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Kent Nagano, der Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper, wird seinen Vertrag nicht über das Jahr 2013 hinaus verlängern. Als Gründe nannte Nagano die „kulturpolitischen Entwicklungen der letzten Monate in München“.
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Kent Nagano, geboren in Kalifornien, ist seit September 2006 Bayerischer Generalmusikdirektor.
Wilfried Hösl Kent Nagano, geboren in Kalifornien, ist seit September 2006 Bayerischer Generalmusikdirektor.

Kent Nagano, der Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper, wird seinen Vertrag nicht über das Jahr 2013 hinaus verlängern. Als Gründe nannte Nagano die „kulturpolitischen Entwicklungen der letzten Monate in München“.

Die Spekulationen über einen Abschied von US-Dirigent Kent Nagano aus München im Jahr 2013 haben ein Ende: Der Dirigent verzichtet und ist an einer Verlängerung des Vertrags nicht mehr interessiert. Hintergrund sind Gerüchte, Bayerns Kunstminister Wolfgang Heubisch (FDP) habe sich bereits dazu entschlossen, Naganos bis 2013 laufenden Vertrag als Generalmusikdirektor (GMD) der Bayerischen Staatsoper nicht zu verlängern. Nagano ist seit 2006 GMD des Opernhauses und leitet auch das Orchestre symphonique de Montreal. Hintergrund der Gerüchte war ein angebliches Zerwürfnis mit Nikolaus Bachler, dem Intendanten der Staatsoper.

Kent Naganos Erklärung im Wortlaut

Angesichts der kulturpolitischen Entwicklungen der letzten Monate in München – am Staatstheater am Gärtnerplatz und bei den Münchner Philharmonikern – und deren Folgen sowohl für den Ruf dieser Institutionen als auch für den der Stadt, habe ich mich entschlossen, für eine Vertragsverlängerung als Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper nach dem Sommer 2013 nicht zur Verfügung zu stehen. Mit dieser Entscheidung möchte ich den Schaden, der durch eine Personaldiskussion entstehen und der zu hausinternen Spannungen und Verwerfungen führen kann, von der Staatsoper abwenden.

Beauftragt durch das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst habe ich mich als Generalmusikdirektor in den Dienst der Staatsoper, unseres Orchesters, unseres Chores und unseres Publikums gestellt. Ich habe für diese außergewöhnlichen Kollektive in den reichen und wunderbaren Spielzeiten der letzten Jahre eine hohe Achtung sowie eine tiefe und aufrichtige Zuneigung entwickelt.

Die kulturelle Prägung Münchens, seine Tradition und Atmosphäre sowie besonders meine Kolleginnen und Kollegen haben es mir erlaubt, als Künstler zu wachsen; sie haben mich stark beeinflusst und waren und sind die Quelle meiner künstlerischen Inspiration. Sie sind anspruchsvoll, sachkundig, flexibel und neugierig und unterstützen meine künstlerischen Visionen freundschaftlich und enthusiastisch. Dafür bin ich sehr dankbar.

Mit meiner Entscheidung, für eine Vertragsverlängerung über die Laufzeit des derzeitigen Vertrages hinaus nicht zur Verfügung zu stehen, möchte ich verhindern, dass meine Kolleginnen und Kollegen, die Öffentlichkeit und die Stadt München einer Atmosphäre kulturpolitischer Spekulationen und Spannungen ausgesetzt werden, die letztlich allen Beteiligten Schaden zufügen und der noblen, einmaligen Tradition der Bayerischen Staatsoper, dem Ruf Münchens und seiner Gesellschaft nicht gerecht werden.

With my heartfelt appreciation and dedication, Kent Nagano

München, den 6. Juli 2010

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