euro kosten.

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