Fiat 500 e Cabrio: Flüsterleiser Frischluftspaß

Wenn es so etwas wie das passende Auto für den Sommer 2021 gibt, dann ist es das Fiat 500 e Cabrio. Cooler, smarter, sympathischer, offener und lokal emissionsfreier kann aktuell keiner. Wir haben den elektrifizierten Wonneproppen aus Bella Italia ausführlich ausprobiert.
| Rudol Huber
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Geballter italienischer Charme auf nur  2,63 Metern Länge: der Fiat 500 e als Cabrio.
Rudolf Huber 9 Geballter italienischer Charme auf nur 2,63 Metern Länge: der Fiat 500 e als Cabrio.
Die Frontpartie: eine moderne Neuinterpretation des Cinquecento-Gesichts.
Rudolf Huber 9 Die Frontpartie: eine moderne Neuinterpretation des Cinquecento-Gesichts.
Freundliches Zwinkern: LED-Scheinwerfer mit auch als Blinker eingesetztem Tagfahrlicht.
Rudolf Huber 9 Freundliches Zwinkern: LED-Scheinwerfer mit auch als Blinker eingesetztem Tagfahrlicht.
Offenheit: Dank des Faltdachs lässt sich der leise Antrieb noch besser genießen.
Rudolf Huber 9 Offenheit: Dank des Faltdachs lässt sich der leise Antrieb noch besser genießen.
Nicht der Rede wert: der Kofferraum ist winzig, praktisch können andere Autos sein.
Rudolf Huber 9 Nicht der Rede wert: der Kofferraum ist winzig, praktisch können andere Autos sein.
Kabel-Gewirr: Einen Frontkofferraum hat Fiat nicht hingekriegt.
Rudolf Huber 9 Kabel-Gewirr: Einen Frontkofferraum hat Fiat nicht hingekriegt.
Moderne Zeiten: Lenkrad mit vielen Tasten, großer Touch-Bildschirm.
Rudolf Huber 9 Moderne Zeiten: Lenkrad mit vielen Tasten, großer Touch-Bildschirm.
Klar und übersichtlich: das volldigitale Zentralinstrument.
Rudolf Huber 9 Klar und übersichtlich: das volldigitale Zentralinstrument.
Bis zu 85 kW: Die Besuche am Schnelllader fallen erfreulich kurz aus.
Rudolf Huber 9 Bis zu 85 kW: Die Besuche am Schnelllader fallen erfreulich kurz aus.

Schon die Lackierung des AZ-Testwagens in "Himmel Blau" (1.200 Euro extra) ist ein Hammer. Die Oberfläche changiert, zeigt je nach Blickwinkel und Lichteinstrahlung ein anderes Bild des kleinen Flitzers. Das Stoffdach passt perfekt zum Auftritt des in der Version "Icon" angereisten Italieners. Aber am besten am ganzen Auto ist der Schalter über dem Innenrückspiegel: Kurzer Druck, und das Textilverdeck fährt bis hinter die Köpfe der Fond-Passagiere zurück. Noch ein  Druck, und es gibt die (fast) volle Offenheit.

Elektroauto und Cabrio – passt das überhaupt? Diese Frage wird spätestens nach der ersten Fahrt über kleine und kleinste Landstraßen beantwortet. Und zwar mit: "Ja – und  wie!" Denn ganz ohne Verbrenner-Geräusche, begleitet nur vom leise rauschenden Wind durch die Gegend zu gleiten ist wirklich ein Erlebnis. So direkt und hautnah kommt dieses Gefühl wegen der akustischen Komponente auch im teuersten Nobel-Cabrio nicht rüber.

Offenheit: Dank des Faltdachs lässt sich der leise Antrieb noch besser genießen.
Offenheit: Dank des Faltdachs lässt sich der leise Antrieb noch besser genießen. © Rudolf Huber

Fiat hat zudem das Thema Luftzug und Verwirbelungen wie bei den bisherigen 500er Cabrios gut gelöst, es darf also durchaus auch mal etwas flotter vorangehen. Auch wenn dafür die reichlich schwammig-gefühllose Lenkung gerne mehr Rückmeldung geben dürfte.

Fiat 500 e Cabrio: Bei gemischter Fahrweise sind bis 260 Kilometer drin

Apropos flott: Unter dem Boden des Testwagens war (wie in allen Cabrios) der größere der beiden für den 500 e angebotenen Akku-Packs installiert. Der speichert bis zu 42 kWh, das soll laut des von Fiat ermitteltem WLTP-Verbrauchswerts für rund 300 Kilometer reichen. Wer nur in der Stadt fährt und dabei beim Bremsen kräftig Energie zurückgewinnt, kann das bei sommerlichen Bedingungen durchaus schaffen. Bei gemischter Fahrweise sind je nach Außentemperatur und Fahrertemperament 200 bis 260 Kilometer drin. Für einen Kleinstwagen ist das beachtlich, fürs Alltagsleben mehr als ausreichend.

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Fiat gibt einen Stromverbrauch um die 14,5 kWh je 100 Kilometer an, im AZ-Test, bei dem zwischendurch auch mal die Spitze von 150 km/h und die Spurtzeit von 9,0 Sekunden ausprobiert wurden, kamen 17 bis 18 kWh zusammen – noch ein ordentlicher Wert, denn der 500e geht auch in Echt wirklich gut – und nicht nur auf dem Papier.  Gegenüber dem "normalen" Mildhybrid-Cinquecento ist der 500 e übrigens rundum etwas gewachsen (Länge: 2,63 Meter) , der E-Motor leistet 118 PS.

Bis zu 85 kW: Die Besuche am Schnelllader fallen erfreulich kurz aus.
Bis zu 85 kW: Die Besuche am Schnelllader fallen erfreulich kurz aus. © Rudolf Huber

Ihre Hausaufgaben beim Thema Laden haben die Italiener gemacht. Denn im Gegensatz zu manchem Mitbewerber ist die Schnellladefunktion immer dabei, beim größeren Akku fließen in der Spitze bis zu 85 kW durch die Leitung, was das "Tanken" angenehm verkürzt. Über die Fahrmodi Normal (kaum Rekuperation), Range (starke Rekuperation) und Sherpa (oberstes Ziel: Ankommen!) lässt sich die Reichweite deutlich beeinflussen.

Der Basispreis hat es für einen Kleinwagen ganz schön in sich

Fiat hat in den Elektro-Cinquecento ein smartes 10,25-Zoll-Display mit voller Vernetzung installiert, dazu diverse  Assistenzsysteme wie Müdigkeitswarner und Tempolimit-Erkennung. Beim  getesteten "Icon", der Einstiegsversion beim Cabrio,  sind unter anderem Regensensor, Keyless Entry, elektrische Fensterheber und geteilt umlegbare Rücksitzlehnen an Bord. Dem Testwagen hatte Fiat noch ein sehr schickes Armaturenbrett in Holzoptik, ein Style-Paket, das Winter-Paket (Vordersitze und Auflagefläche der Scheibenwischer beheizbar) oder das Voll-LED-Lichtpaket "Magic Eye" spendiert. Was den Basispreis von sowieso schon schmerzhaften 32.560 Euro auf 37.810 Euro anhob. Und dabei geht es um einen Kleinstwagen.

Moderne Zeiten: Lenkrad mit vielen Tasten, großer Touch-Bildschirm.
Moderne Zeiten: Lenkrad mit vielen Tasten, großer Touch-Bildschirm. © Rudolf Huber

Einziger Trost sind die mehr als 9.000 Euro Innovationsprämie, die noch abgezogen werden darf, und der nach oben offene, flüsterleise Fahrspaß im E-500er. Obwohl: Beim Anfahren ist schon etwas zu hören, als Warnsignal für Fußgänger und Radler: Und zwar unverwechselbare Akkorde aus Federico Fellinis Film "Amarcord". Die Italiener haben's einfach drauf.

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